Chris­tian Walderdorff: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Die Seite wurde neu angelegt)
 
K
Zeile 3: Zeile 3:
 
== Leben ==
 
== Leben ==
 
        
 
        
Der Sohn aus einem rheinlän­dischen   Adelsgeschlecht wurde am 28. Mai 1941 in der Stadt Salzburg geboren. Nach dem   Gymnasium stu­dierte er Philosophie und Recht in Wien. Den Groß­teil seines   Lebens ver­brachte der Junggeselle in London - teils als Gutach­ter für  Stadtplanung.  
+
Der Sohn aus einem [[Deutschland|rheinlän­dischen]] Adelsgeschlecht wurde am 28. Mai 1941 in der Stadt Salzburg geboren. Nach dem Gymnasium stu­dierte er Philosophie und Recht in Wien. Den Groß­teil seines Lebens ver­brachte der Junggeselle in London teils als Gutach­ter für  Stadtplanung.
  
 
== Vorgestellt ==
 
== Vorgestellt ==
Einen Tipp von Christian Walder­dorff gibt es gleich   einmal frei haus: "''Gründen Sie nie eine Bürgerinitiative. Das ist die  größte Zeitvernichtungsma­schine, die die Hölle je erfun­den hat.''"  
+
Einen Tipp von Christian Walder­dorff gibt es gleich einmal frei haus: "''Gründen Sie nie eine Bürgerinitiative. Das ist die  größte Zeitvernichtungsma­schine, die die Hölle je erfun­den hat.''"
 
    
 
    
Viel Zeit hat der   71-Jährige (2012) also nicht. Das macht es umso schwerer. Vor allem, weil Wal­derdorff  wahnsinnig viel weiß und dieses Wissen gern und ausführlich teilt. "''Das   eine Ge­schichterl erzähl' ich ihnen noch schnell''", kündigt er an, und   dann erzählt er. Von der 68er-Bewegung. Von Gefechten gegen "die   Mächtigen" 1971, 1994, heute. Vom Kampf gegen "die Reaktion",   den man leider immer wieder führen müsse.  
+
Viel Zeit hat der 71-Jährige (2012) also nicht. Das macht es umso schwerer. Vor allem, weil Wal­derdorff  wahnsinnig viel weiß und dieses Wissen gern und ausführlich teilt. "''Das eine Ge­schichterl erzähl' ich Ihnen noch schnell''", kündigt er an, und dann erzählt er. Von der 68er-Bewegung. Von Gefechten gegen "die Mächtigen" 1971, 1994, heute. Vom Kampf gegen "die Reaktion", den man leider immer wieder führen müsse.
 
      
 
      
Walderdorff ist einer, mit dem man sich, quasi intellektu­ell, nicht unbedingt anlegen möchte. So, wie das gerade Pla­nungsstadtrat [[Johann Padutsch]] passiert ist. Wenn der Spross   aus deutschem Adel etwas pos­tuliert, dann kann er das meis­tens mit  Dutzenden Textseiten belegen. Mit historischen Ver­gleichen, Mappen,   Berechnun­gen und Gutachten. Derzeit in­vestiert er Tausende Arbeits-.  stunden und nicht weniger Eu­ro, um seiner Überzeugung zum Durchbruch zu   verhelfen: Dass das Neubauprojekt auf dem   [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] völliger Schrott ist. Ein Wort,  das bei Walder­dorff immer wieder auftaucht, ist "Bürgerschaft".   Damit meint er eigentlich: alle, die hier woh­nen. Seine Vorstellung von Po­litik  besteht darin, dass die, die unmittelbar betroffen sind, auch unmittelbar   mitbestimmen müssen. Wenig hält er da­von,   wie die meisten Österrei­cher repräsentative Demokra­tie begreifen: Dass man   alle fünf Jahre wählen gehe und da­zwischen "die da oben" einfach   einmal machen lasse.  
+
Walderdorff ist einer, mit dem man sich, quasi intellektu­ell, nicht unbedingt anlegen möchte. So, wie das gerade Pla­nungsstadtrat [[Johann Padutsch]] passiert ist. Wenn der Spross aus deutschem Adel etwas pos­tuliert, dann kann er das meis­tens mit  Dutzenden Textseiten belegen. Mit historischen Ver­gleichen, Mappen, Berechnun­gen und Gutachten. Derzeit in­vestiert er Tausende Arbeitsstunden und nicht weniger Eu­ro, um seiner Überzeugung zum Durchbruch zu verhelfen: Dass das Neubauprojekt auf dem [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] völliger Schrott ist. Ein Wort,  das bei Walder­dorff immer wieder auftaucht, ist "Bürgerschaft". Damit meint er eigentlich: alle, die hier woh­nen. Seine Vorstellung von Po­litik  besteht darin, dass die, die unmittelbar betroffen sind, auch unmittelbar mitbestimmen müssen. Wenig hält er da­von, wie die meisten Österreicher repräsentative Demokra­tie begreifen: Dass man alle fünf Jahre wählen gehe und da­zwischen "die da oben" einfach einmal machen lasse.
  
