Flusskraftwerk Stegenwald
Das Flusskraftwerk Stegenwald ist ein geplantes Wasserkraftwerk im nördlichen Pongau in der Salzach.
Geschichte
Die Projektbetreiber Salzburg AG und Verbund planen ein Flusskraftwerk im Bereich von Stegenwald zwischen dem Hagengebirge im Westen und dem Tennengebirge im Osten in einer sehr dünn besiedelten Region. Hier verlaufen lediglich die Salzburg-Tiroler-Bahn, die Salzachtal Straße und die Tauernautobahn sowie "Stromautobahnen" wie die Salzburgleitung. Das Kraftwerk soll mit einer Leistung von 14,5 Megawatt und einer Jahreserzeugung von 72 Gigawattstunden 20 000 Haushalte versorgen. Die Salzburg AG rechnet mit 2,5 Jahren Bauzeit und 90 Millionen Euro Gesamtkosten.
Das Landesverwaltungsgericht wies im Sommer 2022 eine Beschwerde der Landesumweltanwaltschaft (LUA) gegen den Bau des Salzachkraftwerks Stegenwald ab. Wenn alles glatt gehe, dann sei Februar 2023 ein realistischer Termin für den Baustart, hieß es seitens der Salzburg AG. Landesumweltanwältin Gishild Schaufler ,hatte stets mit dem Artenschutz argumentiert, es handle sich um den letzten unverbauten Abschnitt der mittleren Salzach. Die Energieversorger verweisen auf den Beitrag zur Selbstversorgung des Landes mit Strom.
Doch die Landesumweltanwaltschaft erhob erneut einen Einspruch und will bis ans Höchstgericht gehen. Als Gegnerin eines Ausbaus der erneuerbaren Energie will sich Schaufler nicht hinstellen lassen. Angesichts der Energiekrise dürfe man aber nicht den Fehler machen, die Biodiversitätskrise auszublenden. "Es geht nicht darum, dass irgendwelche Tiere besonders lieb sind. Sie alle spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem und wir steuern auf einen Kipppunkt zu." Der Ausbaugrad der Wasserkraft sei in Österreich mit rund 5 200 Anlagen extrem hoch. "Die meisten der übrig gebliebenen Bereiche sind ökologisch enorm wertvoll." Der vom Kraftwerk Stegenwald beanspruchte Bereich sei die letzte freie Fließstrecke der mittleren Salzach. Der gewässertypische Fischbestand könne sich nur noch in diesem Teilbereich zwischen den bestehenden Stauketten wieder etablieren. Neben den Fischen seien auch zahlreiche weitere Lebewesen betroffen, etwa die Wasseramsel oder die Gebirgsstelze, die dynamisches Fließgewässer für Brut und Nahrungssuche bräuchten, oder der Flussuferläufer, der auf Kiesbänke angewiesen sei. Hilfsmittel wie Fischtreppen würden nur bedingt wirken, sagt die Landesumweltanwältin.
In der Gemeinde Werfen gebe es breite Zustimmung für ein Kraftwerk, sagt Bgm. Hubert Stock (ÖVP).
Weblink
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 5. Februar 2009 "Drei wichtige Gründe für den Bau des Kraftwerkes Stegenwald"