"Wolf - Das Mystical": Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Es | + | Es war die erste vollständig überdachte Seebühne Österreichs, die vor dem Ferienhort im [[St. Gilgen]]er Ortsteil [[Ried (Sankt Gilgen)|Ried]] am Wolfgangsee aufgebaut wurde. Das Auftragswerk "Wolf - Das Mystical" mit der Uraufführung am [[23. Mai]] konnte deshalb auch bei Regen gezeigt werden. Vor Wind schützten nach Bedarf einsetzbare Seitenwände. |
| − | Architekt Eduard Neversal - er | + | Architekt Eduard Neversal - er war auch künstlerischer Geschäftsführer - nannte die neue Salzkammergut-Seebühne "ein mobiles modulares Theaterhaus für bis zu 800 Besucher". Nach der letzten Aufführung am [[24. Juni]] wurde die gesamte Bühnenkonstruktion rückgebaut und in den Bauhöfen der Wolfgangsee-Gemeinden gelagert. Die rund 1,7 Millionen Euro teure mobile Bühne soll aber auch an anderen Seen im [[Salzkammergut]] zum Einsatz kommen. |
| − | + | Weitere 950.000 Euro wurden für die Erarbeitung des Stücks fällig. Neben den Wolfgangsee-Gemeinden St. Gilgen, [[St. Wolfgang im Salzkammergut]] und [[Strobl]], die jeweils 75.000 Euro zahlten, steuerte auch die [[Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft]] dieselbe Summe bei. Jeweils 500.000 Euro kamen von den Ländern [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Salzburg]] und [[Oberösterreich]]. Finanzielle Unterstützung gab es auch von der Kirche und weiteren Sponsoren. | |
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| + | Tickets für die Uraufführung am [[23. Mai]] 2024 kosteten bis zu 150 Euro, an den weiteren neun Terminen, die alle ausverkauft waren, reichten die Preise von 28 bis 98 Euro. Spieltermine 2024: 24. Mai, 25. Mai, 29. Mai, 31. Mai, 01. Juni, 07. Juni, 08. Juni, 21. Juni, 22. Juni. | ||
| − | + | Bereits die Anreise zum temporären Theater war ein Erlebnis. An Bord der [[Wolfgangsee-Schifffahrt]] wurden die Besucher von den Anlegestellen der Wolfgangsee-Gemeinden in 20 Minuten zur Seebühne am Fuße des [[Falkenstein]]s gebracht. Die Schiffe konnten nahezu zeitgleich 800 Personen befördern und sorgten so für einen reibungslosen Ablauf. | |
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| + | == Finanzfiasko bei der Seebühne Wolfgangsee == | ||
| + | Für die Gemeinden St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl hat ein Prestigeprojekt unangenehme Folgen: Sie müssen für einen Millionenkredit haften, damit die Künstler bezahlt werden können. Anfang Juli 2024 stellte sich heraus, dass das Projekt die Steuerzahler im Salzkammergut noch ganz schön viel Geld kosten könnte. Denn die Wolfgang Betriebs GmbH verzeichnet höhere Abgänge als geplant und leidet unter einem Liquiditätsproblem. Den "[[Salzburger Nachrichten]] liegt eine Zahlenaufstellung vor, die auch die Gemeindevertreter der drei Eigentümergemeinden erhielten: Demnach kostete die Bühne zwei Millionen Euro, das Stück 1,3 Mill. Euro, Anlegesteg und Schiff 150.000 Euro, insgesamt 3,45 Mill. Euro. Rechnet man die Einnahmen aus dem Kartenverkauf (460.000 Euro), Sponsorengelder und Förderungen gegen, bleibt eine Finanzierungslücke von mehr als 1,4 Mill. Euro. Christian Meyer, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, begründet die Mehrkosten von rund 650.000 Euro mit der Baukostensteigerung von 20 Prozent durch die nicht vorhersehbar hohe Inflation. | ||
