Gefecht bei Hallein 1809

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Am 3. Oktober 1809 kam es bei Hallein zum Gefecht zwischen den verbündeten Franzosen und Bayern mit den Aufständischen/Widerstandskämpfern aus Tirol und Salzburg.

Geschichte

Am 7. April 1809 hatte Napoleon neuerlich den Krieg erklärt und so rückten schon im Mai französische Truppen, sowie Truppen der mit Frankreich verbündeten Bayern, gegen Österreich und das ehemalige Fürsterzbistum Salzburg vor. Gemeinsam besetzen sie die Stadt Salzburg und das Land Außergebirg.

Die Volkserhebung in Tirol, der Bauern und Tiroler Schützen unter Führung von Andreas Hofer, Josef Speckbacher und Joachim Haspinger, führte auch zu einer Mobilisierung der Salzburger Schützen. Gemeinsam lieferten sie den ins Land Innergebirg vordringenden Feinden erbitterte Gefechte bei Lofer, Unken und Mellek.

Am 25. September 1809 unternahmen die Salzburger Schützen unter Führung von Joseph Struber und die Tiroler Schützen unter Hauptmann Joachim Haspinger einen Angriff auf den von den französisch besetzten Pass Lueg und konnten den Kampf für sich entscheiden. Gleichzeitig besetzten die Tiroler Schützen auch Berchtesgaden. Danach drangen sie bis nach Hallein und Oberalm vor.

Gegen dieses Zentrum der Aufständischen oder des Widerstandes in Hallein und Oberalm richtete sich am 3. Oktober 1809 der Gegenangriff der Franzosen (unter Marschall François-Joseph Lefevre) und der Bayern (unter General Karl von Stengel) von ihren Stellungen und Lagern in Grödig-St. Leonhard, Niederalm und Elsbethen-Glasenbach aus.

Das Gefecht bei Hallein am 3. Oktober 1809

Ausgangslage

Marschall Lefevre befehligte etwa 10 000 Mann (8 000 Franzosen und 2 000 Bayern)

  • bei Reichenhall, fünf Bataillone und eine Escadron
  • bei St. Leonhard und Niederalm, zwei Bataillone und vier Escadronen
  • bei Elsbethen, zwei Bataillone und eine Escadron
  • bei Salzburg, vier Bataillone und fünf Escadronen

Joachim Haspinger befehligte in Hallein etwa 800 Tiroler Schützen und vier Geschütze.

Überraschungsangriff und Schuss aus der Kanone

Die Bayern unternahmen unter General Stengel von Niederalm aus an der linken Salzachseite einen Scheinangriff und rückten über Kaltenhausen bis nach Hallein vor. Die Stuckkugeln und Äxte der Bayern sprengten die Tore.

Die Franzosen rückten von Elsbethen aus an der rechten Salzachseite mit vier Bataillonen und drei Escadronen gegen Oberalm unter dem Schutz von dichtem Nebel vor. Sie konnten die Aufständischen / Widerstandskämpfer in Oberalm rasch überwältigen und rückten weiter gegen Hallein vor.

Am Punct Oberalbe nahe der Stadtbrücke (Hallein) befand sich eine Stellung mit einer eisernen Kanone. Die überraschten Aufständischen/Widerstandskämpfer konnten nur einen Schuss abfeuern. Nach kurzem Widerstande zerstäubten sie sich unter Zurücklassung ihrer Kanone ins Gebirge. Die Insurgenten, welche sich nicht zu Berg (Dürnberg) und Wald (Tauglwald) retten konnten, fanden den Tod.

Verluste

Die Franzosen hatten bei diesem Angriff nur einen Toten, die Baiern nur 13 Tote und 16 Vermisste, die Tiroler Schützen hingegen hatten 50 Tote und 40 Gefangene, sowie den Verlust von 6 Stuck[1] Artillerie zu verzeichnen.

Quellen

  • Eduard von Völderndorff und Waradein, Kriegsgeschichte von Baiern, Zeitraum vom Jahre 1808 bis zum Ende des Jahres 1809, Seite 350 ff Online-Link
  • Edmund Höfler, Der Feldzug vom Jahre 1809 in Deutschland und Tyrol, Seite 254 ff, Online-Link
  • Ernst Siegfried Mittler (Hrsg.), Geschichte der Kriege in Europa seit 1792, Achter Teil, 1837, Feldzüge des Jahres 1809, Seite 227 ff, Online-Link
  • Wilhelm Schreiber, Geschichte Bayerns in Verbindung mit der Deutschen Geschichte, Regierung Andreas Hofers und die Kriegsführung des Paters Haspinger, Seite 351 ff Online-Link
  • www.prangerschuetzen-oberalm.at

Einzelnachweise

  1. ein Falconett wird auch "das Stuck" genannt