SC Hakoah Hallein
Der Sport-Club Hakoah Hallein war ein Fußballclub aus Hallein im Tennengau
Geschichte
Der Verein wurde 1950 von jüdischen Heimatlosen aus dem Displaced Persons-Lager Beth Israel in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein angemeldet. Die Mannschaft setzte sich ausschließlich aus Spielern des nahe der Halleiner Papierfabrik, errichteten Flüchtlingslagers zusammen. Im Sommer 1951 wurde der Verein als sogenannter Schutzverein, also ein außerordentliches Mitglied, in den Salzburger Fußballverband aufgenommen.
Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Club bereits vor 1950 bestanden hatte, da schon 1949 ein Spiel in Hallein gegen SC Hakoah Linz stattgefunden hatte.
Trainiert wurde die Mannschaft von Heinrich Schönfeld, einem ehemaligen Erstligakicker von Hakoah Wien. Die Halleiner Hakoah war Mitglied des Salzburger Fußballverbandes und wurde offiziell bei der FIFA registriert. Auch für die Salzburger Fußballmeisterschaft der Saison 1952/53 wurde eine Nennung abgegeben. Die Hakoah wurde daraufhin vom SFV der 1. Klasse A zugeteilt, trat in den ersten Spielen aber nicht an und zog ihre Teilnahme wieder zurück.
Im April 1953 wurde der SC Hakoah Hallein aufgelöste, im Jahr darauf das Lager.
Bis 1954 spielte die Mannschaft in mehreren freundschaftlichen Begegnungen gegen Salzburger Amateurvereine und sogar gegen Zweitligavereine aus der Bundeshauptstadt Wien. Nachdem die sogenannten Displaced Persons nach und nach weiterzogen, um sich, vorwiegend im Ausland, wieder eine Existenz aufzubauen, musste der Verein 1954 wieder aufgelöst werden. Trotz ihres kurzen Bestehens und der Tatsache, dass der Verein nie an einer offiziellen Meisterschaft teilnahm, stellt die Halleiner Hakoah die Besonderheit des einzigen jüdischen Fußballvereins in der Geschichte des Bundeslandes Salzburg dar.
Einige Ergebnisse
- 1951: gewinnen gegen SC Golling 3:0
- 24. August 1952: verlieren gegen USK Golling 1:10
Weitere Spiele fanden gegen die Vereine USK Anif, Großgmain und SC Alpenstraße statt.
Einige Spieler
- Georg Gottsmann (* 1922 in Budapest, Ungarn)
- Josef Elias (* 1912 in Rumänien)
- Adalbert Gernter (* 1924 un Ungarn)
Quellen
- "Salzburger Nachrichten", 12. Oktober 2011