Literaturhaus Salzburg
| Voller Name | Verein Salzburger Literaturhaus Eizenbergerhof |
| Vorsitzender | Univ.Prof. Dr. Norbert Christian Wolf / Leitung: Tomas Friedmann |
| Adresse | Strubergasse 23/H.C.-Artmann-Platz 5020 Salzburg Telefon: (0662) 422 411 |
| Homepage | {{{website}}} |
| info@literaturhaus-salzburg.at | |
Das Literaturhaus Salzburg wurde - als fünftältestes Literaturhaus im deutschen Sprachraum nach Berlin (1986), Hamburg (1989), Frankfurt und Wien (beide 1991) – am 13. Oktober 1991 im denkmalgeschützten Eizenbergerhof eröffnet, dem ältesten Gebäude (erbaut um 1600) im Salzburger Stadtteil Lehen.
Das Haus
1904 war das Haus mit wechselvoller Geschichte von der Stadt Salzburg erworben worden. In den 1980er-Jahren wurde es renoviert und anschließend der Literatur zur Verfügung gestellt (bis zur Auflösung der stadteigenen SPOT Ges.m.b.H. über diese Kulturfirma verwaltet, ab 1994 vom Trägerverein).
Organisation
Fixer Bestandteil des Hauses waren von Beginn an fünf bestehende Literatureinrichtungen: der Verein Salzburger Literaturforum Leselampe (gegründet 1968), die Salzburger Autorengruppe (seit 1981), die Salzburger Zweigstelle der Grazer Autorenversammlung (seit 1987), die Literaturfirma erostepost (seit 1987) und der Verein prolit (1988). Erster Literaturhaus-Leiter war Harald Friedl (1991 - 1993), Musiker und Filmemacher. Seit Sommer 1993 leitet der ehemalige ORF-Literaturredakteur Tomas Friedmann das Literaturhaus Salzburg. Er wurde 1994 auch Geschäftsführer des neu gegründeten Vereins "Salzburger Literaturhaus Eizenbergerhof", der Haus und Liegenschaft von der Stadt Salzburg anmietete.
Die Arbeit des Trägervereins wird jährlich von rund 400 Mitgliedern unterstützt.
Ziele
Der Verein Literaturhaus wurde 1994 mit dem Zweck gegründet, die Gegenwartsliteratur des In- und Auslandes sowie den öffentlichen und interdisziplinären Diskurs über Literatur zu fördern. Diese Ziele realisieren Vereinsvorstand und -mitarbeiter durch Literaturförderung, Autorenförderung, Leseförderung und durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Literatur und Literaturgruppen. Der Verein ist Hauptmieter des Eizenbergerhofs, die fünf genannten Literatureinrichtungen sind Untermieter, die Aktivitäten aller sechs Literaturveranstalter im Literaturhaus (sowie Vermietungen) gestalten das monatliche Programm.
Der Trägerverein besorgt für alle Einrichtungen im Haus Infrastruktur, Werbung, Kartenreservierung etc. und betreibt die hauseigene Bibliothek/Mediathek sowie das Literaturhaus-Café, das seit 2008 nach dem Dichter H.C. Artmann den Namen h.c.café trägt. Auf Vorschlag des Literaturhauses wurde nach Artmanns Tod der Platz vor dem Eizenbergerhof von der Stadt Salzburg als H.C.-Artmann-Platz benannt.
Als Veranstalter organisiert der Verein Literaturhaus Lesungen mit österreichischen und internationalen Schriftstellern, Diskussionen, Hörspiel- und Filmabende, Kinder- und Jugendprogramme mit Theater und Workshops sowie Ausstellungen und seit 1995 die beachtete Reihe "Europa der Muttersprachen" mit jährlich wechselnden Themenländern. Darüber hinaus wird mit lokalen und internationalen Partnern zusammengearbeitet. Jährlich finden im Literaturhaus Salzburg über 200 Veranstaltungen statt.
