Johanna Gressel: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 1: Zeile 1:
'''Johanna Gressel''' ( [[3. Juni]] [[1925]], Ach in Böhmen bis [[12. April]] [[2004]], Salzburg)  war Ornithologin und langjährige Leiterin der Salzburger BirdLife - Landesgruppe.  
+
'''Johanna Gressel''' (* [[3. Juni]] [[1925]] Asch in [[Tschechien#Böhmen|Böhmen]]; † [[12. April]] [[2004]] Salzburg)  war Ornithologin und langjährige Leiterin der Salzburger BirdLife-Landesgruppe.  
  
 
== Lebenslauf ==
 
== Lebenslauf ==
Im Dorf Asch im Böhmerwald ganz nahe dem heutigen Dreiländereck geboren, war bereits die Kindheit und Jugend von Johanna Gressel von der Verbundenheit mit der Natur geprägt.  Danach folgten 1945 die Schrecken der Vertreibung und der Verlust der Heimat.  In Salzburg fand sie eine neue Heimstätte und gründete hier eine Familie. Seit 1965 beschäftigtes sich Johanna Gressel mit der Vogelwelt von [[Obertauern]], wo sie ein kleine Haus besaß. 1975 entdeckte sie dort den Brutbestand des Rotsternigen [[Blaukehlchen|Blaukehlchens]] (Luscina suecica suecica) im [[Hundsfeldmoor]] auf 1750 m. Damals war die Verbauung von großen Teilen des Hundsfeldmoores geplant. Unermüdlich wies Johanna Gressel auf die Schutzwürdigkeit des Gebietes hin.  Trotzdem wurde dort 1876 die Ringstraße und 1977 die Straße zum Seekarhaus gebaut bzw. erweitert. Mit Zähigkeit mahnte sie den Schutz des Moores ein und erreichte 1991 endlich die Erklärung zum Naturschutzgebiet und später auch zum Natura-2000-Schutzgebiet. Von 1982 bis 1995 leitete Johanna Gressel die Landesgruppe von BirdLife (damals Österreichische Gesellschaft für Vogelkunde). Ihre Schwiegertochter [[Hemma Gressel]] setzt ihre verdienstvolle Arbeit als Landesleiterin von BirdLife fort.
+
Im Dorf Asch im Böhmerwald ganz nahe dem heutigen Dreiländereck geboren, war bereits die Kindheit und Jugend von Johanna Gressel von der Verbundenheit mit der Natur geprägt.  Danach folgten 1945 die Schrecken der Vertreibung und der Verlust der Heimat.  In Salzburg fand sie eine neue Heimstätte und gründete hier eine Familie.  
 +
 
 +
Seit 1965 beschäftigte sich Johanna Gressel mit der Vogelwelt von [[Obertauern]], wo sie ein kleines Haus besaß. 1975 entdeckte sie dort den Brutbestand des Rotsternigen [[Blaukehlchen|Blaukehlchens]] (Luscinia svecica svecica) im [[Hundsfeldmoor]] auf 1750 m. Damals war die Verbauung von großen Teilen des Hundsfeldmoores geplant. Unermüdlich wies Johanna Gressel auf die Schutzwürdigkeit des Gebietes hin.  Trotzdem wurde dort 1976 die Ringstraße und 1977 die Straße zum [[Seekarhaus]] gebaut bzw. erweitert. Mit Zähigkeit mahnte sie den Schutz des Moores ein und erreichte 1991 endlich die Erklärung zum [[Naturschutzgebiet]] und später auch zum [[Natura 2000#Natura 2000-Gebiete im Land Salzburg|Natura-2000-Schutzgebiet]].  
 +
 
 +
Von 1982 bis 1995 leitete Johanna Gressel die Landesgruppe von BirdLife (damals Österreichische Gesellschaft für Vogelkunde). Ihre Schwiegertochter [[Hemma Gressel]] setzt ihre verdienstvolle Arbeit als Landesleiterin von BirdLife fort.
 +
 
 +
Johanna Gressel war mit dem Rechtsanwalt [[Gustav Gressel]] (* 1909, † 1987) verheiratet und hatte mit ihm zwei Söhne.
  
