Linde in Faistenau
Die Linde in Faistenau ist das Wahrzeichen der Flachgauer Gemeinde Faistenau und wächst auf dem Dorfplatz. Die sog. Tausendjährige Linde steht als Naturdenkmal unter Schutz.
Geschichte
Sie soll eintausend Jahre alt sein. Ihr Stammumfang beträgt 9,10 Meter.
Beschreibung der Linde 1863
In einem Artikel im Salzburger Kirchenblatt wird auch die Linde beschrieben, die den Jesuiten anlässlich der Volksmission zwischen 25. Oktober und 2. November 1863 bei Predigten als Kanzel diente: "[…] Ein Gegenstand allgemeiner Bewunderung war die große Linde auf dem Platze vor der Kirche – sie mißt 4½ Umgriff oder 27 Fuß –, an der die Kanzel angebracht war; mit sehr geringer Mühe wurde ein ganz bequemer Aufgang von 9 Stufen durch die sehr schön verwachsene Höhlung der Linde hergestellt, so daß der Prediger aus dem Innern des Baumes auf die Kanzel heraustrat. – Die 9tägige Gnadenzeit war vom herrlichsten Wetter begünstigt, so daß aus den 26 Predigten 19 im Freien gehalten werden konnten. […]".[1]
Primiz 1900
Der am 15. Juli 1900 zum Priester geweihte Karl Kronlachner aus Salzburg (* 1877; † 1951) feierte seine Primiz unter der Faistenauer Dorflinde. In der Zeitschrift Das interessante Blatt erschien dazu unter dem Titel: Die Primizfeier unter einer 800jährigen Linde in Faistenau bei Salzburg ein Artikel mit einem Photo des feierlichen Gottesdienstes unter der Linde.[2]
Gedicht
Pfarrer Friedrich Pesendorfer hat ein Gedicht über die Linde verfasst, das 1912 im Linzer Volksblatt veröffentlicht wurde.[3]
- Die Linde von Faistenau.
- Ich bin des Dorfes Linde,
- Die Linde von Faistenau,
- Mein Stamm mit morscher Rinde
- Ragt hoch in des Himmels Blau.
- Viel hundert Jahre steh’ ich,
- Ein uralter Lindenbaum,
- Und die Geschlechter seh’ ich,
- Sie kommen und geh’n wie im Traum.
- Und kommt vorbei an der Linde
- Ein Täufling ins Gotteshaus,
- So sprech’ ich über dem Kinde
- Auch meinen Segen aus.
- Naht sich zur Hochzeitsfeier
- Die Braut im Myrtenkranz,
- So tanzt sie mit ihrem Freier
- Um mich den Hochzeitstanz.
- Dem zarten Menschenkindlein,
- Dem Mann in Strum und Streit,
- Dem Greis im letzten Stündlein
- Geb’ ich mein treu’ Geleit’.
- Und senkt an der Friedhofsmauer
- Ein Herz man zur letzten Ruh’,
- So deck’ ich in stiller Trauer
- Das Grab mit Blüten zu.
- Auch schlagen wird meine Stunde,
- Dann bricht mein morscher Bau,
- Und die Sage bringt noch die Kunde
- Von der Linde von Faistenau.
Bilder
Linde in Faistenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons