Tassilo III.
Tassilo III. (* um 741; † um 796) war ein Baiernherzog. Er stammte aus dem Geschlecht der Agilolfinger, dessen Vertreter er der letzte war. Sein Cousin war Kaiser Karl der Große. Sein Vater war Herzog Odilo.
Stiftertafel zum Gedenken an Herzog Tassilo III. an der südlichen Außenwand der Stiftskirche Mattsee
Die Tafel stammt aus spätgotischer Zeit (um 1500) und trägt die Inschrift: „Anno Domini DCCLXXVII. Tassilo dux primum post rex monachus sed ad ymum. idibus in terris discesserat iste decembris. Matse fundavit plura templaque dotavit“ (Im Jahre 777. Tassilo, zuerst Herzog, dann König, schließlich aber Mönch. Er schied von der Erde am 11. Dezember. Er hat Mattsee gegründet und viel andere Kirchen ausgestattet.)
Das hier genannte Gründungsjahr ist von Benediktinerstift Kremsmünster übernommen und fand erst im 14. Jahrhundert Eingang in die Haustradition von Mattsee.
Das Relief zeigt das bayerische Herzogswappen (Rauten und Löwen) in jener Form, die sich im 14. Jh. entwickelt hat. Das Wappen wird von einem Engel gehalten. In der Literatur wird dieser oft als Idealdarstellung von Herzog Tassilo III. gedeutet. Bei näherer Betrachtung besitzt der Schildhalter jedoch Flügel und ist auch aufgrund seiner Physiognomie als Kirchen- und Stiftspatron Erzengel Michael zu erkennen.
Salzburgbezug
748 hatte Tassilo erstmals in Ostermiething Urkunden ausgestellt. In der Zeit zwischen 777 und 783 gründete er das Stift Mattsee. Zur selben Zeit, 777, entsteht unter seiner Herrschaft auch das Benediktinerstift Kremsmünster, die im 18. Jahrhundert dann die Universitätssternwarte der Universität Salzburg erhalten sollte. Auch das Kloster Frauenchiemsee geht auf eine Gründung von ihm zurück. Desgleichen die Tassilostraße im Salzburger Stadtteil Liefering.
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Bildergalerie
Quelle
- Beschreibung der Stiftertafel über Tassilo III. Hermann Dannheimer, Heinz Dopsch: Die Bajuwaren, Katalog Landesausstellung 1988, S. 165
- Andreas Hirsch, Textgestaltung
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Tassilo III., die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.