Brief vom 2. Oktober 1814: Unterschied zwischen den Versionen

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Den '''Brief vom 2. Oktober 1814''' war an das Generalkreiskommissariat in Salzburg gerichtet und vom Ministerium des Inneren des Königreich Bayern abgesendet.  
Der Brief vom 2. Oktober 1814 war an das Generalkreiskommissariat in Salzburg gerichtet und vom Ministerium des Inneren des [[Königreich Bayern|Königreichs Bayern]] abgesendet.


== Einleitung ==
== Einleitung ==
Der Brief liegt als Kopie im Salzburger Landesarchiv unter der Signatur SLA Gen. Kr. Kom. Zell am See Nr. 20. Er betrifft den Bezirksarzt [[Anton Brandstätter|Anton Brandstätter (Bezirksarzt)]] in [[Zell am See]]. Dieser hatte wie aus anderen dem Akt hervorgeht spätestens ab September [[1811]] Probleme wegen "dienstwidrigem Betragen" und zwar wegen einer "einem öffentlichen Funktionär unanständigen Lebensweise". Den untergeordneten Chirurgen war ein schlechtes Beispiel durch "Fahrlässigkeit und Leichtsinn in Erfüllung seiner Berufspflichten" und durch "Gleichgültigkeit über den Zustand der Kranken". Er hatte - wie es ausgedrückt wurde - einen "zu regen Sinn für Sang und Klang, für Trunk und Unterhaltung". Brandstätter setzte sich gegen die Vorwürfe zu Wehr. Die "Lösung" des Problems war die Versetzung Brandstätters nach [[Bezirksärzte in Radstadt|Radstadt]].<ref>SLA Gen Kr Kom Zell am See Nr 20.</ref>
Der Brief liegt als Kopie im [[Salzburger Landesarchiv]] unter der Signatur SLA Gen. Kr. Kom. Zell am See Nr. 20. Er betrifft den [[Bezirksarzt]] [[Anton Brandstätter (Bezirksarzt)|Anton Brandstätter]] in [[Zell am See]]. Dieser hatte, wie aus anderen Teilen des Akts hervorgeht, spätestens ab September [[1811]] Probleme wegen "dienstwidrigem Betragen", und zwar wegen einer "einem öffentlichen Funktionär unanständigen Lebensweise". Den untergeordneten [[Chirurg]]en war er ein schlechtes Beispiel durch "Fahrlässigkeit und Leichtsinn in Erfüllung seiner Berufspflichten" und durch "Gleichgültigkeit über den Zustand der Kranken". Er hatte wie es ausgedrückt wurde einen "zu regen Sinn für Sang und Klang, für Trunk und Unterhaltung". Brandstätter setzte sich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Die "Lösung" des Problems war die Versetzung Brandstätters nach [[Bezirksärzte in Radstadt|Radstadt]].<ref>SLA Gen Kr Kom Zell am See Nr 20.</ref>


Der Brief, der die Reaktion auf eine Anzeige vom 12. April ist, wurde am 17. September in München abgeschickt. Die Bearbeitungsdauer für das Salzburger Anliegen war also rund 5 Monate.
Der Brief, der die Reaktion auf eine Anzeige vom [[12. April]] ist, wurde am [[17. September]] in [[München]] abgeschickt. Die Bearbeitungsdauer für das Salzburger Anliegen betrug also rund fünf Monate.


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Königreich Bayern
Königreich Bayern


2. Oktober 1814
[[2. Oktober]] [[1814]]


Ministerium des Innern auf Befehl seiner Majestät des Königs der Staatsminister Graf von Montgelas
Ministerium des Innern auf Befehl seiner Majestät des Königs der Staatsminister Graf von Montgelas
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Version vom 19. Februar 2026, 09:18 Uhr

Der Brief vom 2. Oktober 1814 war an das Generalkreiskommissariat in Salzburg gerichtet und vom Ministerium des Inneren des Königreichs Bayern abgesendet.

Einleitung

Der Brief liegt als Kopie im Salzburger Landesarchiv unter der Signatur SLA Gen. Kr. Kom. Zell am See Nr. 20. Er betrifft den Bezirksarzt Anton Brandstätter in Zell am See. Dieser hatte, wie aus anderen Teilen des Akts hervorgeht, spätestens ab September 1811 Probleme wegen "dienstwidrigem Betragen", und zwar wegen einer "einem öffentlichen Funktionär unanständigen Lebensweise". Den untergeordneten Chirurgen war er ein schlechtes Beispiel durch "Fahrlässigkeit und Leichtsinn in Erfüllung seiner Berufspflichten" und durch "Gleichgültigkeit über den Zustand der Kranken". Er hatte – wie es ausgedrückt wurde – einen "zu regen Sinn für Sang und Klang, für Trunk und Unterhaltung". Brandstätter setzte sich gegen die Vorwürfe zur Wehr. Die "Lösung" des Problems war die Versetzung Brandstätters nach Radstadt.[1]

Der Brief, der die Reaktion auf eine Anzeige vom 12. April ist, wurde am 17. September in München abgeschickt. Die Bearbeitungsdauer für das Salzburger Anliegen betrug also rund fünf Monate.

Text

Ministerium des Inneren

Königreich Bayern

2. Oktober 1814

Ministerium des Innern auf Befehl seiner Majestät des Königs der Staatsminister Graf von Montgelas

an das Königliche Generalkommissariat Salzachkreises

demselben wird auf seinen in Betreffe der von dem Landgerichtsarzte Dr Brandstätter wiederholt an den Tag gelegten Unfolgsamkeit in Vollzuge der an ihn erlassenen Aufträge unterm 12ten April erstatteten, und am 20ten Sept. d. J. Ein gekommenen Bericht hiemit erwidert, daß Dr Brandstätter vorerst in eine geeignete Ordnungsstrafe zu nehmen, in dieser Hinsicht seine Besoldung zu suspendiren, und deshalb bei der k. Finanzdirektion des Salzachkreises das Geeignete einzuleiten sey. München 17ten Sept. 1814

aus Spezialauftrag des oben genannten Staatsministers

v. Zentner m/p

v. Grimmeißen

Den Landgerichtsarzt Dr Brandstätter zu Zell am See betr.

Quelle

  1. SLA Gen Kr Kom Zell am See Nr 20.