Schwarzenberg, Fürsten: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Fürstengeschlecht der Schwarzenberger geht bis auf das Jahr [[1405]] zurück. Seit [[1979]] ist Karl Schwarzenberg das Oberhaupt der Familie, der Kaiser Leopold I. [[1670]] den erblichen Reichsfürstentitel verliehen hat. Die Mitglieder der Familie besitzen seit dem [[16. Jahrhundert]] das Zürcher Bürgerrecht und seit [[1848]] gemäß dem Schweizer Bürgerrecht die eidgenössische Staatsangehörigkeit. Im jährlichen ''Ranking'' der reichsten Österreicher der Zeitschrift ''trend'' lag die Familie Schwarzenberg mit ihrem Vermögen auf Rang 87 mit einem ermittelten Vermögen in Höhe von 280 Millionen Euro, darunter Immobilien, Land- und Forstwirtschaft mit 18 961 Hektar Grund in der Steiermark und in Salzburg und mit 10 000 Hektar Grund in Tschechien sowie mit 21 Schlössern.
 
Das Fürstengeschlecht der Schwarzenberger geht bis auf das Jahr [[1405]] zurück. Seit [[1979]] ist Karl Schwarzenberg das Oberhaupt der Familie, der Kaiser Leopold I. [[1670]] den erblichen Reichsfürstentitel verliehen hat. Die Mitglieder der Familie besitzen seit dem [[16. Jahrhundert]] das Zürcher Bürgerrecht und seit [[1848]] gemäß dem Schweizer Bürgerrecht die eidgenössische Staatsangehörigkeit. Im jährlichen ''Ranking'' der reichsten Österreicher der Zeitschrift ''trend'' lag die Familie Schwarzenberg mit ihrem Vermögen auf Rang 87 mit einem ermittelten Vermögen in Höhe von 280 Millionen Euro, darunter Immobilien, Land- und Forstwirtschaft mit 18 961 Hektar Grund in der Steiermark und in Salzburg und mit 10 000 Hektar Grund in Tschechien sowie mit 21 Schlössern.
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In der Serie "[[Der Adel lebt]]" berichtete [[Susanna Berger]] in den [[Salzburger Nachrichten]] in ihrer Ausgabe vom 15. Februar 2020 von Johannes Schwarzenberg. Der 52-Jährige wohnt in Schloss Obermurau unweit der salzburgisch-steirischen Grenze. ''Johannes Nepomuk Andreas Heinrich Joseph Karl Ferdinand Maria Schwarzenberg'' ist der Sohn von Karl Schwarzenberg, des Oberhaupts des Fürstenhauses Schwarzenberg sowie einst Außenminister und Präsidentschaftskandidat in Tschechien. Johannes Schwarzenberg hat keine Kinder. Er ist mit Erbprinzessin Francesca Riario-Sforza Schwarzenberg aus Italien verheiratet.
  
 
==Genealogie==
 
==Genealogie==
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** Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg (* 1771 ; † 1820), österreichischer Feldmarschall, Sieger (1813) über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig
 
** Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg (* 1771 ; † 1820), österreichischer Feldmarschall, Sieger (1813) über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig
 
** [[Ernst Fürst Schwarzenberg|Ernst Fürst zu Schwarzenberg]] (* 1773; † 1821), [[Domherr]] zu Salzburg, dann Bischof von Raab (=Győr, Ungarn), 1804 Erwerber und bis 1821 Besitzer von [[Schloss Aigen]]
 
** [[Ernst Fürst Schwarzenberg|Ernst Fürst zu Schwarzenberg]] (* 1773; † 1821), [[Domherr]] zu Salzburg, dann Bischof von Raab (=Győr, Ungarn), 1804 Erwerber und bis 1821 Besitzer von [[Schloss Aigen]]
 
== SN-Serie "Der Adel lebt": Zu Besuch im Hause Schwarzenberg ==
 
In der Serie "[[Der Adel lebt]]" berichteten die [[Salzburger Nachrichten]] in ihrer Ausgabe vom 15. Februar 2020 von Johannes Schwarzenberg. Ein Beitrag von [[Susanna Berger]]:
 
 
''Johannes "Aki" Schwarzenberg zieht an seiner Pfeife. Gleich darauf verschwindet sein Kopf in einer Rauchwolke. Der 52-Jährige sitzt in einem Fauteuil im Salon des Schlosses Obermurau unweit der salzburgisch-steirischen Grenze und macht gerade eine kurze Nachdenkpause, bevor er auf die eben gestellte Frage antwortet. "Wie Sie mich ansprechen, ist mir völlig egal. Ob Durchlaucht, Erbprinz oder Herr Schwarzenberg. Am besten so, womit sie sich wohlfühlen." Nachsatz: "Das mag jetzt überheblich klingen, aber der Name Schwarzenberg ist so bekannt, da braucht es keine Titel."
 
