Erdgaslagerstätte Haidach: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Erdgaslagerstätte befindet sich im Nordwesten des Gemeindegebiets an der Grenze zum [[Innviertel]] in [[Oberösterreich]] (Gemeinde [[Lengau]]). Die oberirdische Anlage sei zu je einem Drittel im Besitz der Tochter des russischen Erdgasförderunternehmens Gazprom GSA, des deutschen Gasversorgungsunternehmens Astora GmbH sowie der [[Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft]] (RAG). Gazprom und Astora seien für die Vermarktung zuständig. Das heißt, die beiden Unternehmen entscheiden, wohin das Gas geht.
 
Die Erdgaslagerstätte befindet sich im Nordwesten des Gemeindegebiets an der Grenze zum [[Innviertel]] in [[Oberösterreich]] (Gemeinde [[Lengau]]). Die oberirdische Anlage sei zu je einem Drittel im Besitz der Tochter des russischen Erdgasförderunternehmens Gazprom GSA, des deutschen Gasversorgungsunternehmens Astora GmbH sowie der [[Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft]] (RAG). Gazprom und Astora seien für die Vermarktung zuständig. Das heißt, die beiden Unternehmen entscheiden, wohin das Gas geht.
  
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Aufgrund des [[Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine und dessen Auswirkungen auf Salzburg|Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine]] seit Februar [[2022]] wurden die Importe von russischem Gas zu einem wichtigen Thema in Österreich. Seit [[2. Juli]]  2022 kann Österreich aufgrund einer Gesetzesnovelle auf den leer stehenden Speicher Haidach zugreifen. Sollte Moskau nicht binnen 14 Tagen beschließen, den Speicher doch zu befüllen oder weiterzugeben, übernimmt RAG Austria die Kapazitäten und kann sie neu vergeben. Der Speicher Haidach hängt nur am deutschen Netz, die Anbindung an das österreichische läuft. Beide Länder sind gemeinsam für 80 Prozent Füllstand bis zur Heizsaison verantwortlich.<ref>{{Quelle SN|02 Juli 2022}}</ref> Mit der Befüllung soll am [[1. August]] 2022 begonnen werden.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=67210 26. Juli 2022]</ref>
 
Aufgrund des [[Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine und dessen Auswirkungen auf Salzburg|Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine]] seit Februar [[2022]] wurden die Importe von russischem Gas zu einem wichtigen Thema in Österreich. Seit [[2. Juli]]  2022 kann Österreich aufgrund einer Gesetzesnovelle auf den leer stehenden Speicher Haidach zugreifen. Sollte Moskau nicht binnen 14 Tagen beschließen, den Speicher doch zu befüllen oder weiterzugeben, übernimmt RAG Austria die Kapazitäten und kann sie neu vergeben. Der Speicher Haidach hängt nur am deutschen Netz, die Anbindung an das österreichische läuft. Beide Länder sind gemeinsam für 80 Prozent Füllstand bis zur Heizsaison verantwortlich.<ref>{{Quelle SN|02 Juli 2022}}</ref> Mit der Befüllung soll am [[1. August]] 2022 begonnen werden.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=67210 26. Juli 2022]</ref>

Version vom 23. April 2025, 20:28 Uhr

Erdgaslagerstätte in Haidach, 2025.

Die Erdgaslagerstätte Haidach in der Ortschaft Haidach in der Marktgemeinde Straßwalchen ist mit einem Speichervolumen von 2,7 Milliarden Kubikmeter die größte Erdgaslagerstätte Österreichs, die zweitgrößte Mitteleuropas und eine der vier Erdgaslagerstätten in Straßwalchen.

Besitzverhältnisse

Die Erdgaslagerstätte befindet sich im Nordwesten des Gemeindegebiets an der Grenze zum Innviertel in Oberösterreich (Gemeinde Lengau). Die oberirdische Anlage sei zu je einem Drittel im Besitz der Tochter des russischen Erdgasförderunternehmens Gazprom GSA, des deutschen Gasversorgungsunternehmens Astora GmbH sowie der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG). Gazprom und Astora seien für die Vermarktung zuständig. Das heißt, die beiden Unternehmen entscheiden, wohin das Gas geht.