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| + | Die Haftung dafür sollen wiederum die drei Gemeinden übernehmen. Jeweils 200.000 Euro hatten sie bereits im April 2024 zugesagt, jetzt erging die Bitte um weitere 250.000 Euro je Gemeinde. In St. Wolfgang und St. Gilgen haben die Gemeinden bereits entsprechende Mehrheitsbeschlüsse gefasst, in Strobl trat die Gemeindevertretung am Dienstag, den [[2. Juli]], zur Abstimmung zusammen. Meyer spricht von einer "reinen Liquiditätsfrage", die Gemeinden sollten nur die Haftung für die auf fünf Jahre angelegte Zwischenfinanzierung übernehmen. | ||
| − | ==== | + | Der Geschäftsführer bestätigte Gerüchte, wonach Schauspieler und Musiker zum Teil ihre Gagen aufgrund des finanziellen Engpasses noch nicht erhalten haben. "Ich habe heute an die Darsteller rund 200.000 Euro ausbezahlt, aufgrund der Beschlüsse in St. Wolfgang und St. Gilgen." Das liege auch daran, dass zugesagte Fördergelder von den Ländern Salzburg und Oberösterreich erst langsam eintrudelten und die Gesellschaft auf keine Reserven zurückgreifen könne. |
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| + | == Das Mystical == | ||
| + | Das Libretto von "Wolf - Das Mystical" stammte vom Schriftsteller Franzobel, der "alle wichtigen Wolfgang-Geschichten" eingebaut hatte. Die vom [[Südtirol]]er Gerd Hermann Ortler komponierte Musik wurde von vier Bläsern, einem Streicherquartett und einer Rockband gespielt. Regie führte Victoria Schubert. | ||
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| + | === Inhalt === | ||
Das Stück, das eine genreübergreifende, mystische und mitreißende Komposition von Gerd Hermann Ortler und ein Libretto von Franzobel vereint, bot Hit-verdächtige Songs ebenso wie anspruchsvolles Musiktheater. Regie führte Viktoria Schubert, die auch als Co-Autorin an den Texten der Lieder mitwirkte. Für die Choreografie zeichnete Jerôme Knols verantwortlich, die musikalische Leitung lag bei Kapellmeister Christoph Huber. | Das Stück, das eine genreübergreifende, mystische und mitreißende Komposition von Gerd Hermann Ortler und ein Libretto von Franzobel vereint, bot Hit-verdächtige Songs ebenso wie anspruchsvolles Musiktheater. Regie führte Viktoria Schubert, die auch als Co-Autorin an den Texten der Lieder mitwirkte. Für die Choreografie zeichnete Jerôme Knols verantwortlich, die musikalische Leitung lag bei Kapellmeister Christoph Huber. | ||
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Die Inszenierung (Viktoria Schubert) lebte von flotten Tanzszenen (Jerome Knols), großen Songs und lebendiger Personenregie. Das zeitgemäße Lichtdesign (Stephanie Erb) und ein exzellenter Sound (Christoph Hall) trugen die Musik durch mystische ebenso wie Show-Momente. Die 20 Darsteller stellten den Heiligen in sich ständig wandelnde Kontexte, etwa als Domschüler, als Aussätzige, als lasterhafte Römer und schließlich als forderndes Volk, Wolfgang möge ein Heiliger werden, den sie verehren und von dem manche auch gut leben können. | Die Inszenierung (Viktoria Schubert) lebte von flotten Tanzszenen (Jerome Knols), großen Songs und lebendiger Personenregie. Das zeitgemäße Lichtdesign (Stephanie Erb) und ein exzellenter Sound (Christoph Hall) trugen die Musik durch mystische ebenso wie Show-Momente. Die 20 Darsteller stellten den Heiligen in sich ständig wandelnde Kontexte, etwa als Domschüler, als Aussätzige, als lasterhafte Römer und schließlich als forderndes Volk, Wolfgang möge ein Heiliger werden, den sie verehren und von dem manche auch gut leben können. | ||
| − | + | === Das Leben Wolfgangs zwischen Gottes Werk und Teufels Zutun === | |
