Café Demel am Mozartplatz
Cafe Demel und St. Michaelskirche

Das Café Demel war ein Caféhaus in Salzburg. Zwar zählt dieses Café nicht zu den Traditionscafés der Stadt, aber aufgrund seiner markanten Lage am Mozartplatz war es als Café Glockenspiel (gegenüber dem Salzburger Glockenspiel) es in aller Welt bekannt geworden.

Geschichte

Vom Pferdestall zur Eisenwarenhandlung

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dieses Gebäude als Pferdestall benutzt. Dann hieß es Erzherzog-Karl-Stöckl, bevor es vom Vater des Dichters Trakl gekauft wurde, der darin den Tobias Trakl Eisenhandel eröffnete.

Das Café Glockenspiel eröffnet

1925 eröffnete der langjährige Oberkellner des Cafés Tomaselli, Franz Woisetschläger, das "Café Glockenspiel". Er betrieb es bis zum Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen 1945. Erst 1955 konnte der neue Pächter Komm.-Rat Heinz Wonnebauer das komplett neu renovierte Café übernehmen und weihte es in der Silvesternacht 1955/1956 ein. Die Einrichtung entsprach dem damaligen Zeitgeist und erst 1979 wurde es bei einer neuerlichen Renovierung im Sinne der Wiener Kaffeehaustradition erneuert.

Aus Glockenspiel wird Demel

2005/2006 wiederum renoviert, wurde es im Frühjahr 2006 vom neuen Wiener Besitzer Attila Dogudan unter dem Namen Demel in abermals neuem Glanz eröffnet, wenn auch ein wenig vom alten Charme des Hauses und vor allem vom Vorplatz verloren ging. Dogudan ist Besitzer des Catering-Unternehmens Do & Co, das auch am Salzburg Airport W. A. Mozart eine Filiale betreibt. Dogudan hatte 2002 das Wiener Traditionscafé Demel von der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien erworben.

Demel schließt

Am 22. März 2012 berichteten die Salzburger Nachrichten, dass Attila Dogudan den Kaffeehaus-Betrieb mit 25. März 2012 einstellt, weil dieser unrentabel sei. Die Räumlichkeiten mietet er auch weiterhin und bietet sie für Events (Veranstaltungen) an. Dogudan gegenüber den SN: "Das Café war nur an den Wochenende und während der Festspiele im Sommer profitabel. Es ist ein schwieriger Platz" und weiter "der Menschenstrom reißt beim Tomaselli ab". Dogudan beklagte auch die hohe Miete, "die ist mit Melange und Strudel schwer zu verdienen". Dem widerspricht die Versicherung Uniqa und meint, die Miete sei angemessen.

Salzburger Leserbriefschreiber widersprachen in Folge der Behauptung Dogudans, es sei ein schwieriger Platz. Vielmehr meinten mehrere Schreiber, es läge an der Führung. So meinte Dipl.-Ing. Axel Wagner, dass es am falschen Konzept liege, wie etwa die ebenerdigen gelegenen Café-Räumlichkeiten weitgehend für den Verkauf von verschiedensten Produkten zu verwenden. Auch meint Wagner in seinem Leserbrief (vom 23. März 2012 in den SN), es sei an der misslungenen Einführungsphase nach der Eröffnung des Demel Salzburgs gelegen, in der man den Eindruck hatte, den Salzburger muss jetzt einmal die Kaffeehauskultur beigebracht werden. Frühere Stammkundenrunden waren anscheinend nicht mehr erwünscht, doch da hat man vergessen, dass nicht das ganze Jahr hindurch Festspiele sind, so Wagner weiter. Ein anderer Leserbriefschreiber meinte, er sei auch nicht in den ersten Stock zu den Tischen gelassen worden, weil er nicht reserviert hatte, obwohl der obere Stock nicht voll war.

Quellen