Josef Schramm (Universitätsprofessor)
Em. Ao. Univ.-Prof. Dr. 'Josef Schramm (* 14. Oktober 1919 in Kuhlau)ref> Batschka, heute Serbien; † 18. März 2001 in Innsbruck) war ein österreichischer Geograf und emeritierter Professor der Universität Salzburg bzw. der Universität Dakar.
Leben
Josef Schramm besuchte das Jesuitengymnasium im bosnischen Travik und wurde anschließen Volksschullehrer, bevor er während des Balkanfeldzuges zur Deutschen Wehrmacht kam. Er promovierte [[1949][ an der Universität Innsbruck mit der Dissertation "Kulturlandschaftsgestaltung der Batschka" zum Doktor der Philosophie.
Von 1949 bis 1957 war er Lehrer in Jaunde und Duda (Kamerun). In Duda fungierte er als Direktor des "Institute d'Afrique Noire" [1]
Von 1958 bis 1960 war er als Universitätsassistent an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Marburg an der Lahn. 1967 wurde er Lehrbeauftragter am Geographischen Institut in Salzburg. Seine erste Vorlesung trug den Titel "Afrika und sein Entwicklungsproblem" [2]
1968 erfolgte seine Habilitation für Geographie unter besonderer Berücksichtigung der ethnogeographischen Methoden.
Er wurde auf Wunsch des Staatspräsidenten von Senegal von der Bundesregierung an die Universität Dakar entsandt, wo er zum O. Univ.-Prof ernannt wurde und von 1973 bis 1975 die Abteilung für Landeskunde der des Departements für Landeskunde der germanophonen Länder leitete [3] Als er 1975 nach Österreich zurückkehrte, beantragte er die Ernennung zum Außerordentlichen Universitätsprofessor, was am 9. April 1975 erfolgte und 1976 zur Gründung der Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer am Geographischen Institut .[4]
Josef Schramm gelang es, mit der Entwicklungsländerforschung eine dritte Säule am Institut zu errichten, durch das die beiden bestehenden Säulen Physiogeographie und Humangeographie beom Tragen des gemeinsamen Daches unterstützt wurden. Dies geschah weiterhin mit Vorlesungen zu Entwicklungsländern und Großexkursionen.
Schramm wurde im Jahr 1994 in den Ruhestand versetzt und starb im Jahr 2001 in Innsbruck. Die Bedeutung von Josef Schramm liegt im Umstand, dass er die Entwicklungsländerforschung an der Universität Salzburg etabliert hat, die nach seiner Pensionierung von Heubergers Nachfolger Christoph Stadel fortgesetzt wurde [5].
Tätigkeitsgebiete
1968: Erstes Heft der „Salzburger Exkursionsberichte“ (heute: „Salzburger Geographische Materialien“) über die Tunesienexkursion (Schramm 1968).
1969: Erster Band der „Salzburger Geographische Arbeiten“ mit einem Buch über die Westsahara (Schramm 1969).
Werke
(Auswahl)
- Monographien:
- 1969: Die Westsahara. Geographische Betrachtung einer mehrrassischen Gesellschaftsordnung der westsaharischen Viehzüchter in der Berührung mit der modernen Industriegesellschaft. Freilassing: Pannonia-Verlag, 172 S.
- Herausgeberschaft:
- Schramm, Josef, Hrsg. (1968): Geographische Beobachtungen in Tunesien. Salzburg: ( = Exkursionsberichte aus dem Geographischen Institut der Universität Salzburg)
.
Quelle
- Fasching, Gerhard (2013): Länderkunde und Entwicklungsländer. Der Beginn außereuropäischer Lehre und Forschung in der Geographie an der Universität Salzburg. - In: Borsdorf, Axel, Hrsg.: Forschen im Gebirge. Christoph Stadel zum 75. Geburtstag. Christoph Stadel-Festschrift. Innsbruck: IGF-Forschungsberichte, Bd. 5, S. 72-189
- Riedl, Helmut (2021): Die Entwicklung der Geographie in Wissenschaft und Lehre seit der Wiederbegründung der Paris-Lodron-Universität Salzburg bis zur Jahrhundertwende. Wiener Neustadt: Selbstverlag H. Riedl, 204 S.