 
''Johannes Nepomuk Andreas Heinrich Joseph Karl Ferdinand Maria Schwarzenberg ist der Sohn von Karl Schwarzenberg, seines Zeichens Oberhaupt des Fürstenhauses Schwarzenberg sowie einst Außenminister und Präsidentschaftskandidat in Tschechien. Auch in Österreich spielt das Fürstengeschlecht, das bis auf das Jahr 1405 zurückgeht, eine gewichtige Rolle mit weitläufigen Besitzungen in Salzburg und der Steiermark sowie dem Schloss Obermurau und dem Palais Schwarzenberg in Wien.
 
 
''Wie sieht nun das Leben eines Erbprinzen aus? Wie privilegiert fühlt man sich als künftiger Chef eines Fürstenhauses? Fragen, die Schwarzenberg nicht kurz und bündig beantworten kann. "Wissen Sie, ich bin ein Waldbauer, ein großer zwar, aber ich hab mit all den Sorgen und Nöten zu kämpfen wie andere Bauersfamilien auch." Sein Blick schweift über die prunkvolle Einrichtung des Salons: "Aber ich bin natürlich privilegiert. In so einem Raum zu sitzen, in diesem Schloss zu leben, ist nicht selbstverständlich." In eine Familie mit so viel Geschichte hineingeboren zu werden bringe aber auch Druck und Verantwortung mit sich. Der Druck bestehe darin, das Schwarzenberg'sche Imperium so erfolgreich an die nächste Generation zu übergeben, wie er es von seinem Vater übernommen habe. "Aber das ist bei jedem anderen Unternehmer nicht anders. Der will auch einen möglichst guten Job machen, um vor seiner Familie bestehen zu können."
 
 
''Die nächste Generation gibt es derweil noch nicht. Johannes Schwarzenberg hat keine Kinder. "Ich wäre sehr gerne Vater, aber das ist ein Gottesgeschenk, auf das ich hoffe." Sollte er keinen Sohn bekommen - bei den Schwarzenbergs gilt die patriarchale Erbfolge -, dann sei das aber auch keine Katastrophe. Ein paar Mal schon sei das Erbe an einen Neffen weitergegeben worden. Das habe auch funktioniert.
 
 
''Sein Lebensstil sei weitaus weniger feudal, als so mancher Österreicher vermute. Er reise beruflich zwischen den Familienstandorten in Tschechien und Österreich sowie der Heimat seiner Frau, Erbprinzessin Francesca Riario-Sforza Schwarzenberg, in Italien hin und her. "Ich bin da, wo es gerade brennt." Schwarzenberg ist für die Forstverwaltung in Murau zuständig sowie für einen Familienbetrieb in Tschechien. "Ich habe rund 100 Mitarbeiter."
 
 
''Im Schloss Obermurau bewohnt er mit seiner Frau und Hund Cooper ein paar Räume. Der Großteil des Hauses wird für die Forstverwaltung genutzt sowie für das Schlossmuseum. Berührungsängste habe er nicht. Das Haus sei für die Öffentlichkeit zugänglich. "Nicht, weil ich damit viel Geld verdiene, sondern weil man sich mit der Gemeinde und den Bürgern ja auch gut stellen will." Es sei wie überall ein Geben und Nehmen.
 
 
''Im Vergleich zu seiner Kindheit beschäftige er in seinem Zuhause mit einer Zugehfrau nur noch sehr wenig Personal. "Früher gab es einen Koch, Putzpersonal, Gärtner und so weiter und so fort." Aber so wie die Österreicher insgesamt backe auch der Adel heute kleinere Brötchen.
 
 
''Wünscht sich der Erbprinz eigentlich die Monarchie zurück? "Nein, ich nicht, aber oft glaube ich, die Österreicher sehr wohl." Die hätten ein sehr ambivalentes Verhältnis zur Aristokratie. "Man hat sie vor über 100 Jahren abgeschafft." Aber in Städten wie Wien oder eben auch Bad Ischl als Kulturhauptstadt des Jahres 2024 sei die Kaiserzeit an jeder Hausecke deutlich spürbar.
 
 
''"Aus der Hofburg in Wien könnte man doch beispielsweise eine herrliche Grünanlage machen", wirft Johannes Schwarzenberg in den Raum und muss gleich darauf selbst über diesen Gedanken schmunzeln.
 
 
''Hätte er eigentlich gern ein anderes Leben? "Darüber mache ich mir nicht so viele Gedanken, das ist mein Leben. Aber wenn nicht Erbprinz, wäre ich vielleicht Historiker an irgendeiner englischen Universität geworden."
 
