Hans Werner von Raitenau

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Das Hochgrab des Johann Werner von Raitenau in der Peterskirche

Das Hochgrab des Johann Werner von Raitenau ist ein Grabmal in der Rehlingen-Kapelle der Salzburger Peterskirche.

Hintergrund

Johann Werner von Raitenau (*1525-1530, † 4. April 1593 Samobor, Kroatien) war kaiserlicher Obrist. Er starb im Felde im Kampf gegen die Türken.

Sein Sohn, Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, ließ den Leichnam in der Salzburger Peterskirche bestatten.

Das Grab lag ursprünglich vor dem Kreuzaltar im Mittelschiff der Kirche, wobei die Grabplatte mit dem Hochrelief bereits vorhanden war. Erst später ließ Wolf Dietrich den Marmorsarkophag anfertigen und die Grabplatte daraufversetzen.

Erzbischof Paris Graf von Lodron ließ das Grabmal in das nördliche Seitenschiff übertragen, seit 1903 befindet es sich in der Rehlingenkapelle.

Es ist ein Kenotaph, birgt also keine menschlichen Überreste.

Beschreibung

Der Sarkophag ist aus rotem, weiß gesprenkeltem Marmor gefertigt.

Die Deckplatte zeigt im Hochrelief einen Ritter in voller Rüstung auf einem ausgebreiteten Bahrtuch, den Kopf auf einem Kissen. Gleichwohl wird die Figur stehend aufgefasst. Die linke Hand ruht auf der Brust, in der rechten hält sie einen Kommandostab. Zu Füßen des Dargestellten befinden sich Helm und Schild.

Die Deckplatte hat eine Umschrift, in später gotischer Minuskel mit Frakturversalien ausgeführt, mit dem Wortlaut:

Hie ligt begraben der Edl und gestreng Herr Herr / Johan Werner von Raithnaw zu Langenstein Ritter und Landsknecht oberster / Welcher da er starb in Crabaten wider den Erb/feindt. Als man zalt 1593 iar.

Urheberschaft und Würdigung

Das Grab ist das einzige Hochgrab in St. Peter und das bedeutendste Denkmal dieser Art in Salzburg.

Es wird Veit Eschay, dem damaligen Hofbildhauer Wolf Dietrichs, zugeschrieben. Der Sarkophag wurde möglicherweise von Eschays Nachfolger Matthäus Murmann gearbeitet.

Literatur

  • Michael Walz, Karl von Frei, Die Grabdenkmäler von St. Peter und Nonnberg zu Salzburg, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK), 18.., Nr. 219.
  • Hans Tietze, Österreichische Kunsttopographie 12 (Wien 1913), S. 31.
  • Franz Martin, Beiträge zur Geschichte Erzbischof Wolf Dietrichs von Raitenau, in: MGSLK 51, 1911, S. 209-336.
  • Franz Wagner, Zur Tätigkeit Veit Eschays als Hofbildhauer des Salzburger Erzbischofs Wolf Dietrich, in: Alte und moderne Kunst 23 (1978), S. 11ff.
  • Friederike Zaisberger, in: Salzburger Museumsblätter 41 (1980), S. 26.

Quellen

  • Sankt Peter in Salzburg. Das älteste Kloster im deutschen Sprachraum. Schätze europäischer Kunst und Kultur. Katalog der 3. Landesausstellung vom 15. Mai bis 26. Oktober 1982. Unter Mitarbeit von Valentin Kunnert. Redigiert von Heinz Dopsch und Roswitha Juffinger. Sonderschau des Dommuseums zu Salzburg. Amt der Salzburger Landesregierung, Kulturabteilung (Salzburg 1982), S. 243, Objekt-Nr.30.
  • DEHIO Salzburg. Die Kunstdenkmäler Österreichs. SALZBURG Stadt und Land. Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1986. ISBN 3-7031-0599-2. S. 539.