Lange Galerie St. Peter
Der Lange Gang ist Teil des Salzburger Museumsleitplanes und befindet sich im Besitz des Erzstifts St. Peter auf der Seite zum Domplatz in der Salzburger Altstadt.
Geschichte
Der Lange Gang war das Ergebnis eines "Erpressungsversuches" oder "einer der vielen Versuche, das Erzstift aus der Stadt hinauszudrängen" des Salzburger Erzbischofs Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, wie Pater Korbinian vom Erzstift in einem Interview vom 22. September 2009 den Salzburger Nachrichten erzählte.
Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des Erzbistums. Damals wurde das Erzstift an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter Felssturz-gefährdete Abhänge des Mönchsberges. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des Erzstifts, bei öffentlichen Prozessionen vor den Domherren gehen zu dürfen.
Erzbischof Guidobald also, plante vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Abt Amand Pachler, der zur Zeit Guidobalds Vorstand im Kloster war, konnte dies durch drei Zugeständnisse verhindern: Er ließ sich einen schmalen Streifen an der Südseite des heutigen Domplatzes, eben etwa jenen, den heute der Lange Gang ausmacht, vom Erzbischof schenken und musste sich zweitens verpflichten, auf Stiftskosten dort eine Fassade zu errichten, die gleich jener am Domplatz von der Alten Residenz war. Der letzte Punkt der Zugeständnisse betraf das Vorgehrecht bei öffentlichen Prozessionen, auf das nun das Stift verzichtete.
So wurde die neue Fassade hochgezogen, in der einige neue Zellen unterbracht wurden und das Refektorium vergrößert werden konnte. Der dabei ebenfalls entstandene Lange Gang blieb aber im Eigentum der Fürsterzbischöfe. Beide betrachteten den Langen Gang als jeweils Zone des anderen: die Erzbischöfe nannten ihn Galerie gegen St. Peter", das Erzstift "Galerie bey Hof". Erst 1803 schenkte Kurfürst Ferdinand III. den Mönchen auch diesen letzten Teil in ihrem eigenen Gebäude. Dann brachten die Mönche darin ihre Mineraliensammlung unter.
Jetzt, 200 Jahre nach dieser Schenkung, kehrte wieder eine Gemäldesammlung in diesen Langen Gang' zurück. Hingen zu Zeiten der Erzbischöfe darin etwa 70 Gemälde, so sind es heute nur 17.
Der Lange Gang bildet zusammen mit der Residenzgalerie, den Dombögen, dem Wallistrakt] und der Franziskanerkirche einen Museumsrundgang, der in gesamter Länge dem Publikum ab 2012 zur Verfügung stehen wird.
Das Erzstift hatte ihn 2009 um € 300.000.-- renoviert und für den Museumsrundgang adaptiert.
Quelle
- Salzburger Nachrichten, 22. September 2009