Schwarzenbergkapelle in der Residenz Salzburg

Die Schwarzenbergkapelle ist eine Kapelle in der Alten Residenz in der Stadt Salzburg.
Beschreibung
Die Kapelle stellt eines der frühesten Beispiele des Historismus im Land Salzburg sowie in ganz Österreich dar.
(Fürst)Erzbischof Kardinal Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg war Kunstmäzen, Förderer und eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts des Landes. Seine private Andachtskapelle in der Salzburger Residenz, ließ er sich 1846 durch den Salzburger Maler Georg Pezolt, inspiriert durch die mittelalterliche Formensprache Süditaliens sowie lokaler Traditionen, einrichten.
Kaiserinwitwe Carolina Augusta unterstützte den jungen Erzbischof Friedrich Fürst Schwarzenberg und ermöglichte ihm, in der Residenz Unterkunft zu nehmen. Zwar nutzte er nicht dieselben Räumlichkeiten wie seine fürsterzbischöflichen Vorgänger, bezog jedoch Teile des sogenannten Wallis-Apartments. Im Jahr 1847 berichteten die "Sonntagsblätter" über die Wohnung des Erzbischofs im Flügel der Residenz gegenüber dem Dom. Dabei wurde auch die Ausstattung der Räume mit Werken der "modernen" Kunst hervorgehoben, darunter Gemälde von Seemann und Pezolt.
Die Kapellenausstattung wurde in einem kleinen Raum nahe seinem Appartement, zwischen den Wohnungen der Hofdamen Carolina Augustas auf dem Weg zur Franziskanerkirche, untergebracht. Die neugotische Ausstattung der Kapelle, einschließlich des Altars mit einer Temperamalerei von Pezolt, zählt zu den frühen Beispielen der Neogotik in Österreich. Nach einer umfassenden Restaurierung ist sie seit 2021 wieder im Rahmen eines Rundgangs zugänglich.
Die erhaltene Ausstattung wie Altar, Kerzenständer, Betschemel und Beichtstuhl, die zwischenzeitlich in verschiedenen Institutionen aufbewahrt wurde, kann nun wieder vereint am ursprünglichen Standort besichtigt werden. Das nur fragmentarisch erhaltene Fenster ist aus kunsthistorischer Sicht besonders interessant, da es zu den ersten Beispielen der später im 19. Jahrhundert populär gewordenen neugotischen Glaskunst zählt. Fehlende Teile wurden dabei bewusst in einer schlichten Form ergänzt.
Die Schwarzenbergkapelle ist heute nur selten in dieser Vollständigkeit zu finden. Nach dem Weggang von Erzbischof Schwarzenberg aus Salzburg geriet das neugotische Kunstwerk in Vergessenheit, die Inneneinrichtung wurde ausgeräumt, die Wandmalereien verdeckt. Die Ausstattung wie Altar, Kerzenständer, Betschemel oder Beichtstuhl war in verschiedenen Institutionen zwischengelagert und wurde an ihrem ursprünglichen Ort zusammengeführt.
Die Wandbemalung wurde bei der Restaurierung, die 2021 abgeschlossen wurde, unter der Übertünchung minutiös freigelegt. Altar und Kerzenleuchter waren im Dommuseum; die Kniebank hatte das Salzburg Museum verstaut; der Beichtstuhl - nun wieder im rechten hinteren Eck - sowie anderes Mobiliar, Plafonds und Bruchstücke des Fensterglases waren in der Residenz abgelegt, während die einstige Privatkapelle eines der wichtigsten Salzburger Erzbischöfe als Abstellraum diente. Doch Verletzungen an den Wänden durch Missachtung, Unwissen oder infolge des Einziehens von Elektroleitungen seien absichtlich belassen worden, sodass ablesbar bleibe, welche Schäden historische Objekte mit der Zeit erlitten. Das Fensterglas ist zwar vervollständigt, doch bleibt auch da der Unterschied zwischen Original und Ergänzung sichtbar. Restauratorin war Florentina Woschitz.
Angeregt von der Restaurierung der Kapelle durch die ersten Medienberichte über die Restaurierung wurde auch Radbot Habsburg. Er bot der Schlossverwaltung die Schenkung eines Gemäldes an. Das religiöse Bild zeigt den heiligen Ferdinand und die heilige Adelheid. Es soll auf Wunsch Habsburgs in der Kapelle Zeugnis der Anwesenheit seiner Vorfahren in der Residenz sein. Ferdinand IV. von Toskana und seine Prinzessin Alice wohnten dort von 1868 bis 1919. Das Gemälde hatten sie zu ihrer Silberhochzeit bekommen.
Die Kosten für die Restaurierung betrugen rund 220.000 Euro. Die Kapelle kann bei einem Rundgang durch das DomQuartier besichtigt werden.
Quellen
- Salzburger Medientermin 19. Februar 2021
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 19. Februar 2021
- www.sn.at
- facebook, DomQuartier vom 12. Dezember 2025
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