Beschneiungsanlage: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(redirect Beschneiungsanlage --> Schneekanone)
 
(da war ein Tippfehler im Artikeltitel, Verschieben hat doppelte Weiterleitung ergeben - also Neuanlage)
Zeile 1: Zeile 1:
#Redirect [[Schneekanonen]]
+
[[Datei:Dezember 2009 167.jpg|thumb|Schneekanone bei der [[Areit]]-Abfahrt]]
 +
'''Beschneiungsanlagen''' sind technische Hilfsmittel, um künstlich [[Schnee]] produzieren zu können.
 +
 
 +
==Arten==
 +
===Schneekanonen===
 +
====Allgemeines====
 +
Rund  2.500 Schneekanonen stehen im Winter [[2009]]/[[2010|10]] für die etwa  7.000 Hektar Skipisten im [[Bundesland Salzburg]] zur Verfügung. Von  dieser Fläche können bereits rund 70 Prozent künstlich beschneit werden.  In jenen 53 kleineren und größeren Salzburger Skigebieten, in denen  Schneekanonen zum Einsatz kommen, geht der Beschneiungsgrad sogar bis zu  80 Prozent, auf der [[Schmittenhöhe]] bei [[Zell am See]] ab dem Winter  2009/10 sogar 100 Prozent der Skipisten.
 +
 
 +
====Technik====
 +
Für  den Betrieb dieser rund 2.500 Schneekanonen im Bundesland ist ein  Strom- und Wasserbedarf in der Größenordnung notwendig, mit der eine  Kleinstadt versorgt werden könnte. Zur Wasserbeschaffung wurden und  werden riesige [[Speicherteich]]e im Gipfelbereich des jeweiligen  Skigebiets angelegt. Die Fassungsvermögen dieser Sammelbecken reichen  von 10.000 bis zu 500.000 Kubikmeter. Insgesamt 108 derartiger  Sammelbecken gibt es 2009 im Land Salzburg, deren größtes jenes in  [[Zauchensee]] mit 450.000 Kubikmetern Nutzinhalt ist.
 +
 
 +
Das  [[Wasser]] aus diesen Speicherteichen muss in Kühltürmen dann auf zwei  bis drei Grad heruntergekühlt werden, bevor es durch Leitungen zu den  einzelnen Geräten gepumpt werden kann.
 +
 
 +
30 Zentimeter Kunstschnee als Grundlage einer Piste entsprechen etwa 75 Zentimeter notwendigem Naturschnee.
 +
 
 +
===Lanzenschneigeräte===
 +
 
 +
===Propellerschneigeräte===
 +
 
 +
==Investitionen==
 +
* [[Schmittenhöhebahn AG]]: für Winter 2009/10 eine Million Euro für 190 Hektar Skiflächen und insgesamt in eineinhalb Jahren 2009−2010 14 Millionen Euro für Beschneiungsanlagen und einen [[Speicherteich]]
 +
* [[Gasteinertal]]: 1,2 Mill. Euro haben die Bergbahnen im Sommer 2009 in den Ausbau von Beschneiungsanlagen gesteckt
 +
 
 +
==Zahlen==
 +
* Die Schmittenhöhebahn AG kalkulierte für 2009 vier Millionen Euro an reinen Beschneiungskosten
 +
* Im Gasteinertal stehen 769 Beschneiungsgeräte, davon 353 Schneekanonen für den Einsatz auf 122,4 Pistenkilometern bereit, das sind 60 Prozent des gesamten Pistenangebots
 +
* In [[Saalbach-Hinterglemm]] sind 455  Schneekanonen im Einsatz, die von acht Speicherteichen versorgt werden;  damit können 90 Prozent der 200 Pistenkilometer künstlich beschneit  werden
 +
* 42 Anlagen gibt es im [[Pinzgau]], 40 im [[Pongau]], neun im [[Tennengau]], acht im [[Lungau]] und zwei im [[Flachgau]]
 +
 
 +
==Vorteile==
 +
Ohne technische Beschneiung wäre die Weihnachtssaion 2009/10 in den meisten Salzburger Skigebieten ausgefallen.
 +
 
 +
==Nachteile==
 +
Wie  der Österreichische Naturschutzbund mitteilt, ist Kunstschnee  wesentlich dichter in seinem Aufbau und isoliert somit den Boden länger.  Das bedeutet, der Boden unter Kunstschnee friert tiefer und länger, was  sich für die Pflanzenwelt nachteilig auswirkt. Ein anderes Problem  stellt die durch künstliche Beschneiung möglich gewordende Ausweitung  von Skiflächen dar, was wiederum einen Eingriff in die oft hochgelegene,  unberührte Natur bedeutet. Weiters kritisiert der Naturschutzbund den  erhöhten Energiebedarf für die Betreibung dieser Geräte, der zunehmend  ist, da durch den Klimawandel die Kälteperioden immer kürzer werden und  die Schneegrenze höher steigt. Es wäre richtiger, diese Art der  Schneegewinnung zu verbieten und sich Gedanken über Alternativen zum  [[Wintersport]] in Anbetracht der Klimaerwärmung zu machen. Diese  Ansicht teilte Hannes Augustin, Geschäftsführer des Salzburger  Naturschutzbundes, in einem Interview mit Christoph Archet vom  [[Salzburger Fenster]], Ausgabe Nr. 43/2009, mit.
 +
 
 +
====Naturschutz versus Arbeitslosigkeit====
 +
Diesen  Argumenten hält Ferdinand Eder, Prokurist der Schmittenhöhebahn AG und  Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft, entgegen, dass Schneekanonen  Arbeitsplätze und somit für viele die Lebensgrundlage sichere. 
 +
 