 
==Ehrungen==
 
==Ehrungen==
* 1981 wurde Johanna Gressel mit der Erich Kastner Medaille für Verdienste um den Vogelschutz von der Österreichischen Gesellschaft für Vogelkunde (heute Birdlife) ausgezeichnet,
+
* 1981 wurde Johanna Gressel mit der Erich-Kastner-Medaille für Verdienste um den Vogelschutz von der Österreichischen Gesellschaft für Vogelkunde (heute Birdlife) ausgezeichnet,
* im gleichen Jahr überreichte ihr der Präsident des WWF, Prinz Philip den Award for Conservation Merit
+
* im gleichen Jahr überreichte ihr der Präsident des WWF, [[#Elizabeth II. von England in Salzburg|Prinz Philip]], den Award for Conservation Merit
* 1989 wurde ihr der Naturschutzpreis des Landes Salzburg (1. Preis für Einzelpersonen) zuerkannt.  
+
* 1989 wurde ihr der [[Naturschutzpreis des Landes Salzburg]] (1. Preis für Einzelpersonen) zuerkannt.  
* Auch erhielt sie das Silberne Ehrenzeichen des Landes Salzburg,  
+
* Auch erhielt sie  
* weiters das Monticola Abzeichen in Gold für Alpenornithologie der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie"
+
** das [[Ehrenzeichen des Landes Salzburg#Silbernes Ehrenzeichen des Landes Salzburg|Silberne Ehrenzeichen des Landes Salzburg]],  
* und die Ehrenmitgliedschaft von BirdLife Österreich.
+
** das Monticola-Abzeichen in Gold für Alpenornithologie der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie" und
 +
** die Ehrenmitgliedschaft von BirdLife Österreich.
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
* Nachruf in den Salzburger Vogelkundlichen Berichten Band 2005/Folge 10 S. 51 f  
+
* ''Johanna Gressel (1925-2004) - Nachruf für eine engagierte Natur- und Vogelschützerin'' von Christine Medicus, Salzburger Vogelkundliche Berichte [https://www.zobodat.at/pdf/SVB_10_0051-0052.pdf Band 2005/Folge 10 S. 51 f
 +
* [[Christine Medicus-Arnold|Medicus-Arnold, Christine]]: ''Johanna Gressel zum 70. Geburtstag''. Salzburger Vogelkundliche Berichte [https://www.zobodat.at/biografien/Gressel_Johanna_70_SVB_7_0020.pdf 7(1): 20] (1995)
  
{{SORTIERUNG: Johanna Gressel}}
+
{{SORTIERUNG:Gressel, Johanna}}
 
[[Kategorie:Person]]
 
[[Kategorie:Person]]
 
[[Kategorie:Person (Wissenschaft)]]
 
[[Kategorie:Person (Wissenschaft)]]
 
[[Kategorie:Biologe]]
 
[[Kategorie:Biologe]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]

Version vom 29. August 2020, 08:55 Uhr

Johanna Gressel (* 3. Juni 1925 Asch in Böhmen; † 12. April 2004 Salzburg) war Ornithologin und langjährige Leiterin der Salzburger BirdLife-Landesgruppe.

Lebenslauf

Im Dorf Asch im Böhmerwald ganz nahe dem heutigen Dreiländereck geboren, war bereits die Kindheit und Jugend von Johanna Gressel von der Verbundenheit mit der Natur geprägt. Danach folgten 1945 die Schrecken der Vertreibung und der Verlust der Heimat. In Salzburg fand sie eine neue Heimstätte und gründete hier eine Familie.

Seit 1965 beschäftigte sich Johanna Gressel mit der Vogelwelt von Obertauern, wo sie ein kleines Haus besaß. 1975 entdeckte sie dort den Brutbestand des Rotsternigen Blaukehlchens (Luscinia svecica svecica) im Hundsfeldmoor auf 1750 m. Damals war die Verbauung von großen Teilen des Hundsfeldmoores geplant. Unermüdlich wies Johanna Gressel auf die Schutzwürdigkeit des Gebietes hin. Trotzdem wurde dort 1976 die Ringstraße und 1977 die Straße zum Seekarhaus gebaut bzw. erweitert. Mit Zähigkeit mahnte sie den Schutz des Moores ein und erreichte 1991 endlich die Erklärung zum Naturschutzgebiet und später auch zum Natura-2000-Schutzgebiet.

Von 1982 bis 1995 leitete Johanna Gressel die Landesgruppe von BirdLife (damals Österreichische Gesellschaft für Vogelkunde). Ihre Schwiegertochter Hemma Gressel setzt ihre verdienstvolle Arbeit als Landesleiterin von BirdLife fort.

Johanna Gressel war mit dem Rechtsanwalt Gustav Gressel (* 1909, † 1987) verheiratet und hatte mit ihm zwei Söhne.

Ehrungen

  • 1981 wurde Johanna Gressel mit der Erich-Kastner-Medaille für Verdienste um den Vogelschutz von der Österreichischen Gesellschaft für Vogelkunde (heute Birdlife) ausgezeichnet,
  • im gleichen Jahr überreichte ihr der Präsident des WWF, Prinz Philip, den Award for Conservation Merit
  • 1989 wurde ihr der Naturschutzpreis des Landes Salzburg (1. Preis für Einzelpersonen) zuerkannt.
  • Auch erhielt sie
    • das Silberne Ehrenzeichen des Landes Salzburg,
    • das Monticola-Abzeichen in Gold für Alpenornithologie der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Alpenornithologie" und
    • die Ehrenmitgliedschaft von BirdLife Österreich.

Quellen