Kolpinghaus Hallein

Version vom 25. Dezember 2008, 12:06 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (googleadr. eingef., + kat)
Häuserzeile vom Kolpinghaus am Schöndorfer-Platz in Hallein
Datei:Hallein Kolpinghaus 06.jpg
Blick in die Eingangshalle des zentralen Gebäudes

Das Kolpinghaus Hallein ist ein Jugendwohnhaus in Hallein am Schöndorfer-Platz.

Das Kolpinghaus Hallein

Im historischen Zentrum der Stadt Hallein, am Schöndorfer-Platz im Stille-Nacht-Bezirk wurde ein denkmalgeschütztes Häuser Ensemble mit unverwechselbarem Ambiente revitalisiert. Darin ist ein Jugendwohnhaus für Schülerinnen, Lehrlinge und Studierende untergebracht. Neues Leben in historischem Mauerwerk durch junge Menschen, die hier an ihrer Ausbildung arbeiten und eine zeitgemäße, zentral gelegene Wohnmöglichkeit suchen.

Bis zu 215 junge Menschen werden hier wohnen, die in der Ausbildung, ob Schule, Lehre oder Universität, sind. Das Kolpinghaus möchte diesen Bildungsprozess unterstützen. Durch gute architektonische Voraussetzungen und nur wenige Minuten Entfernung vom Bahnhof, den unterschiedlichen mittleren und höheren Schulen, zum Kino oder zu öffentlichen Tiefgaragen, befindet es sich an einem zentralen Standort.

Die Gesamtsumme der Finanzierung betrug 14,179.000 Euro, das Direktdarlehen des Landes aus der Wohnbauförderung 7,870.898,40 Euro. Die nicht rückzahlbare finanzielle Zuschüsse des Bundes betragen etwa 2,7 Mio. € von Bundesdenkmalamt und Schülerheimförderung, der Stadtgemeinde Hallein etwa 1,6 Mio. € und des Landes Salzburg knapp 0,5 Mio. €. Die Umbauarbeiten wurden von der Baugesellschaft Heimat Österreich ausgeführt. Eine anhand von Bilanzen von vier vergleichbaren Kolpinghäusern erstellte Wirtschaftlichkeitsstudie ergebe eine Finanzkraft aus dem Wirtschaftsbetrieb des Heimes von zirka 242.000 Euro pro Jahr.

Eröffnung

Am 18. Oktober 2008 wurde das Kolpinghaus Hallein offiziell eröffnet. In der 150-jährigen Geschichte der Kolpingfamilie Hallein ist das Kolpinghaus Hallein neben ihren bestehenden Projekten wie dem Haus Mirjam für Frauen, die Opfer familiärer Gewalt wurden, und einem Integrationsprogramm für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche einen weiteren Meilenstein dar. Bei den Eröffnungsfeierlichkeiten betonte Kolping-Präsidentin Christine Leopold, dass mit der Eröffnung dieses Hauses die Kolpingfamilie wieder zu ihren Kernkompetenz zurückkehrt. Nämlich Jugendliche auf deren Weg in ihre berufliche Zukunft zu unterstützen und zu begleiten.

Infrastruktur des Hauses

Gastronomie mit Selbstbedienungs-Restaurant, mehrere Rollstuhl gerechte Zimmer, Musikproberäume, Studierraum, Gemeinschafts- und Freizeiträume, Teeküchen, Veranstaltungs- und Seminarräume, Waschmaschine und Trockner, Fahrradabstellplätze in der Garage und anderes mehr.

Zimmerausstattung

Individuelles Wohnen, denn jeder Zimmergrundriss ist anders; allen Zimmern gemeinsam ist die umfassende Möblierung; dazu zählen ein Qualitätsbett, ein großzügiger Schreibtisch mit Rollcontainer, geräumige Regale und Ablagemöglichkeiten und ein Kühlschrank.
Technikanschlüsse: Telefon, Breitband-lnternet und TV.
Sanitärbereich mit Dusche, Waschbecken und WC.

Sommerhotel

Ab 2009 wird das Kolpinghaus Hallein in den Sommermonaten seine Pforten auch als Sommerhotel öffnen. In den Monaten Juli und August wird man in den alten Gebäuden in den neu gestalteten Zimmern zu günstigen Preisen übernachten können.

Veranstaltungsräume

Der ehemalige "Ballsaal" des "Scheicher-Bräu's", der so genannte "Scheicher-Saal", wurde ebenfalls liebevoll restauriert und bietet bestuhlt rund 200 Personen Platz. Eine komplett ausgestattete Küche für Catering ist ebenfalls neben der heimeigenen Küche vorhanden.

