Zwergelgarten

Aus SALZBURGWIKI
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Datei:Zwergerlgarten 02.jpg
einer der skurrilen Figuren

Der Zwergelgarten war ein Teilbereich im Mirabellgarten in der Neustadt von Salzburg.

Geschichte

Der historische Zwergelgarten südlich der Wasserbastei ist ein Teil jener Gartenanlage, die Johann Ernst Graf Thun unter Leitung von Fischer von Erlach ausgestalten ließ. Er wurde in der barocken Formgebung Ende des 18. Jahrhunderts zerstört, die Zwerge des Gartens wurden 1811 entfernt. Der Garten ist der älteste Zwergengarten Europas. Ursprünglich waren es 28 aus Untersberger Marmor gehauene Steinstatuen, die den historischen Zwergelgarten bevölkerten. Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von Ottavio Mosto und Bernhard Michael Mandl geschaffen, in dem auch Sebastian Stumpfegger und Hans Schwäbl mitarbeiteten. Auf fast allen europäischen Fürstenhöfen wurden in der Barockzeit aber bedauernswerte, verwachsene Menschen zur Belustigung gehalten, die jedoch - ob ihrer Treue und Loyalität - dabei hoch geschätzt wurden.

In der Zeit der Aufklärung gerieten die Marmorfiguren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem schöngeistige bayrische Kronprinz Ludwig I. von Bayern missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg die hier aufgestellten Marmorzwerge. Er wollte sie angeblich als Kalkrohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Der Geschäftssinn siegte aber und die Figuren wurden im Jahr 1811 um zwei Gulden das Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.

Die Zwerge gerieten danach für mehr als hundert Jahre in Vergessenheit. Bereits am 20. Oktober 1919 fasste der Salzburger Gemeinderat den Beschluss den einzigartigen Garten wieder zu errichten. Im Jahre 1921 erinnerte sich der Salzburger Verschönerungsverein, der heutige Stadtverein wieder an dieses wichtige Stück Salzburger Kulturgeschichte. Auf Antrag des Vereines stellte die Stadt Salzburg die neun damals noch im Besitz der Stadt befindlichen Zwerge an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten auf. Wegen der zahlreich dort spielenden Kinder musste zum Schutz der Skulpturen aber bald ein Platz in der Nähe dieses alten Gartens gefunden werden. Damals suchte vor allem der Verschönerungsverein mit Nachdruck Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im Hausruck und im Pongau. Heute findet man die 15 der ursprünglich 28 Zwerge wieder liebevoll restauriert weiterhin im Basteigarten, darunter der "Zwerg mit dem Spaten" oder der "Zwerg mit der Rettichtasche". Zwei Figuren kann man am Gebäude des ehemaligen Café Corsos beim Mozartsteg sehen (Stand 2009). Vielleicht gelingt es bis zum 100-Jahr-Jubiläum des Beschusses von 1919 den wichtigen Teil des Barockgartens Fischer von Erlachs wieder zu herzustellen.

Weitere Zwergerl

Weblinks

Quellen

  • Bauer Günther G.: Salzburger Barockzwerge, Verlag Galerie Welz, Salzburg, 1989
  • Gimmelsberger Erwin: Salzburger Zwerge, Schriftenreihe Kulturgut der Heimat des Salzburger Stadtvereines Nr. 4, Salzburg, 1972
  • Hauptartikel Mirabellgarten im Salzburgwiki
  • Internetseiten