Wolf-das Mystical beleuchtete die großen Fragen des menschlichen Daseins und behandelte das Leben des heiligen Wolfgang 1100 Jahre nach den historischen Ereignissen. Franzobels Libretto entführte in ein farbenfrohes Gedankenspektakel und eine fantastische Zeitreise. Der Autor führte durch das bewegte Leben des Namensgebers des Wolfgangsees und präsentiert es in einer Mischung aus Szenen, Rückblenden und modernen Kommentaren. | Wolf-das Mystical beleuchtete die großen Fragen des menschlichen Daseins und behandelte das Leben des heiligen Wolfgang 1100 Jahre nach den historischen Ereignissen. Franzobels Libretto entführte in ein farbenfrohes Gedankenspektakel und eine fantastische Zeitreise. Der Autor führte durch das bewegte Leben des Namensgebers des Wolfgangsees und präsentiert es in einer Mischung aus Szenen, Rückblenden und modernen Kommentaren. | ||
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Kirche und Gesellschaft werden kritisch hinterfragt, und der Text integriert kontinuierlich aktuelle Bezüge. Ergänzt wird die Handlung durch die humorvollen und oft scharfsinnigen Kommentare der „Drei Weisen Frauen“, die als postmoderner Kontrast zum [[mittelalter]]lichen Geschehen dienen. Diese Elemente, zusammen mit der dynamischen Inszenierung, der beeindruckenden Landschaft und den herausragenden Stimmen, sorgten für einen unvergesslichen Abend im mystischen Musiktheater. | Kirche und Gesellschaft werden kritisch hinterfragt, und der Text integriert kontinuierlich aktuelle Bezüge. Ergänzt wird die Handlung durch die humorvollen und oft scharfsinnigen Kommentare der „Drei Weisen Frauen“, die als postmoderner Kontrast zum [[mittelalter]]lichen Geschehen dienen. Diese Elemente, zusammen mit der dynamischen Inszenierung, der beeindruckenden Landschaft und den herausragenden Stimmen, sorgten für einen unvergesslichen Abend im mystischen Musiktheater. | ||
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| + | * [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/finanzfiasko-seebuehne-161054323 www.sn.at], 2. Juli 2024: "Finanzfiasko bei der Seebühne Wolfgangsee" | ||
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Version vom 2. Juli 2024, 19:35 Uhr
"Wolf - Das Mystical" wurde anlässlich "1100 Jahre heiliger Wolfgang" im Frühjahr 2024 auf der eigens entworfenen Salzkammergut-Seebühne vor dem Gebäude des Ferienhorts Ried am Wolfgangsee gespielt.
Die Bühne
Es war die erste vollständig überdachte Seebühne Österreichs, die vor dem Ferienhort im St. Gilgener Ortsteil Ried am Wolfgangsee aufgebaut wurde. Das Auftragswerk "Wolf - Das Mystical" mit der Uraufführung am 23. Mai konnte deshalb auch bei Regen gezeigt werden. Vor Wind schützten nach Bedarf einsetzbare Seitenwände.
Architekt Eduard Neversal - er war auch künstlerischer Geschäftsführer - nannte die neue Salzkammergut-Seebühne "ein mobiles modulares Theaterhaus für bis zu 800 Besucher". Nach der letzten Aufführung am 24. Juni wurde die gesamte Bühnenkonstruktion rückgebaut und in den Bauhöfen der Wolfgangsee-Gemeinden gelagert. Die rund 1,7 Millionen Euro teure mobile Bühne soll aber auch an anderen Seen im Salzkammergut zum Einsatz kommen.
Weitere 950.000 Euro wurden für die Erarbeitung des Stücks fällig. Neben den Wolfgangsee-Gemeinden St. Gilgen, St. Wolfgang im Salzkammergut und Strobl, die jeweils 75.000 Euro zahlten, steuerte auch die Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft dieselbe Summe bei. Jeweils 500.000 Euro kamen von den Ländern Salzburg und Oberösterreich. Finanzielle Unterstützung gab es auch von der Kirche und weiteren Sponsoren.
Termine und Eintrittspreise 2024
Tickets für die Uraufführung am 23. Mai 2024 kosteten bis zu 150 Euro, an den weiteren neun Terminen, die alle ausverkauft waren, reichten die Preise von 28 bis 98 Euro. Spieltermine 2024: 24. Mai, 25. Mai, 29. Mai, 31. Mai, 01. Juni, 07. Juni, 08. Juni, 21. Juni, 22. Juni.