Erdgaslagerstätte in Haidach

Aufgrund des Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine seit Februar 2022 wurden die Importe von russischem Gas zu einem wichtigen Thema in Österreich. Seit 2. Juli 2022 kann Österreich aufgrund einer Gesetzesnovelle auf den leer stehenden Speicher Haidach zugreifen. Sollte Moskau nicht binnen 14 Tagen beschließen, den Speicher doch zu befüllen oder weiterzugeben, übernimmt RAG Austria die Kapazitäten und kann sie neu vergeben. Der Speicher Haidach hängt nur am deutschen Netz, die Anbindung an das österreichische läuft. Beide Länder sind gemeinsam für 80 Prozent Füllstand bis zur Heizsaison verantwortlich.[1] Mit der Befüllung soll am 1. August 2022 begonnen werden.[2]

Geschichte und Technik

In 1 600 Metern Tiefe wurde 1997 die Erdgaslagerstätte Haidach als Porenlagerstätte durch den Einsatz modernster geophysikalischer Methoden von der RAG gefunden. Mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Milliarden Kubikmetern war die Lagerstätte Haidach seit 1982 der größte Erdgasfund Österreichs. Seit Beginn der Produktion im Jahre 1998 wurden aus der Erdgaslagerstätte über 2,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas für den österreichischen Markt gefördert. Dann folgte Nachnutzung als Erdgasspeicher. Die Inbetriebnahme der ersten Stufe erfolgte am 4. Juli 2007. Mit der zweiten Ausbaustufe hatte man Ende 2008 begonnen. Sie wurde am 1. April 2011 abgeschlossen.

Das Gesamtinvestitionsvolumen des Erdgasspeichers Haidach für beide Ausbaustufen betrug rund 280 Millionen Euro. Seit 2011 können im Erdgasspeicher Haidach bis zu 2,9 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden. Damit ist es nach der Anlage im deutschen Rehden die zweitgrößte in ganz Mitteleuropa. Eine Erhöhung des Volumens auf bis zu drei Milliarden Kubikmeter Erdgas wäre technisch möglich.

Das Gas, das hier in Sandstein eingepresst und gespeichert wird, kommt zum Großteil aus Russland, aber auch aus Norwegen. Das Gas kommt innerhalb von ein paar Tagen aus Russland in Straßwalchen an, strömt durch scheinbar endlose Rohre in den Speicher. Vorher wird es gereinigt und komprimiert. Am anderen Ende der Speicherkette wird das Gas wieder gereinigt und getrocknet - es nimmt in der Lagerstätte Feuchtigkeit auf -, bevor es über die Austria-Bavaria-Gaspipeline weiter nach Bayern strömt.

15 Mitarbeitern arbeiten in Haidach auf dem Gelände, der Großteil der Anlage wird über Computer gesteuert (Stand März 2022).

Vier Gasspeicher in Straßwalchen

In Straßwalchen gibt es vier Gasspeicher, die von der Rohöl Aufsuchungs Aktiengesellschaft (RAG) in Wien betrieben werden. Der größte Gasspeicher befindet sich im Straßwalchener Ortsteil Haidach. Die Lagerstätte dort hat eine Speichervolumen von rund 2,9 Milliarden Kubikmeter Gas. Der Gasspeicher Zagling liegt in der Nähe von Hochfeld und hat rund 450 Millionen Kubikmeter Speicherinhalt. Die beiden anderen sind die Gasspeicher Brunn und Aigelsbrunn, die zusammen rund 100 Millionen Fassungsvermögen aufweisen.

Die Austria Bavaria Gaspipeline (ABG), liefert das Erdgas vom Speicher in Haidach über Burghausen nach Bayern.

Weblink

Quellen

Einzelnachweise