Seuchenspital St. Rochus
Die Rochuskaserne war ein Lazareth, Arbeitshaus und eine Kaserne nahe dem Rochushof in Salzburg-Maxglan.
Pestlazarett
1636 lies Fürsterzbischof Paris Lodron hier ein neues Pesthaus errichten. 1637 wurde das Pestlazarett aus dem Bereich vor dem Linzertor an die Glan übersiedelt. Die Pest in Salzburg hatte diese Maßnahme notwendig gemacht. Das neue Lazarett sollte etwa eine Stunde Fußmarsch vom Siedlungsraum der Stadt entfernt liegen und dadurch die Ansteckungsgefahr für die Bevölkerung vermindert werden.
Pestkapelle
Das Pestlazarett besaß ein Lazarettbad an der Glan, seit 1640 einen Pestfriedhof und seit 1649 eine den Pestheiligen Rochus und Sebastian geweihte Kapelle. Der heutige klassizistische Altar der Kapelle im Innenhof des Lazarettes wurde 1781 von Wolfgang Hagenauer entworfen. Das hochbarocke Altarblatt wurde aber bereits 1670 von Franz de Neve angefertigt. Es stellt die beiden Pestheiligen dar. Mit dem langsamen Erlöschen der Pestseuchen im 18. Jahrhundert wurde nach einer neuen Bestimmung für das Gebäude gesucht.
Zucht- und Arbeitshaus
Fürsterzbischof Schrattenbach baute das nicht mehr benötigte Pestspital zu einem Zucht- und Arbeitshaus um. Das Zucht- und Arbeitshaus wurde 1755 eingerichtet und hatte bis etwa 1815 Bestand. Hier wurden 'arbeitsscheue Leute', das waren Bettler, Unterstandslose und Kleinkriminelle, sowie auch 'liederlicher Leute' (Dirnen) eingesperrt und mussten sich ihre Verpflegung selbst erarbeiten. Eine marmorne Tafel mit der Inschrift „Abstine aut autine“ (Meide oder leide, genauer: "Meide (die Straftat) oder leide (die Folgen)" erinnert das damalige Zucht- und Arbeitshaus.
Auf der Schmitt'sche Karte von Südwestdeutschland aus 1797 ist das Arbeitshaus verzeichnet.[1]
Im Franziszäischen Kataster, etwa 1815, ist das Lazareth St. Rochus verzeichnet[1].
Rochuskaserne
Nach 1816 wurde das Gebäude als Kaserne genutzt, kurzzeitig war es auch Notlazarett. Von 1887 bis 1898 diente es als Kaserne für die k.k. Landwehr. Damals waren etwa 100 bis 150 Soldaten stationiert.
Stieglbrauerei
1901 wurde das Gebäude an die Stieglbrauerei verkauft. Im heutigen "Ökonomiegebäude" waren und sind vornehmlich Stallungen für die Ochsen und Rösser, sowie die Remisen für die Kutschen untergebracht, mit denen die Stieglbrauerei bis heute Bier in Holzfässern ausliefert. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist dort auch ein Mitarbeiter- und Seminarbereich eingerichtet.
Quellen
- Reinhard Medicus
- Führung, 525 Jahr-Jubiläum der Stieglbrauerei, 18. Juni 2017