Bereits die Anreise zum temporären Theater war ein Erlebnis. An Bord der Wolfgangsee-Schifffahrt wurden die Besucher von den Anlegestellen der Wolfgangsee-Gemeinden in 20 Minuten zur Seebühne am Fuße des Falkensteins gebracht. Die Schiffe konnten nahezu zeitgleich 800 Personen befördern und sorgten so für einen reibungslosen Ablauf.
Finanzfiasko bei der Seebühne Wolfgangsee
Für die Gemeinden St. Wolfgang, St. Gilgen und Strobl hat ein Prestigeprojekt unangenehme Folgen: Sie müssen für einen Millionenkredit haften, damit die Künstler bezahlt werden können. Anfang Juli 2024 stellte sich heraus, dass das Projekt die Steuerzahler im Salzkammergut noch ganz schön viel Geld kosten könnte. Denn die Wolfgang Betriebs GmbH verzeichnet höhere Abgänge als geplant und leidet unter einem Liquiditätsproblem. Den "Salzburger Nachrichten liegt eine Zahlenaufstellung vor, die auch die Gemeindevertreter der drei Eigentümergemeinden erhielten: Demnach kostete die Bühne zwei Millionen Euro, das Stück 1,3 Mill. Euro, Anlegesteg und Schiff 150.000 Euro, insgesamt 3,45 Mill. Euro. Rechnet man die Einnahmen aus dem Kartenverkauf (460.000 Euro), Sponsorengelder und Förderungen gegen, bleibt eine Finanzierungslücke von mehr als 1,4 Mill. Euro. Christian Meyer, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, begründet die Mehrkosten von rund 650.000 Euro mit der Baukostensteigerung von 20 Prozent durch die nicht vorhersehbar hohe Inflation.
Die Haftung dafür sollen wiederum die drei Gemeinden übernehmen. Jeweils 200.000 Euro hatten sie bereits im April 2024 zugesagt, jetzt erging die Bitte um weitere 250.000 Euro je Gemeinde. In St. Wolfgang und St. Gilgen haben die Gemeinden bereits entsprechende Mehrheitsbeschlüsse gefasst, in Strobl trat die Gemeindevertretung am Dienstag, den 2. Juli, zur Abstimmung zusammen. Meyer spricht von einer "reinen Liquiditätsfrage", die Gemeinden sollten nur die Haftung für die auf fünf Jahre angelegte Zwischenfinanzierung übernehmen.
Der Geschäftsführer bestätigte Gerüchte, wonach Schauspieler und Musiker zum Teil ihre Gagen aufgrund des finanziellen Engpasses noch nicht erhalten haben. "Ich habe heute an die Darsteller rund 200.000 Euro ausbezahlt, aufgrund der Beschlüsse in St. Wolfgang und St. Gilgen." Das liege auch daran, dass zugesagte Fördergelder von den Ländern Salzburg und Oberösterreich erst langsam eintrudelten und die Gesellschaft auf keine Reserven zurückgreifen könne.
Das Mystical
Das Libretto von "Wolf - Das Mystical" stammte vom Schriftsteller Franzobel, der "alle wichtigen Wolfgang-Geschichten" eingebaut hatte. Die vom Südtiroler Gerd Hermann Ortler komponierte Musik wurde von vier Bläsern, einem Streicherquartett und einer Rockband gespielt. Regie führte Victoria Schubert.
Inhalt
Das Stück, das eine genreübergreifende, mystische und mitreißende Komposition von Gerd Hermann Ortler und ein Libretto von Franzobel vereint, bot Hit-verdächtige Songs ebenso wie anspruchsvolles Musiktheater. Regie führte Viktoria Schubert, die auch als Co-Autorin an den Texten der Lieder mitwirkte. Für die Choreografie zeichnete Jerôme Knols verantwortlich, die musikalische Leitung lag bei Kapellmeister Christoph Huber.