Walderdorff will   und ver­langt das Gegenteil: "dauernde Rechenschaft." Zumindest bei   Dingen, die auf Ebene der Stadt oder Gemeinde Bedeutung ha­ben. Walderdorff   will gefragt werden. Walderdorff hasst die Herrschaft der Experten. Wal­derdorff   ist manchmal lästig. Er ist ein freundlicher, distingu­ierter Herr, aber er  kann durch­aus aggressiv und unangenehm werden. Nämlich dann, wenn er das   Gefühl hat, abgeschasselt zu werden. Keine gute Idee.  
+
Walderdorff will und ver­langt das Gegenteil: "dauernde Rechenschaft." Zumindest bei Dingen, die auf Ebene der Stadt oder Gemeinde Bedeutung ha­ben. Walderdorff will gefragt werden. Walderdorff hasst die Herrschaft der Experten. Wal­derdorff ist manchmal lästig. Er ist ein freundlicher, distingu­ierter Herr, aber er  kann durch­aus aggressiv und unangenehm werden. Nämlich dann, wenn er das Gefühl hat, abgeschasselt zu werden. Keine gute Idee.
  
 
== Quelle ==
 
== Quelle ==

Version vom 1. Juli 2012, 16:57 Uhr

Chris­tian Walderdorff (* 28. Mai 1941 in der Stadt Salzburg) ist ein erklärter Gegner des Bauvorhabens Dr.-Franz-Rehrl-Platz.

Leben

Der Sohn aus einem rheinlän­dischen Adelsgeschlecht wurde am 28. Mai 1941 in der Stadt Salzburg geboren. Nach dem Gymnasium stu­dierte er Philosophie und Recht in Wien. Den Groß­teil seines Lebens ver­brachte der Junggeselle in London − teils als Gutach­ter für Stadtplanung.

Vorgestellt

Einen Tipp von Christian Walder­dorff gibt es gleich einmal frei haus: "Gründen Sie nie eine Bürgerinitiative. Das ist die größte Zeitvernichtungsma­schine, die die Hölle je erfun­den hat."

Viel Zeit hat der 71-Jährige (2012) also nicht. Das macht es umso schwerer. Vor allem, weil Wal­derdorff wahnsinnig viel weiß und dieses Wissen gern und ausführlich teilt. "Das eine Ge­schichterl erzähl' ich Ihnen noch schnell", kündigt er an, und dann erzählt er. Von der 68er-Bewegung. Von Gefechten gegen "die Mächtigen" 1971, 1994, heute. Vom Kampf gegen "die Reaktion", den man leider immer wieder führen müsse.

Walderdorff ist einer, mit dem man sich, quasi intellektu­ell, nicht unbedingt anlegen möchte. So, wie das gerade Pla­nungsstadtrat Johann Padutsch passiert ist. Wenn der Spross aus deutschem Adel etwas pos­tuliert, dann kann er das meis­tens mit Dutzenden Textseiten belegen. Mit historischen Ver­gleichen, Mappen, Berechnun­gen und Gutachten. Derzeit in­vestiert er Tausende Arbeitsstunden und nicht weniger Eu­ro, um seiner Überzeugung zum Durchbruch zu verhelfen: Dass das Neubauprojekt auf dem Dr.-Franz-Rehrl-Platz völliger Schrott ist. Ein Wort, das bei Walder­dorff immer wieder auftaucht, ist "Bürgerschaft". Damit meint er eigentlich: alle, die hier woh­nen. Seine Vorstellung von Po­litik besteht darin, dass die, die unmittelbar betroffen sind, auch unmittelbar mitbestimmen müssen. Wenig hält er da­von, wie die meisten Österreicher repräsentative Demokra­tie begreifen: Dass man alle fünf Jahre wählen gehe und da­zwischen "die da oben" einfach einmal machen lasse.

Walderdorff will und ver­langt das Gegenteil: "dauernde Rechenschaft." Zumindest bei Dingen, die auf Ebene der Stadt oder Gemeinde Bedeutung ha­ben. Walderdorff will gefragt werden. Walderdorff hasst die Herrschaft der Experten. Wal­derdorff ist manchmal lästig. Er ist ein freundlicher, distingu­ierter Herr, aber er kann durch­aus aggressiv und unangenehm werden. Nämlich dann, wenn er das Gefühl hat, abgeschasselt zu werden. Keine gute Idee.

Quelle