Daneben werden auch kleinere Räume, je nach Hausauslastung, für Seminare und andere Veranstaltungen vermietet werden.

Geschichte

Fünf der insgesamt sieben alten Bürgerhäuser, in denen sich das Kolpinghaus befindet, liegen an der Westseite des Schöndorferplatzes. Dieser hieß bis zum 17. Juli 1900 „Oberer Markt“ bzw. „Marktplatz“ genannt. Denn bei einem Teil dieses Platzes handelt es sich vermutlich um den ältesten Marktplatz der Salinenstadt, vormals als „die Lauben“ genannt. Die Bezeichnung des Platzes änderten sich mehrmals: so waren auch die Bezeichnungen „Richter-“ und zuletzt „Stadtrichterplatz“ gebräuchlich. Das Amt des Stadtrichters ist in Hallein seit 1272 nachgewiesen, Amtssitz war im Haus Schöndorferplatz 119 (heute Nr. 4 - Teil des Kolpinghauses).

Bei den Renovierungsarbeiten wurden einige interessante Details wieder freigelegt. So zum Beispiel etwa eine bunte Spiegelschrift an einer Zimmerdecke im Haus Nr. 10. Experten versuchen das Rätsel dieser spiegelverkehrt geschriebenen Inschrift zu entziffern. Weiters fand man historisch wertvollen Decken, Dachstöcke und Türrahmen aus der Zeit des Barock. Bis zu 140 Schichten verschiedenen Materials wurde in den Räumen abgenommen um zum historischen Kern vorzustoßen. Adneter Marmor in Stiegen, Geländern und Verzierungen ist in allen Bürgerhäusern zu finden.

Auch der ehemalige Scheicher-Saal in den Räumen des ehemaligen Scheicher-Bräus Haus Nr. 3 wurde revitalisiert und wird als Veranstaltungssaal genutzt werden. Das so genannte Altdeutsche Stübl im ehemaligen Scheicher Bräu, das mit Holz vertäfelt ist, steht unter Denkmalschutz.

Im Haus Nr. 1 wurde ein Raum revitalisiert, der den Charakter einer Kapelle aufweist aufgrund seiner Marmorsäule in der Mitte und einer Wandeinbuchtung mit darüber befindlichen Kreuz. Im selben Gebäude konnte ein alter Kachelofen wieder hergestellt werden. In einem anderen Haus wiederum wurde eine jüngere, eingezogene Mauer abgetragen und eine Marmorsäule kam zum Vorschein. Ein anderer Saal erinnert durch seine Säulen und Bogengänge an die Max-Gandolph-Bibliothek in der Salzburger Altstadt.

Bei den Restaurierungsarbeiten musste teilweise 120 Farbschichten abgetragen werden.

Über das Kolpingwerk in Österreich

Kolping Österreich ist ein christlich-sozialer Mitgliederverband, in dem sich Menschen engagieren, die gemeinsam mit anderen und für andere die Gesellschaft mit gestalten wollen. Kolping Österreich sieht dabei eine Aufgabe darin, für Schüler, Studenten, Lehrlinge und berufstätige Jugendliche, eine Wohnmöglichkeit während ihrer Ausbildung anbieten zu können. Es sieht seine Arbeit als Beitrag zur Lösung der sozialen Fragen unserer Zeit. Kolping Österreich ist aber mit ihren Sozialeinrichtungen auch für Menschen, die an den Rand gedrängt wurden, da: allein erziehende Mütter, Langzeit arbeitslose Jugendliche, Menschen mit Behinderung, drogenabhängige Jugendliche, Flüchtlinge und Menschen, die aus der Bahn geworfen wurden.

Kolping Österreich ist Mitglied des Internationalen Kolpingwerkes, das heute in 61 Ländern der Welt mit mehr als 500.000 Mitgliedern vertreten ist. Der Verband gliedert sich in örtliche Gruppen, die so genannten Kolpingsfamilien, die wiederum in Diözesanverbänden zusammengefasst sind. Derzeit gibt es etwa 5.000 Kolpingfamilien weltweit. Kolping Österreich gehört zu den großen privaten Internatsträgern Österreichs. Dieser Bereich ist innerverbandlich auch das zahlenmäßig größte Tätigkeitsfeld.

Adresse


Kolpinghaus Hallein GmbH
Jugendwohnheim
Mag. (FH) Reinhard Radak
5400 Hallein
Schöndorfer Platz 3
Postfach 43
Telefon: 0 62 45 - 7 20 23
Email: office@kolpinghaus-hallein.at

Weblinks

Quellen