In der Rolle des Bischofs Wolfgang von Regensburg war Konstantin Zander zu sehen, Kaj Lucke mimte den Teufel in seiner Rolle als Helfer und Widersacher am Wolfgangsee. Bianca Basler spielte Wolfgangs Lebensfreundin Kathi, Broadway World Austria Awards-Preisträger James Park übernahm die Rolle des Heinrich, Martin Bermoser trat als Vater in Erscheinung, und Dennis Kozeluh war als Papst Benedikt VII. zu sehen.
Im Zuge des Mysticals und der Auskopplung des ersten "Wolf"-Songs wurde das Lied „Kein Heiliger / No Saint“ von der legendären Opus-Band gemeinsam mit den Schick Sisters und in Zusammenarbeit mit Franzobel, Viktoria Schubert und Gerd Hermann Ortler neu interpretiert.
Die Inszenierung (Viktoria Schubert) lebte von flotten Tanzszenen (Jerome Knols), großen Songs und lebendiger Personenregie. Das zeitgemäße Lichtdesign (Stephanie Erb) und ein exzellenter Sound (Christoph Hall) trugen die Musik durch mystische ebenso wie Show-Momente. Die 20 Darsteller stellten den Heiligen in sich ständig wandelnde Kontexte, etwa als Domschüler, als Aussätzige, als lasterhafte Römer und schließlich als forderndes Volk, Wolfgang möge ein Heiliger werden, den sie verehren und von dem manche auch gut leben können.
Das Leben Wolfgangs zwischen Gottes Werk und Teufels Zutun
Wolf-das Mystical beleuchtete die großen Fragen des menschlichen Daseins und behandelte das Leben des heiligen Wolfgang 1100 Jahre nach den historischen Ereignissen. Franzobels Libretto entführte in ein farbenfrohes Gedankenspektakel und eine fantastische Zeitreise. Der Autor führte durch das bewegte Leben des Namensgebers des Wolfgangsees und präsentiert es in einer Mischung aus Szenen, Rückblenden und modernen Kommentaren.
Wolfgang, aus einfachen Verhältnissen stammend, schafft es bis zum Bischofsamt. Unterstützt von seinem Schulfreund Heinrich. Der Teufel begleitet ihn Zeit seines Lebens als ein Geist, der Böses will und Gutes schafft. Am Abersee, so der alte Name des Wolfgangsees, konkurrieren beide um Seelen: der Teufel um deren Fang, Wolfgang um gottgefällige Taten. Ein entscheidender Hackweitwurf ermöglicht den von Wolfgang versprochenen Kirchenbau, der nur mit teuflischer Hilfe gelingt. Die erste Seele, die die Schwelle der Kirche übertritt, gehört dem Teufel – ein armer Wolf muss dran glauben. So wird die Kirche vollendet und der Teufel ausgetrickst.
Im Verlauf der Handlung ringt Wolfgang mit seiner eigenen Identität, sucht nach einem Gleichgewicht zwischen Bescheidenheit, Bodenständigkeit und Glauben. Obwohl ihm das Heiligsein zunächst fremd ist, erkennt er seine Bestimmung durch seine Taten. Dadurch fordert Wolf das Publikum auf, sich mit verschiedenen Vorstellungen von Heiligkeit auseinanderzusetzen.
Kirche und Gesellschaft werden kritisch hinterfragt, und der Text integriert kontinuierlich aktuelle Bezüge. Ergänzt wird die Handlung durch die humorvollen und oft scharfsinnigen Kommentare der „Drei Weisen Frauen“, die als postmoderner Kontrast zum mittelalterlichen Geschehen dienen. Diese Elemente, zusammen mit der dynamischen Inszenierung, der beeindruckenden Landschaft und den herausragenden Stimmen, sorgten für einen unvergesslichen Abend im mystischen Musiktheater.
Bilder
"Wolf - Das Mystical" – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Flachgauer Nachrichten", 22. November 2023
- www.ots.at/presseaussendung, 23. Mai 2024
- www.sn.at, 2. Juli 2024: "Finanzfiasko bei der Seebühne Wolfgangsee"