 +
==Weblinks==
 +
* [http://de.wikipedia.org/wiki/Schneekanone Wikipedia Deutschland Schneekanone] über technische Details und ökologische Aspekte
 +
 
 +
==Quellen==
 +
* Artikel im Salzburger Fenster, Ausgabe 43/2009
 +
* [[Salzburger Nachrichten]], ''Frau Holles Helfer'', 11. Dezember 2010
 +
 
 +
[[Kategorie:Technik]]
 +
[[Kategorie:Wirtschaft]]
 +
[[Kategorie:Tourismus]]
 +
[[Kategorie:Wintersport]]

Version vom 11. Dezember 2010, 19:25 Uhr

Schneekanone bei der Areit-Abfahrt

Beschneiungsanlagen sind technische Hilfsmittel, um künstlich Schnee produzieren zu können.

Arten

Schneekanonen

Allgemeines

Rund 2.500 Schneekanonen stehen im Winter 2009/10 für die etwa 7.000 Hektar Skipisten im Bundesland Salzburg zur Verfügung. Von dieser Fläche können bereits rund 70 Prozent künstlich beschneit werden. In jenen 53 kleineren und größeren Salzburger Skigebieten, in denen Schneekanonen zum Einsatz kommen, geht der Beschneiungsgrad sogar bis zu 80 Prozent, auf der Schmittenhöhe bei Zell am See ab dem Winter 2009/10 sogar 100 Prozent der Skipisten.

Technik

Für den Betrieb dieser rund 2.500 Schneekanonen im Bundesland ist ein Strom- und Wasserbedarf in der Größenordnung notwendig, mit der eine Kleinstadt versorgt werden könnte. Zur Wasserbeschaffung wurden und werden riesige Speicherteiche im Gipfelbereich des jeweiligen Skigebiets angelegt. Die Fassungsvermögen dieser Sammelbecken reichen von 10.000 bis zu 500.000 Kubikmeter. Insgesamt 108 derartiger Sammelbecken gibt es 2009 im Land Salzburg, deren größtes jenes in Zauchensee mit 450.000 Kubikmetern Nutzinhalt ist.

Das Wasser aus diesen Speicherteichen muss in Kühltürmen dann auf zwei bis drei Grad heruntergekühlt werden, bevor es durch Leitungen zu den einzelnen Geräten gepumpt werden kann.

30 Zentimeter Kunstschnee als Grundlage einer Piste entsprechen etwa 75 Zentimeter notwendigem Naturschnee.

Lanzenschneigeräte

Propellerschneigeräte

Investitionen

  • Schmittenhöhebahn AG: für Winter 2009/10 eine Million Euro für 190 Hektar Skiflächen und insgesamt in eineinhalb Jahren 2009−2010 14 Millionen Euro für Beschneiungsanlagen und einen Speicherteich
  • Gasteinertal: 1,2 Mill. Euro haben die Bergbahnen im Sommer 2009 in den Ausbau von Beschneiungsanlagen gesteckt

Zahlen

  • Die Schmittenhöhebahn AG kalkulierte für 2009 vier Millionen Euro an reinen Beschneiungskosten
  • Im Gasteinertal stehen 769 Beschneiungsgeräte, davon 353 Schneekanonen für den Einsatz auf 122,4 Pistenkilometern bereit, das sind 60 Prozent des gesamten Pistenangebots
  • In Saalbach-Hinterglemm sind 455 Schneekanonen im Einsatz, die von acht Speicherteichen versorgt werden; damit können 90 Prozent der 200 Pistenkilometer künstlich beschneit werden
  • 42 Anlagen gibt es im Pinzgau, 40 im Pongau, neun im Tennengau, acht im Lungau und zwei im Flachgau

Vorteile

Ohne technische Beschneiung wäre die Weihnachtssaion 2009/10 in den meisten Salzburger Skigebieten ausgefallen.

Nachteile

Wie der Österreichische Naturschutzbund mitteilt, ist Kunstschnee wesentlich dichter in seinem Aufbau und isoliert somit den Boden länger. Das bedeutet, der Boden unter Kunstschnee friert tiefer und länger, was sich für die Pflanzenwelt nachteilig auswirkt. Ein anderes Problem stellt die durch künstliche Beschneiung möglich gewordende Ausweitung von Skiflächen dar, was wiederum einen Eingriff in die oft hochgelegene, unberührte Natur bedeutet. Weiters kritisiert der Naturschutzbund den erhöhten Energiebedarf für die Betreibung dieser Geräte, der zunehmend ist, da durch den Klimawandel die Kälteperioden immer kürzer werden und die Schneegrenze höher steigt. Es wäre richtiger, diese Art der Schneegewinnung zu verbieten und sich Gedanken über Alternativen zum Wintersport in Anbetracht der Klimaerwärmung zu machen. Diese Ansicht teilte Hannes Augustin, Geschäftsführer des Salzburger Naturschutzbundes, in einem Interview mit Christoph Archet vom Salzburger Fenster, Ausgabe Nr. 43/2009, mit.

Naturschutz versus Arbeitslosigkeit

Diesen Argumenten hält Ferdinand Eder, Prokurist der Schmittenhöhebahn AG und Sprecher der Salzburger Seilbahnwirtschaft, entgegen, dass Schneekanonen Arbeitsplätze und somit für viele die Lebensgrundlage sichere.

Weblinks

Quellen