Über die Frequenz der Radiofabrik wird monatlich die Sendung Radio Literaturhaus ausgestrahlt.
Partner
Das Literaturhaus Salzburg ist Gründungsmitglied von literaturhaus.net, einem Netzwerk 11 großer Literaturhäuser im deutschen Sprachraum. Gemeinsam werden Schwerpunkte gesetzt und seit 2002 jährlich der "Preis der Literaturhäuser" vergeben; Medienpartner ist der französisch-deutsche TV-Kultursender ARTE. Seit 2004 wird regelmäßig mit allen österreichischen Literaturhäusern und Literaturzentren unter dem Titel "mitSprache" ein Schwerpunkt in allen österreichischen Bundesländern gesetzt (z.B. Literatur & Demokratie, Literatur & Identität, Literatur & Medien, Literarische Reportagen auf den Spuren von Joseph Roth). Das Literaturhaus ist auch Mitglied der IG-Kultur Österreich und des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten.
Angst vor Kinderlärm
Ein im Sommer 2012 geplanter Kinderspielplatz neben dem Literaturhaus Salzburg löste Diskussionen aus. Tomas Friedmann, Leiter, fürchtete, dass der Spielplatz, samt Fußball-Rondo, vor allem in den Abendstunden genutzt werden würde. Er forderte im September schriftlich, dass die Stadt garantiert, dass zwischen 19 und 22 Uhr kein Lärm entstehe. Sonst sei ein Spielplatz neben seiner Einrichtung nicht akzeptabel. Andernfalls könnten Veranstaltungen gestört werden. Er möchte keinen falschen Eindruck erwecken, so Friedmann, er freue sich für die Jugendlichen und es gehe nicht gegen sie oder den Spielplatz. Aber Literatur sei etwas Leises.
Aus dem Büro von Bürgermeister-Stv. Harald Preuner(ÖVP) heißt es, dass im Juli 2012 mit Literaturhaus und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gesprochen worden sei. Der Nutzung durch junge Leute sei man offen gegenübergestanden. Das Literaturhaus habe Vorkehrungen gewünscht, damit Jugendliche nicht auf die Brandschutztreppe gelangen, sowie die Vergitterung eines Fensters.
Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) zeigte sich auf SN-Anfrage "ein bisschen überrascht", für ihn ist jedoch klar, dass der Spielplatz kommt.
Karikatur: "Wir können hier nicht lesen!!!"
Der Salzburger Karikaturist Thomas Wizany zeichnete dazu für die Ausgabe der SN am 15. September 2012[1] unter dem Titel Von Lesern und Lausern das Literaturhaus Salzburg. Zwei Schilder neben der Eingangstüre: "Psssst..." und "Bitte um kontemplative Ruhe". Aus einem Fenster ruft eine männliche Person den auf dem Spielplatz herumtollenden Jugendlichen zu: "So geht das nicht!!! Wir können hier nicht lesen!!!", worauf ein Jugendliche zurückruft: "Macht nix, Alter! Wir können auch nicht lesen!". Links und rechts auf der Karikatur dröhnt Lärm aus Musikboxen.
Förderungen
Die Stadt Salzburg fördert das Literaturhaus Salzburg mit über 300.000 Euro jährlich (Stand 2012).
Struktur
Vereinsvorstand
- Vorsitzender: Univ.Prof. Dr. Norbert Christian Wolf
- Stellvertretende Vorsitzende: Christine Haidegger
- Kassier: Klaus Seufer-Wasserthal
- Manfred Koch
- Mag. Dr. Christina Repolust
Geschäftsführer
Mitarbeiter
- PR, Schule und Uni: Peter Fuschlberger
- Organisation und Vermietung: Brigitte Promberger
- Administration und Sekretariat: Uta Romagna
- PR-Org. und Mitglieder: Waltraud Hochradl
- Bibliothek/Mediathek: Sabine Ratzer
Weblinks
Quellen
- Weblinks
- Tomas Friedmann
- "Salzburger Nachrichten", 14. September 2012