Marinekadettenschule Ferienhort: Unterschied zwischen den Versionen

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Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] ersuchte die Marine-Akademie in Fiume (heute Rijeka, Kroatien) die [[Verein Ferienhort|Vereinsleitung]] des Ferienhorts um die teilweise Überlassung des Hortes im Sommer für Ausbildungszwecke künftiger Offiziere. Da die Marinesektion der k.u.k. Kriegsmarine den Verein stets großzügig (mit Booten) unterstützt hatte, stimmte der Verein diesem Ansuchen zu. Der Verein sollte schadlos von der Marine gehalten werden. Für die Abnützung des Inventars sollte eine entsprechende Vergütung geleistet werden. Der Bootspark auf Kosten der Marine instand gehalten werden.  
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Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] ersuchte die Marine-Akademie in Fiume (heute Rijeka, Kroatien) die [[Verein Ferienhort|Vereinsleitung]] des Ferienhorts um die teilweise Überlassung des Hortes im Sommer für Ausbildungszwecke künftiger Offiziere. Da die Marinesektion der k.u.k. Kriegsmarine den Verein stets großzügig (mit Booten) unterstützt hatte, stimmte der Verein diesem Ansuchen zu. Der Verein sollte schadlos von der Marine gehalten werden. Für die Abnützung des Inventars sollte eine entsprechende Vergütung geleistet und der Bootspark auf Kosten der Marine instand gehalten werden.  
  
 
Schon alleine die Hierarchie und Logistik für so viele  Kadetten, vom Schiffskommandant, Korvettenkapitän, Leutnant, bis zu den  Marinekadetten, welche für die Weitergabe der Nachtsignale, wie das  Absetzen der Flaggen, verantwortlich waren, ist heute kaum  nachvollziehbar. Die große Verwaltung, der Adjunkt, Ober- und Unterarzt  der Krankenstation, der Quartiermeister, Koch, Küchenpersonal, bis hin  zum Stiefelputzer waren eine enorme Bereicherung und Belebung für die  ganze Region um den damaligen [[Abersee (See)|Abersee]].
 
Schon alleine die Hierarchie und Logistik für so viele  Kadetten, vom Schiffskommandant, Korvettenkapitän, Leutnant, bis zu den  Marinekadetten, welche für die Weitergabe der Nachtsignale, wie das  Absetzen der Flaggen, verantwortlich waren, ist heute kaum  nachvollziehbar. Die große Verwaltung, der Adjunkt, Ober- und Unterarzt  der Krankenstation, der Quartiermeister, Koch, Küchenpersonal, bis hin  zum Stiefelputzer waren eine enorme Bereicherung und Belebung für die  ganze Region um den damaligen [[Abersee (See)|Abersee]].
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Bootsspenden  der k. u. k. Marinesektion vom größten k. u. k. Kriegshafen in Pola  (heute Pula, Kroatien, der damals größte Marinehafen Österreichs) an den  Wolfgangsee für die Kadettenschule, und später an den Verein  "Ferienhort" sind nachweisbar. Aus dem Fundus der k. u. k. Kriegsmarine  (bis [[1918]]) und später von Privatpersonen, wurden immer wieder  Schiffe, Ruder-, Segelboote, Transportkutter, Beiboote von  Kriegsschiffen und Zweimaster  dem "Ferienhort" gespendet, die teils  heute noch in Verwendung sind. Mit der Altösterreichisch-Ungarischen  Marine Akademie war ein ständiger Austausch von Studenten aus Ungarn an  der Marine Unteroffizierschule am Wolfgangsee.  
 
Bootsspenden  der k. u. k. Marinesektion vom größten k. u. k. Kriegshafen in Pola  (heute Pula, Kroatien, der damals größte Marinehafen Österreichs) an den  Wolfgangsee für die Kadettenschule, und später an den Verein  "Ferienhort" sind nachweisbar. Aus dem Fundus der k. u. k. Kriegsmarine  (bis [[1918]]) und später von Privatpersonen, wurden immer wieder  Schiffe, Ruder-, Segelboote, Transportkutter, Beiboote von  Kriegsschiffen und Zweimaster  dem "Ferienhort" gespendet, die teils  heute noch in Verwendung sind. Mit der Altösterreichisch-Ungarischen  Marine Akademie war ein ständiger Austausch von Studenten aus Ungarn an  der Marine Unteroffizierschule am Wolfgangsee.  
  
