Michael Gruber (Salzburger Bauernaufstandsführer): Unterschied zwischen den Versionen

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'''Michael Gruber''', Bauernführer in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]], ursprünglich Bauernaufstandsführer im steirischen [[Ennstal]], war Oberster der Salzburger Bauern und auch der Salzburger Bauernaufstandsführer.
'''Michael Gruber''' (um [[1490]] in [[Bramberg]] im [[Pinzgau]]) war ein [[Gewerke]] und Kämpfer in den [[Salzburger Bauernaufstände und -kriege|Salzburger Bauernaufständen und -kriegen]]  auf beiden Seiten.


== Michael Gruber als Bauernführer ==
== Leben  ==
Michael Gruber kam um [[1525]] aus seiner obersteirischen Heimat<ref>andere Quellen meinen, er stammte aus [[Bramberg]] im [[Pinzgau]]</ref> mit den ganzen Flüchtlingen aus dieser Gegend ins Salzburgische. Er war schon in der Steiermark ein Bauern- und Knappenführer gewesen.
In jungen Jahren war Michael Gruber vermutlich Söldner im Dienst von Kaiser Maximilian aber [[1521]] Bergverweser am Jufen bei [[Kitzbühel]] und auf der Brunnalpe bei [[Kirchberg in Tirol]] tätig gewesen.


Im Jahre [[1525]] kam es zum [[Salzburger Bauernaufstände|Salzburger Bauernaufstand]] gegen den [[Salzburger Erzbischof]] [[Matthäus Lang]]. Die [[Festung Hohenwerfen]] und die Stadt [[Hallein]] wurden von den aufständischen Bauern im Mai [[1525]] erobert. Die Bauern eroberten auch die [[Stadt Salzburg]] unter der Führung von Michael Gruber und belagerten wochenlang die [[Festung Hohensalzburg]], auf die Erzbischof Kardinal Matthäus Lang mit einem Neffen, es war ein [[Lamberger]], geflohen war. Die aufständischen Salzburger Bauern wurden dann jedoch vom zu Hilfe gerufenen Landsknechtführer [[Georg von Frundsberg]] geschlagen. Beinahe hätten sie es geschafft, den [[Festungsberg]] zu sprengen. Die Legende vom [[Salzburger Stierwascher]] kommt auch von dieser Festungsbelagerung. Am [[31. August]] 1525 kapitulierten die Aufständischen vor dem Schwäbischen Bund und ein Friedensvertrag mit den aufständischen Bauern wurde geschlossen, der jedoch vom Salzburger Erzbischof Matthäus Lang sofort wieder gebrochen wurde. Mit diesen Ereignissen endete der Salzburger Bauernkrieg des Jahres 1525. Die Salzburger Bauern wurden nach diesem Aufstand von Erzbischof Matthäus Lang am [[Alten Markt]] in Salzburg gedemütigt. Michael Gruber musste als Bauernführer auf diesem Platz als Zeichen der Unterwerfung dem Erzbischof öffentlich Abbitte leisten.
==== 1525 auf der Seite der Aufständischen ====
In [[Schladming]] im steirischen [[Ennstal]] war es [[1525]] zu einem Bauern- und Bergknappenaufstand gekommen. Der steirische Landeshauptmann <span style="color:green">Siegmund von Dietrichstein</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Siegmund von Dietrichstein|Siegmund von Dietrichstein]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> bündelte am [[1. Juli]] sein Heer vor Schladming. Da Kundschafter aus dem Pinzgau meldeten, dass Dietrichstein nicht an der Grenze zum [[Erzstift Salzburg]] stehenbleiben würde, zog ihm Michael Gruber mit einer Streitmacht von rund 3&nbsp;000 erfahrener Bergknappen und Bauern entgegen.


Der größte Erfolg der Aufstände im Steirischen war der Überfall auf das Lager Dietrichsteins bei [[Schladming]] am [[3. Juli]] [[1525]]. Der siegreiche Bauernhauptmann war Michael Gruber.
Vor [[Mandling (Ort)|Mandling]] auf Salzburger Seite sammelte Gruber seine Leute. Er griff dann Dietrichstein an noch bevor die steirische Verstärkung unter <span style="color:green">Niklas Graf Salm</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Niklas Graf Salm|Niklas Graf Salm]]</ref> bei Schladming eingetroffen war. Einen zuvor ausgehandelten Waffenstillstand nahm keine der beiden Parteien ernst und Gruber erkannte, dass der Schnellere in der besseren Position wäre. Er teilte seine Leute in zwei Gruppen auf, die in einem Nachtmarsch in die Bergen nördlich und südlich von Schladming vordrangen. Die völlig überraschten steierischen Landsknechte, gerade im Aufbruch in Richtung [[Radstadt]], waren schnell geschlagen und und ihr Anführer Dietrichstein gefangen genommen.  


