Kapitelhaus in der Salzburger Altstadt

Das Kapitelhaus ist das Haus Nr. 4 an der Kapitelgasse in der Salzburger Altstadt.
Geschichte
Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau hatte bereits im Jahr 1592 geplant gehabt, im früheren Dompropsteigarten ein neues Haus als Sitz des Domkapitels zu errichten. Doch erst nach dem dem Dombrand 1598, bei dem auch die alten Räumlichkeiten der Domherren abgebrannt waren, wurde 1602 der Neubau in Angriff genommen. Das Kapitelhaus wurde bis 1606 weitgehend fertiggestellt. Dabei wurde der alte Kapitelgarten als neue Residenz der Domherren verbaut und 1608 mit den marmornen Wappen der 24 Domherren, des Propstes und der Dechanten geschmückt. Auch ein Wappen des Fürsterzbischof Wolf Dietrich findet sich oberhalb des Eingangstors zum Kapitalhaus. Es ist mit dem dem Spruch "MDCIII - Wolfgangus Theodorics Archiep(iscopu)s fecit" versehen.
Hier befand sich auch der Sitzungssaal des Domkapitels, der "Capitelsaal" sowie eine Kapelle, die domkapitularische Kanzlei und die Registratur. Nach der Säkularisation wurde das Gebäude ab 1808 als Tabakniederlage genutzt. In den Zeiten der Napoleonischen Kriege war es kurzzeitig auch eine Kaserne. Dann folgte noch ein längerer Zeitung der Nutzung für das Finanzamt. Um 1990 wurde dann das Haus Teil der Universität Salzburg. In ihm befinden sich das Rektorat und Verwaltungsräume. Das Haus beherbergt heute unter anderem mit einer der beiden Bibliotheken der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg eine Teilbibliothek der Universitätsbibliothek.
Anhand eines Domkapitelprotokolls aus dem Jahr 1772 konnte die Salzburger Archivarin Ulrike Engelsberger 2012 "erstmals", wie sie sagt, den Kapitelsaal lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt worden sind: Es ist der heute Senatssitzungssaal der Universität Salzburg im Kapitelhaus.[1]
Weitere Bilder
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Quellen
- Wikipedia
- ↑ "Salzburger Nachrichten", 28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"