Während  des [[Zweiter Weltkrieg|II. Weltkrieges]] war wieder eine  Marine-Vorschule im Ferienhort am Wolfgangsee untergebracht. Nach einer  kurzen Lazarettunterbringung mit einigen Stabsärzten gegen Ende des  Zweiten Weltkrieges, waren ab Kriegsende [[1945]] weit über 1500 Mann  amerikanischer Besatzungstruppen in allen Gebäuden des Ferienhortes  beherbergt. Auch die Amerikaner erfreuten sich an den Schiffen und den  damit verbundene Wassersportmöglichkeiten.  
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Während  des [[Zweiter Weltkrieg|II. Weltkrieges]] war wieder eine  Marine-Vorschule im Ferienhort am Wolfgangsee untergebracht. Nach einer  kurzen Lazarettunterbringung mit einigen Stabsärzten gegen Ende des  Zweiten Weltkrieges, waren ab Kriegsende [[1945]] weit über 1500 Mann  amerikanischer Besatzungstruppen in allen Gebäuden des Ferienhortes  beherbergt. Auch die Amerikaner erfreuten sich an den Schiffen und den  damit verbundenen Wassersportmöglichkeiten.
  
 
== Quelle ==
 
== Quelle ==

Version vom 20. September 2012, 17:59 Uhr

Kadettenschule

Die Marinekadettenschule Ferienhort war in einem Teil des Ferienhorts Ried am Wolfgangsee untergebracht.

Geschichte

Während des Ersten Weltkriegs ersuchte die Marine-Akademie in Fiume (heute Rijeka, Kroatien) die Vereinsleitung des Ferienhorts um die teilweise Überlassung des Hortes im Sommer für Ausbildungszwecke künftiger Offiziere. Da die Marinesektion der k.u.k. Kriegsmarine den Verein stets großzügig (mit Booten) unterstützt hatte, stimmte der Verein diesem Ansuchen zu. Der Verein sollte schadlos von der Marine gehalten werden. Für die Abnützung des Inventars sollte eine entsprechende Vergütung geleistet und der Bootspark auf Kosten der Marine instand gehalten werden.

Schon alleine die Hierarchie und Logistik für so viele Kadetten, vom Schiffskommandant, Korvettenkapitän, Leutnant, bis zu den Marinekadetten, welche für die Weitergabe der Nachtsignale, wie das Absetzen der Flaggen, verantwortlich waren, ist heute kaum nachvollziehbar. Die große Verwaltung, der Adjunkt, Ober- und Unterarzt der Krankenstation, der Quartiermeister, Koch, Küchenpersonal, bis hin zum Stiefelputzer waren eine enorme Bereicherung und Belebung für die ganze Region um den damaligen Abersee.

Bootsspenden der k. u. k. Marinesektion vom größten k. u. k. Kriegshafen in Pola (heute Pula, Kroatien, der damals größte Marinehafen Österreichs) an den Wolfgangsee für die Kadettenschule, und später an den Verein "Ferienhort" sind nachweisbar. Aus dem Fundus der k. u. k. Kriegsmarine (bis 1918) und später von Privatpersonen, wurden immer wieder Schiffe, Ruder-, Segelboote, Transportkutter, Beiboote von Kriegsschiffen und Zweimaster dem "Ferienhort" gespendet, die teils heute noch in Verwendung sind. Mit der Altösterreichisch-Ungarischen Marine Akademie war ein ständiger Austausch von Studenten aus Ungarn an der Marine Unteroffizierschule am Wolfgangsee.

Während des II. Weltkrieges war wieder eine Marine-Vorschule im Ferienhort am Wolfgangsee untergebracht. Nach einer kurzen Lazarettunterbringung mit einigen Stabsärzten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, waren ab Kriegsende 1945 weit über 1500 Mann amerikanischer Besatzungstruppen in allen Gebäuden des Ferienhortes beherbergt. Auch die Amerikaner erfreuten sich an den Schiffen und den damit verbundenen Wassersportmöglichkeiten.

Quelle

  • Festschrift 100 Jahre Ferienhort am Wolfgangsee, 2011, Mag. Gerhard Falschlehner