Karl Mauracher (Orgelbauer): Unterschied zwischen den Versionen

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|Der Plan, auf der Westempore eine Orgel nach dem Entwurf Karl Maurachers zu errichten, die 800 [[Gulden|fl.]] gekostet hätte, wurde nicht umgesetzt. Sie hätte folgende Stimmen erhalten sollen, Manual: Principal&nbsp;8', Gamba&nbsp;8', Koppel&nbsp;8', Flöte&nbsp;4', Octav&nbsp;4', Quint&nbsp;3′, Superoctav&nbsp;2', Mixtur&nbsp;2' (vierfach), Cymbel&nbsp;1' (zweifach). Pedal: Subbass&nbsp;16', Octavbass&nbsp;8', Posaune&nbsp;8'.<ref>Roman Matthias Schmeißner: ''Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg''. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 180–182.</ref> Der für dieses Instrument erhaltene Aufriss hat große Ähnlichkeit mit dem in Oberndorf, s.o.
 
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Version vom 26. August 2014, 14:11 Uhr

Karl Mauracher (* 24. Oktober 1789 in Kapfing, Tirol; &#134; 24. Mai 1844 ebenda, war ein Tiroler Orgelbauer aus der berühmten Orgelbauerfamilie Mauracher, der in der Rezeptionsgeschichte des Liedes „Stille Nacht, Heilige Nacht“ eine Rolle spielt.

Leben

Karl Mauracher, Sohn des Andreas Mauracher, baute etwa 50 Orgeln, außerdem Pianofortes.

Nach einer in mehreren Varianten überlieferten Tradition soll er das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ aus dem Salzburgischen in das heimatliche Zillertal gebracht haben, von wo aus es durch Volkssänger weiterverbreitet wurde und seinen Weg in die gesamte Welt fand.

Mauracher war zumindest 1821 bei Franz Xaver Gruber mit der Reparatur der Orgel der Arnsdorfer Wallfahrtskirche Wallfahrtskirche Maria im Mösl beschäftigt. Für den Neubau der Oberndorfer Kirchenorgel, den er im Jahr 1825 ausführte, hatte er schon im Jänner 1824 den Kostenvoranschlag erstellt. Franz Xaver Gruber schrieb selbst in seiner „Authentischen Veranlassung“, das Lied sei von einem „bekannten Zillertaler“ nach Tirol gebracht worden. Maurachers für 1821 und danach belegte Zusammenarbeit mit Gruber erklärt allerdings nicht, warum sich das Lied im Kirchenliederbuch des Tiroler Organisten Blasius Wimmer schon mit der Datierung „22. Juli 1819“ fand.[1]

Seine Söhne Johann Nepomuk Carl und Ludwig trat in seine Fußstapfen.

Werke

In Salzburg baute Karl Mauracher folgende Orgeln (Manuale/Register:)

Werkliste (Auswahl)

Die Liste führt einige seiner nachgewiesenen Neubauten auf. Die Größe der Instrumente wird in der fünften Spalte durch die Anzahl der Manuale und die Anzahl der klingenden Register in der sechsten Spalte angezeigt. Ein großes „P“ steht für ein selbstständiges Pedal.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1825 Oberndorf Kirche St. Nikolaus Karl Mauracher Orgel Oberndorf 1824 001.jpg I/P 12 Sie ist die erste Orgel mit chromatischer Klaviatur im Land - damals Herzogtum - Salzburg[2] und hatte folgende Stimmen, Manual: Principal 8', Viola 8', Copel 8', Gamba 8', Octav 4', Flauto ottavo 4', Flauto duodez 22/3′, Superoctav 2', Mixtur 1½' (fünffach). Pedal: Subbaß 16', Octavbaß 8', Posaune 8'.[3] Conrad Franz Xaver Gruber war 1816–1829 Organist in Oberndorf und spielte ab 1825 auf diesem Instrument.
1828 Salzburg St.-Sebastians-Kirche Karl-Mauracher-Orgel St. Sebastian Salzburg 004.JPG I/P 12 Sie ist die erste Orgel in der Stadt Salzburg, die mit einer chromatischen Klaviatur ausgestattet wurde.[4] Vergl. oben.
1832 Saalfelden Pfarrkirche Karl Mauracher Saalfelden.JPG Entwurf zugeschrieben 1811 hatte ein Brand 108 Häuser und auch die Pfarrkirche vernichtet. Beim folgenden Wiederaufbau bekam er 1831/32 den Auftrag, eine neue Orgel anzufertigen, sein Entwurf orientiert sich am „nachbarocken Stil“, in dem insgesamt die Ausstattung der Kirche erfolgte, den passenden figuralen Schmuck lieferte 1836 Johann Haid aus St. Johann.[5] Als der Dechant die Kirche 1858–1861 aufwändig romanisieren ließ,[6] verschenkte er das Orgelgehäuse an die Wallfahrtskirche am Dürrnberg, die übrigen Teile verwendete sein Sohn J.N.C. Mauracher für den Neubau der Orgel im romanischen Stil. Das „nachbarocke Gehäuse“ ist in der Dürrnberger Kirche erhalten.
1835 Maria Alm Pfarr- und Wallfahrtskirche Karl Mauracher, original.jpg I/P 12 Der Plan, auf der Westempore eine Orgel nach dem Entwurf Karl Maurachers zu errichten, die 800 fl. gekostet hätte, wurde nicht umgesetzt. Sie hätte folgende Stimmen erhalten sollen, Manual: Principal 8', Gamba 8', Koppel 8', Flöte 4', Octav 4', Quint 3′, Superoctav 2', Mixtur 2' (vierfach), Cymbel 1' (zweifach). Pedal: Subbass 16', Octavbass 8', Posaune 8'.[7] Der für dieses Instrument erhaltene Aufriss hat große Ähnlichkeit mit dem in Oberndorf, s.o.
1839 Hallein Bürgerspitalskirche zum hl. Kreuz (14. September)
Hallein Bürgerspietalskirche 003.jpg I/P Franz Gruber schrieb, dass die Orgel durch Wohltäter, zu denen auch Erzbischof Schwarzenberg gehört hatte, errichtet wurde, damit die Schüler während der Schulmesse den Kirchengesang üben könnten.[8]

Literatur

  • Alfred Reichling, Tiroler Orgelbauer der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum 78, 1998, S. 229-250; hier: S. 235.
  • siehe auch den Artikel Mauracher

Quellen, Fußnoten

  1. Salzburger Nachrichten vom 19. Dezember 2009, Beilage „Wochenende“, S. 2.
  2. Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 266.
  3. Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 170.
  4. Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 266.
  5. Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 29.
  6. Die Kosten dieser Maßnahmen beliefen sich auf 78.755 Gulden. Österreichische Kunsttopographie 25, hg. vom kunsthistorischen Institute des Bundesdenkmalamtes, redigiert von Karl Ginhart: Die Denkmale des politischen Bezirkes Zell am See, verlegt bei Rudolf M. Rohrer in Baden bei Wien 1933, S. 146f.
  7. Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg. Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 180–182.
  8. Franz Gruber: Chronologisch-statistische Beschreibung der Stadt Hallein und ihrer Umgebung. Ein Beitrag zur Heimatkunde, Salzburg: Verlag von M. Glonner (Duyle’sche Buchhandlung am Mozartplatz) 1870, S. 59.