Weiters legte Michael Gruber dem Herzog Ludwig, dem obersten Feldhauptmann des Schwäbischen Bundes, angeblich seine Waffen und die Fahnen der Bauern zu Füßen. Es wird erzählt, dass ein Vertrag zustande kam, der für die Bauern recht günstig ausfiel, da die Bauern ohne Ausnahme eine Amnestie erhielten.
Zwar hatte Gruber den Befehl erhalten, die steirische Grenze nicht zu überschreiten, jedoch gereichte ihm seine eigenmächtige Entscheidung nicht zu seinem Nachteil. Gruber wurde zum Obersten Feldhauptmann ernannt. Er zog mit seinem Heer in die Stadt Salzburg, wo es mittlerweile zu einer Pattsituation zwischen dem Heer der aufständischen Gewerken (und Bauern) gekommen war. Gruber und seine Leute waren so etwas wie ein Motivationsschub für die Aufständischen und Gruber erhielt auch noch Unterstützung von einigen Hundert Bergknappen aus dem Tiroler Schwaz. Auf der Seite des Fürsterzbischofs waren Ludwig von Bayern und der Landsknechtführer [[Georg von Frundsberg]] zu Hilfe gerufen worden.


Über sein weiteres Leben, in dem auch in Diensten des Salzburger Erzbischofs stand, siehe im [[EnnstalWiki]] <span style="color:green">Michael Gruber</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Michael Gruber]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref>
Nach einigen Scharmützeln wurde am [[31. August]] 1525 ein Waffenstillstand und Frieden in Salzburg ausgehandelt. Keine der beiden Seiten wollte militärisch nichts mehr riskieren. Gruber kapitulierte vor dem Bayernherzog und leistete vor dem Fürsterzbischof öffentliche Abbitte. 
 
wird noch ergänzt (Datenstand 9. Juni 2025)


== Quellen ==
== Quellen ==
* Siehe Artikel im Ennstalwiki ''Michael Gruber''
* Rebitsch, Robert: "[[Rebellion 1525. Michael Gaismair und der Aufstand der Tiroler Bauern.]] Seite 245f
 
* [[EnnstalWiki]] Artikel <span style="color:green">Michael Gruber</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Michael Gruber|Michael Gruber]]</ref>
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
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Version vom 9. Juni 2025, 19:32 Uhr

Michael Gruber (um 1490 in Bramberg im Pinzgau) war ein Gewerke und Kämpfer in den Salzburger Bauernaufständen und -kriegen auf beiden Seiten.

Leben

In jungen Jahren war Michael Gruber vermutlich Söldner im Dienst von Kaiser Maximilian aber 1521 Bergverweser am Jufen bei Kitzbühel und auf der Brunnalpe bei Kirchberg in Tirol tätig gewesen.

1525 auf der Seite der Aufständischen

In Schladming im steirischen Ennstal war es 1525 zu einem Bauern- und Bergknappenaufstand gekommen. Der steirische Landeshauptmann Siegmund von Dietrichstein[1][2] bündelte am 1. Juli sein Heer vor Schladming. Da Kundschafter aus dem Pinzgau meldeten, dass Dietrichstein nicht an der Grenze zum Erzstift Salzburg stehenbleiben würde, zog ihm Michael Gruber mit einer Streitmacht von rund 3 000 erfahrener Bergknappen und Bauern entgegen.

Vor Mandling auf Salzburger Seite sammelte Gruber seine Leute. Er griff dann Dietrichstein an noch bevor die steirische Verstärkung unter Niklas Graf Salm[3] bei Schladming eingetroffen war. Einen zuvor ausgehandelten Waffenstillstand nahm keine der beiden Parteien ernst und Gruber erkannte, dass der Schnellere in der besseren Position wäre. Er teilte seine Leute in zwei Gruppen auf, die in einem Nachtmarsch in die Bergen nördlich und südlich von Schladming vordrangen. Die völlig überraschten steierischen Landsknechte, gerade im Aufbruch in Richtung Radstadt, waren schnell geschlagen und und ihr Anführer Dietrichstein gefangen genommen.

Zwar hatte Gruber den Befehl erhalten, die steirische Grenze nicht zu überschreiten, jedoch gereichte ihm seine eigenmächtige Entscheidung nicht zu seinem Nachteil. Gruber wurde zum Obersten Feldhauptmann ernannt. Er zog mit seinem Heer in die Stadt Salzburg, wo es mittlerweile zu einer Pattsituation zwischen dem Heer der aufständischen Gewerken (und Bauern) gekommen war. Gruber und seine Leute waren so etwas wie ein Motivationsschub für die Aufständischen und Gruber erhielt auch noch Unterstützung von einigen Hundert Bergknappen aus dem Tiroler Schwaz. Auf der Seite des Fürsterzbischofs waren Ludwig von Bayern und der Landsknechtführer Georg von Frundsberg zu Hilfe gerufen worden.

Nach einigen Scharmützeln wurde am 31. August 1525 ein Waffenstillstand und Frieden in Salzburg ausgehandelt. Keine der beiden Seiten wollte militärisch nichts mehr riskieren. Gruber kapitulierte vor dem Bayernherzog und leistete vor dem Fürsterzbischof öffentliche Abbitte.

wird noch ergänzt (Datenstand 9. Juni 2025)

Quellen

Einzelnachweise

  1. siehe Ennstalwiki → Siegmund von Dietrichstein
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs
  3. siehe Ennstalwiki → Niklas Graf Salm
  4. siehe Ennstalwiki → Michael Gruber