Probleme bei der Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen

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Dieser Artikel berichtet von Probleme bei der Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen, die aufgrund des Angriffskrieges von Russland auf die Ukraine flüchteten.

Einleitung

Im ehemaligen Hotel Kobenzl werden seit Jahren keine Flüchtlinge mehr untergebracht trotz monatlicher Mietzahlung von 30.000 Euro = 360.000 pro Jahr. Der Vertrag läuft seit 2015 bis 2024 und es ist bereits zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Eigentümer gekommen.[1]

Ein Thalgauer Quartiergeber für ukrainische Flüchtlinge bleibt auf Kosten sitzen

Wolfgang Schmidhuber stellte im März [[2022] seine 120-Quadratmeter-Wohnung für eine siebenköpfige Familie aus der Ukraine zur Verfügung (Eltern, Großeltern und drei Kinder). Bei den Betriebskosten lassen ihn nun aber alle Stellen im Stich,berichtete Schmidhuber den SN im Jänner 2023.

Gemeinsam mit anderen Thalgauern hatte Wolfgang Schmidhuber die leer stehende Wohnung möbliert. Da die Wohnung nur elektrisch beheizt werden kann und auch das Warmwasser nur elektrisch bereitgestellt wird, sind die Betriebskosten durch die Preiserhöhungen hoch. Auf 730 Euro belaufen sich diese mittlerweile (Stand 14. Jänner 2023). Als Quartiergeber bekommt Wolfgang Schmidhuber für die Wohnung aus der Grundversorgung des Landes zwei Mal 300 Euro im Monat.

Er habe sich deshalb an verschiedene Stellen gewandt und um finanzielle Unterstützung gebeten, aber stets Absagen bekommen. Von „Licht ins Dunkel“ wurde er an „Nachbar in Not“ verwiesen:. Dort kam die Absage, weil sie laut Statuten nur im Ausland helfen würden. Bei der Salzburg AG bat er um einen Rabatt der Stromkosten, wurde dabei aber auf das Land Salzburg verwiesen. Das Integrationsreferat des Landes verwies ihn an die Sozialabteilung. Dort bekam er die Antwort, dass Flüchtlinge und deren Quartiergeber nicht Zielgruppe des Heizkostenzuschusses des Landes seien.

Die Caritas übernimmt die Auszahlung des Geldes im Auftrag des Landes. Dort erfuhr er, dass die 300 Euro mit Jahresbeginn auf 330 Euro erhöht werden, mehr Geld könne nicht ausgezahlt werden. Der ukrainische Honorarkonsul verwies ihn an die Bundesagentur für Betreuung und Unterbringung. Von dort erhielt er bislang keine Antwort.

Jetzt ist Wolfgang Schmidhuber frustriert. „Außer Lobhudeleien kann man sich keine Unterstützung erwarten. Man ist als Hilfeleistender gern gesehen: Das peppt die Statistik auf und man kann sich mit fremden Federn schmücken. Was Finanzierung und Unkosten angeht, ist man aber auf sich allein gestellt.“

Die Caritas beklagte schon im September 2022, dass viele private Quartiergeber ihre Hilfeleistungen einstellen würden, weil die staatliche Unterstützung in Zusammenhang mit der Teuerung ausbleibe. Generalsekretärin Anna Paar fordert neben der Erhöhung der Tagsätze für Quartiergeber auch eine Unterstützung in Form eines steuerlichen Absetzbetrages für eine mehr als sechsmonatige Unterbringung von Flüchtlingen. Es müsse auch Anlaufstellen in den Ländern für solche Probleme geben.

Aus dem Büro der ressortzuständigen LH-Stv. Martina Berthold (Grüne) heißt es, dass das finanzielle Korsett für die Grundversorgung vom Bund vorgegeben werde. Dort sei im Herbst eine Erhöhung der Tagsätze für Quartiergeber in Aussicht gestellt worden, seither habe man nichts mehr gehört. Auch das Land würde eine Erhöhung begrüßen.

Wolfgang Schmidhuber hat bei der Gemeinde nach mehrmaligem Urgieren immerhin einen Erlass der Abwasser- und Müllgebühren für die Wohnung erwirken können. Trotzdem bleibt er auf Kosten sitzen.

Mittlerweile ist er mit der ukrainischen Familie eng befreundet. Gemeinsam habe man auch eine Hilfsaktion für die Ukraine organisiert. So hätten die Ukrainer in Thalgau begonnen, aus alten Kerzen, Wellkarton, Paraffin und Dosen kleine Öfen zu basteln. Diese werden in der Ukraine von Soldaten an der Front und in ausgebombten Häusern verwendet, um kochen zu können und sich zu wärmen. Nachdem Wolfgang Schmidhuber mittlerweile 150 Kilo Paraffin und 200 Dosen gespendet bekommen hatte, hatte er am Samstag, den 14. Jänner 2023, in der Thalgauer Zeugstätte gemeinsam mit rund 20 Freiwilligen weitere Öfen gebastelt. Die Öfen kommen dann mit Hilfstransporten, organisiert von der ukrainischen Gemeinde in Salzburg, an die Front.

Weblink

  • www.sn.at, 28. Oktober 2022: „Asylquartier Kobenzl: Zwischen baufällig und bewohnbar“

Quelle

Einzelnachweis