Frieden von Campoformio

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Unterschriften und Siegel des Vertrags von Campoformio (Archives nationales)

Der Frieden von Campoformio beendete am 17. Oktober 1797 den ersten Koalitionskrieg zwischen der Französischen Republik und dem römisch-deutschen Kaiser Franz II..

Bezeichnung

Der Name Campoformio bezeichnet keinen Ort, sondern ein Feld (italienisch campo) westlich von Udine in der heutigen Region Friaul-Julisch Venetien in Oberitalien, wo sich auch ein Ort mit dem Namen Campoformido befindet. Der Friedensvertrag wurde aber weder auf dem Campoformio noch in Campoformido unterzeichnet – dort war das Lager des österreichischen Heeres. Vielmehr musste die österreichische Heeresleitung zum Hauptquartier Napoleons fahren: zur Villa Manin, etwa 25 km westlich von Udine (der Villa des letzten Dogen von Venedig). Dort ließ Napoleon die Österreicher bis spät in die Nacht warten, bevor er zur Unterzeichnung erschien.

Der Name "Campo Formio" selbst geht auf einen Schreibfehler aus französischer Feder zurück.

V. Geheimartikel

Im V. Geheimartikel des Friedensvertrags versicherte Napoleon Bonaparte als Oberbefehlshaber der französischen Armee dem römisch-deutschen Kaiser Franz II. die Unterstützung der Französischen Republik für seine Gebietsansprüche auf das Erzstift Salzburg einschließlich Wasserburg am Inn.

Dieses Versprechen wurde 1803 eingelöst, als das Erzstift Salzburg säkularisiert und als Kurfürstentum Salzburg an Erzherzog Ferdinand III. vergeben wurde.

Auswirkungen

Der Vertrag leitete die politische Neuordnung ein, die 1803 zur Auflösung des geistlichen Fürsterzbistums führte.

Aufteilung Europas nach dem Frieden von Basel und Campoformio.

Der Friede von Campoformio stärkte Frankreichs Position in Italien und Süddeutschland so sehr, dass Napoleon später:

Diese Entwicklungen hängen mittelbar mit der Machtverschiebung zusammen, die mit dem Frieden von Campoformio eingeleitet worden waren.

Zusammenfassend war der V. Geheimartikel der Wichtigste: Der V. Geheimartikel des Friedens von Campoformio enthält im Kern folgende Punkte:

  • Frankreich sichert Österreich zu, dessen Ansprüche auf territoriale Entschädigung im Reich zu unterstützen.
  • Diese Entschädigung soll Österreich für den Verlust der Österreichischen Niederlande (an Frankreich) gewährt werden.
  • Als konkretes Entschädigungsgebiet nennt der Artikel das Erzstift Salzburg samt zugehörigen Territorien, darunter Wasserburg am Inn.
  • Napoleon erklärt als Oberbefehlshaber der französischen Armee, dass die Französische Republik diese österreichischen Ansprüche beim bevorstehenden Rastatter Kongress fördern werde.
  • Frankreich verpflichtet sich, auf die Reichsstände entsprechend einzuwirken, damit Salzburg an Österreich fällt.

Aber darüber hinaus war Campoformio:

  • die diplomatische Grundlage für die spätere Säkularisation Salzburgs,
  • ein Schlüsselereignis im Zerfall des Reiches, das Salzburgs politische Zukunft prägte,
  • der Beginn der territorialen Neuordnung, die Salzburg mehrfach den Besitzer wechseln ließ.

Quellen