Kapellhausstöckl
Das Kapellhausstöckl ist ein nicht mehr bestehendes Gebäude nächst der Edmundsburg auf dem Mönchsberg (Altstadt von Salzburg).
Lage
Die Lage des Stöckls ist im Österreichischer Städteatlas[1] unrichtig dargestellt. Das Stöckl befand sich nicht im Raum Toscaninihof, sondern oberhalb des Toskaninihofes im Raum des heutigen Gebäudes der Freunde der Salzburger Festspiele, Mönchsberg 1.
Geschichte
Vor der Edmundsburg, auf der Peterswachtbastei nächst der Mauer der Peterswachtbastei und über dem alten nicht erhaltenen St. Peter-Stadl (heute steht hier das Benediktinerkolleg), stand lange das Kapellhausstöckl.
Seit alter Zeit führte ein Fahrweg auf diese Anhöhe am Mönchsberg. Seit 1652 wurde hier früher aus Holz eine Stiege erbaut. Nach Erbauung der dritten Stadtbefestigung hatte Fürsterzbischof Paris Lodron auf die Peterswachtbastei eine Stiege erbauen lassen. Sie war mit einem Schindeldach bedeckt und am Anfang in der Nacht durch ein Gittertor versperrt. An der linken Seite der Stiege stand ein Torwächterhäuschen.
Auf dieser Bastei stand ein sehr kleines "villenartiges" d.h. schmuckes Gebäude mit einem ebenerdigen Vor- und einem einstöckigen hinteren Anbau. Das Häuschen stand inmitten eines kleinen Gartens. Nebenan befand sich ein in den Mönchsbergfels führender großer Keller, dessen Bestimmung nicht genau bekannt ist. An der Vorderseite dieses Häuschens dicht am Ausgang der Stiege ist bis heute eine kleine Steintafel mit Inschrift angebracht, welche bekundet, dass 1733 Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian dieses Gebäude als Erholungsheim für die Kapellhausknaben gebaut habe. Von da an nannte man es allgemein das "Kapellhausstöckl". Der dortige Garten mit seinen Obstbäumen diente schon vor Firmian, nämlich schon vor 1720 bis 1803 als Erholungsort für die Kapellknaben. Hier wurde auch das früher sehr beliebte "Kegelschieben" als Freizeitspaß betrieben.
1803 erwarb das Kapellhausstöckl der Zimmermeister Simon Ragginger. Nach 1850 wurde es etliche Jahre als Gastwirtschaft genutzt. Als solche machte es im Jahre 1854 einen Besitzwechsel durch und wurde um 1.660 Gulden 40 Kronen von Anton Folzwinkler erworben. Im nächsten Jahr wurde es wegen verschiedener Unzukömmlichkeiten behördlich gesperrt. 1880 richtete dort als Mieter der Fotograf Anton Czurda sein Atelier ein. 1888 erwarb das Häuschen Professor Josef Schuhmeister, ein früher bekannter Schulmann im Haus (bis zu ihrem Tod gemeinsam mit Ehefrau Valerie). Nach dessen Tod im Jahr 1911/12 wechselte es erneut oft den Besitzer.
Weblinks
- Lage auf openstreetmap
Quellen
- Dr. Reinhard Medicus
- Josef Eder: Das Kappellenhausstöckl (richtig aber Kapellhausstöckl) ANNO, Salzburger Volksblatt, 30. März 1925, Seite 3
Einzelnachweise
- ↑ ursprüngliche (mittlerweile umstrittene) Quelle