  
 
==Quellen==
 
==Quellen==

Version vom 3. März 2020, 10:01 Uhr

Schwarzenberg ist eine bedeutende Adelsfamilie.

Allgemeines

Die Schwarzenberg entstammten dem fränkischen Adel. In der Person des kaiserlichen Geheimrates Johann Adolf Grafen von Schwarzenberg (* 1615; † 1683) stiegen sie zu Reichsfürsten und böhmischen Großgrundbesitzern auf. Von jenem Johann Adolf I. Fürsten von Schwarzenberg leiten sich auch die Salzburger Schwarzenbergs ab, näherhin von dessen Ururenkel Johann Nepomuk, dem 5. Fürsten zu Schwarzenberg (* 1742; † 1789).

Dem Fürstengeschlecht entstammte auch General Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg (* 1771; † 1820), Namensgeber der Schwarzenbergkaserne.

Der Name ging auch in die Schwarzenbergpromenade, eine Straße in Salzburg-Aigen, ein.

Das Fürstengeschlecht der Schwarzenberger geht bis auf das Jahr 1405 zurück. Seit 1979 ist Karl Schwarzenberg das Oberhaupt der Familie, der Kaiser Leopold I. 1670 den erblichen Reichsfürstentitel verliehen hat. Die Mitglieder der Familie besitzen seit dem 16. Jahrhundert das Zürcher Bürgerrecht und seit 1848 gemäß dem Schweizer Bürgerrecht die eidgenössische Staatsangehörigkeit. Im jährlichen Ranking der reichsten Österreicher der Zeitschrift trend lag die Familie Schwarzenberg mit ihrem Vermögen auf Rang 87 mit einem ermittelten Vermögen in Höhe von 280 Millionen Euro, darunter Immobilien, Land- und Forstwirtschaft mit 18 961 Hektar Grund in der Steiermark und in Salzburg und mit 10 000 Hektar Grund in Tschechien sowie mit 21 Schlössern.

In der Serie "Der Adel lebt" berichtete Susanna Berger in den Salzburger Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 15. Februar 2020 von Johannes Schwarzenberg. Der 52-Jährige wohnt in Schloss Obermurau unweit der salzburgisch-steirischen Grenze. Johannes Nepomuk Andreas Heinrich Joseph Karl Ferdinand Maria Schwarzenberg ist der Sohn von Karl Schwarzenberg, des Oberhaupts des Fürstenhauses Schwarzenberg sowie einst Außenminister und Präsidentschaftskandidat in Tschechien. Johannes Schwarzenberg hat keine Kinder. Er ist mit Erbprinzessin Francesca Riario-Sforza Schwarzenberg aus Italien verheiratet.

Genealogie

Die Genealogie ist, soweit sie Bezug zu Salzburg hat, die folgende:

  • Johann Nepomuk Fürst zu Schwarzenberg (* 1742; † 1789), verheiratet mit Marie Eleonore Gräfin zu Oettingen-Wallerstein (* 1747; † 1797)
    • Joseph Johann Fürst zu Schwarzenberg Herzog von Krumau (* 1769; † 1833), verheiratet mit Pauline Caroline d'Arenberg (* 1774; † 1810)
      • Johann Adolf II. Fürst zu Schwarzenberg Herzog von Krumau (* 1799; † 1888), verheiratet mit Eleonore Prinzessin von und zu Liechtenstein (* 1812; † 1873)
        • Adolf Joseph Fürst zu Schwarzenberg Herzog von Krumau (* 1832; † 1914), Besitzer von Schloss Aigen, verheiratet mit Ida Prinzessin von und zu Liechtenstein (* 1839; † 1921)
          • Johann Nepomuk Adolf Fürst zu Schwarzenberg Herzog von Krumau (* 1860; † 1938), verheiratet mit Therese Gräfin von und zu Trauttmansdorff-Weinsberg (*1870; † 1945)
            • Ida Huberta Maria Benedikta Theresia Vincenzia Melita (* 10. März 1894 Wien; † 4. Jänner 1974 Salzburg), verheiratet (1917) mit Peter Revertera-Salandra (* 18. März 1893 Paris; † 19. April 1966 Helfenberg), öberösterreichischem Landesrat und Sicherheitsdirektor
      • Kardinal Friedrich Fürst zu Schwarzenberg (*1809; † 1885), 1836 bis 1850 als Friedrich VI. Erzbischof von Salzburg
    • Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg (* 1771 ; † 1820), österreichischer Feldmarschall, Sieger (1813) über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig
    • Ernst Fürst zu Schwarzenberg (* 1773; † 1821), Domherr zu Salzburg, dann Bischof von Raab (=Győr, Ungarn), 1804 Erwerber und bis 1821 Besitzer von Schloss Aigen

Quellen