Glockengießerei Oberascher

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Die Glockengießerei Oberascher besteht seit 1618 in Salzburg.

1618 als fürsterzbischöfliche Hof- und bürgerliche Stuk- und Glockengießerei in Salzburg gegründet, war die Firma Oberascher von 1670 bis 2003 in Familenbesitz.

Auf der Rückseite des Bruderhauses (Bruderhof) arbeitete im 19. Jahrhundert bis 1919 die Glockengießerei, die zuvor seit 1724 nächstgelegen in der Glockengasse ihre Betriebsstätte besaß.

Als Kasern als Stadtteil von Salzburg im 20. Jahrhundert entstand, war die Glockengießerei einer der ersten Gewerbebetriebe, die sich 1919 ansiedelte. Sie musste vom Bruderhof wegen der mit dem Betrieb verbundenen Brandgefahr weichen. Zur eigenen Sicherheit legte der Betrieb in Kasern einen großen Feuerlöschteich an, der als Tümpel in Kasern erhalten ist.

1961 wurde bei Oberascher das größte Geläut in Österreich und im süddeutschen Raum für den Salzburger Dom mit insgesamt 33.000 kg gegossen - ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Am 24. September 1961 läuteten die Glocken zum ersten Mal - ihre Gewichte: 14.256 kg, 8.263 kg, 2.517 kg, 10.025 kg und 715 kg.

Im Jahre 2002 war der Guß der 3,11 m großen Friedensglocke "Concordia 2000", der zweitgrößten je in Österreich gegossenen Glocke, die zu den 10 größten freischwingenden Glocken der Welt zählt. Sie ruft auf dem Kronplatz in Südtirol in 2.280 m Seehöhe jeden Sonntag zum Frieden. Sie ist mit ihrem Gewicht von 18,2 Tonnen die größte Glocke Italiens.

Im Jahre 2004 wurde die Firma Oberascher mit neuen Eigentümern als Manufaktur neu gegründet. Heute werden überwiegend gewerbliche und industrielle Kleinserien, anspruchsvoller Kunstguß sowie individuelle Einzelstücke und Sonderanfertigungen gegossen.

Die alten Firmenteile wurden in ein Veranstaltungszentrum Gusswerk umgestaltet und dienen vor allem Festen und Firmenpräsentationen als interessanter Rahmen (z. B. präsentierte General Motors im August und September 2006 vor 5.400 Händlern aus aller Welt ihren neuen Opel Corsa).

Quellen

  • Salzburgs Synchronik, Josef Brettenthaler, Verlag Alfred Winter, Salzburg, 2002, ISBN 3-85380-055-6