Pumpspeicherkraftwerk Limberg III

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Das Pumpspeicherkraftwerk Limberg III ist aktuell (2023) das modernste Pumpspeicherkraftwerk Österreichs, tief im Berg. Es wird von der Verbund AG in Kaprun errichtet.

Geschichte

Am 6. April 2021 wurde mit den Arbeiten an Limberg III begonnen. 2025 soll es Strom erzeugen, zwei Jahre früher als ursprünglich geplant. Eine halbe Milliarde Euro wird es kosten. Das Kavernenkraftwerk wird - wie Limberg II - eine Leistung von insgesamt 480 Megawatt haben.

2,2 Kilometer fehlen noch bis zum steilen Druckstollen. Der ist fertig, sauber und warm, weil der Beton beim Trocknen Wärme abgibt, wie Redakteurin Monika Graf von den SN bei einem Lokalaugenschein im Jänner 2023 feststellte. 100 Kilometer umfasst das Netzwerk aus Tunneln rund um die Speicherseen Mooserboden und Wasserfallboden, viele davon aus den 1950er-Jahren, die Hälfte befahrbar. Die anderen dienen dazu, Wasser vom Speichersee mit hohem Druck hinunter durch die beiden hochleistungsfähigen Turbinen zu jagen oder wieder hinaufzupumpen. Die Rohre, von denen jedes vier Tonnen wiegt, müssen beim Transport hydraulisch ovalisiert werden, um durch Tunnel oder unter Straßenbrücken durchzupassen.

Das Herzstück des Kraftwerks sind zwei Kavernen. Die größere ist 62 Meter lang, 42 Meter hoch, 25 Meter breit, groß genug, um das Mittelschiff des Stephansdoms zu fassen, erzählt der Projektleiter Christian Rieder. In der Kraftwerks-Kathedrale wird emsig gebaut, der Lärm ist ohrenbetäubend. Widerstand gegen das Großprojekt, wie etwa bei großen Wind- oder Solarparks, gibt es hier nicht. Der Kraftwerksbau hat in Kaprun Tradition. Schon sein Großvater habe beim Bau des Speichers mitgearbeitet, erzählt Rieder, und sei sogar Statist in der 1950er-Jahre-Schmonzette „Das Lied von Kaprun“ gewesen. Wegen der guten Voraussetzungen in Österreich gebe es bereits weitere Pläne.

Quelle

  • www.sn.at, 16. Jänner 2023: „Kathedralen bauen für die Wasserkraft“, ein Beitrag von Monika Graf