Karl Joseph Felix Graf von Arco: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Georg Anton Felix Graf von Arco''' (* [[24. April]] [[1705]] Wien, † [[2. September]] [[1792]] Salzburg), war höchfürstlich salzburgischer [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Geheimrat]] (seit 1733) und Oberst[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|kämmerer]]<ref>Es beruht offenbar auf einer Verwechslung, wenn er in manchen Darstellungen als Kammer''diener'' bezeichnet wird.</ref> (seit 1750).<ref>Hochfürstlich-salzburgischer Hofkalender, oder Schematismus auf das Jahr … M.DCC.LXXVIII [1778]. Von Franz Mehofer, hochfürstlichem Truchseß und Kammerfourier. [http://books.google.at/books?id=fG4AAAAAcAAJ&q=arko#v=snippet&q=arko&f=false S.&nbsp;13, 16, 19 und 80];  … auf das Jahr … M.DCC.LXXXVI [http://books.google.at/books?id=oG4AAAAAcAAJ 1786]. Von Franz Mehofer … . Insb. S. 16. </ref>
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'''Carl Joseph Maria Felix Graf von Arco''' (* [[9. März]] [[1743]], † [[1830]]) war hochfürstlich salzburgischer Oberstküchenmeister und blieb in Erinnerung als derjenige, der [[Wolfgang Amadeus Mozart]] mit einem Fußtritt hinausbeförderte.
  
 
==Leben==
 
==Leben==
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Karl Joseph Felix war Sohn des [[Georg Anton Felix Graf von Arco|Georg Anton Felix Grafen von Arco]] und dessen zweiter Gemahlin Maria Josepha Viktoria Gräfin von Hardegg (* [[2. März]] [[1710]], † [[31. Dezember]] [[1775]]).
  
(Johann)<ref>[[Johann Riedl]] - ''Salzburg's Domherren. Von 1514-1806'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 7, 1867, S. 122-278, hier: S. 129 (Nr. 8) - nennt die Vornamen ''Johann Georg Anton''.</ref> Georg Anton Felix war in jungen Jahren Salzburger [[Domherr]]. Er hatte die [[Aufschwörung]] am [[9. März]] [[1726]] und resignierte sein Kanonikat, offenbar mit Blick auf seine bevorstehende Verehelichung, im Jänner [[1728]].
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Im fürsterzbischöflichen Dienst wurde er am 16. Jänner 1679 zum [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kämmerer]] und Hofkammerrat, Oberstküchenmeister und [[Pfleger]] von [[Schloss Neuhaus|Neuhaus]]/[[Gnigl]] ernannt.<ref>Hochfürstlich-salzburgischer Hofkalender, oder Schematismus auf das Jahr … M.DCC.LXXXVI [http://books.google.at/books?id=oG4AAAAAcAAJ 1786]. Von Franz Mehofer …, S. 18, 37 und 52.</ref><ref>[http://books.google.at/books?id=oG4AAAAAcAAJ&printsec=frontcover&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false].</ref><ref>Vor ihm hatte diese Funktionen Andräe Gottlieb Freiherr von [[Pranckh|Prank]] inne, vgl. den [http://books.google.at/books?id=fG4AAAAAcAAJ&q=prank#v=snippet&q=prank&f=false Schematismus für 1778.]</ref>
 
Graf Arco diente fünf [[Salzburger_Erzbischöfe|Fürsterzbischöfen]]:
 
*[[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] ([[1727]] bis [[1744]]);
 
*[[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]] ([[1745]] bis [[1747]]);
 
*[[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein|Andreas Jakob Graf Dietrichstein]] ([[1747]] bis [[1753]]);
 
*[[Sigismund III. Christian Graf Schrattenbach| Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach]] ([[1753]] bis [[1771]]);
 
*[[Hieronymus Graf Colloredo]], ab [[1772]].
 
  
Im fürsterzbischöflichen Dienst war er Oberstjägermeister, dann Oberststallmeister,<ref>Franz Karl Wissgrill, Karl von Odelga: ''Schauplatz des landsässigen nieder-oesterreichischen Adels ... '' (Wien 1800), [http://books.google.at/books?id=XSgTAAAAYAAJ&pg=PA139&lpg=PA139&dq=%22georg+felix%22+arco&source=bl&ots=pmqotcXnf8&sig=A393UsH-egWwgrbqRFzlH6sVc_Q&hl=de&ei=o8-1TYL4BI7Jswba8J3gDA&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=4&ved=0CCcQ6AEwAw#v=onepage&q=%22georg%20felix%22%20arco&f=false Vierter Band, S.&nbsp;139.]</ref> erst am [[30. November]] [[1750]] wurde er zum Oberstkämmerer ernannt.
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Er war zudem Oberstfischmeister, aber auch salzburgischer Offizier und von 1787 an Großkreuz des [[St. Rupert-Orden|St. Ruperti-Ritterorden]]s.<ref>Schematismus 1802, [http://books.google.at/books?id=YW8AAAAAcAAJ&q=arco#v=snippet&q=arco&f=false S. 29;] [[Anton von Schallhammer]], ''Das erzbischöflich salzburgische Kriegswesen'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 7, 1867, S. 24-45 (38).</ref>
  
==Graf Arco und die Mozarts==
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Er bewohnte den ersten Stock des Gebäudes, das auf dem Mirabellplatz zwischen dem Mirabell und dem Graf-Lodronischen Palast stand.<ref>Schematismus 1802, [http://books.google.at/books?id=YW8AAAAAcAAJ&q=arco#v=snippet&q=arco&f=false S. 54.]</ref> 
In die Geschichte ging Graf Arco als zeitweiliger Dienstvorgesetzter von Vater [[Leopold Mozart|Leopold]] und Sohn [[Wolfgang Amadeus Mozart]], insbesondere durch die Verabschiedung Wolfgangs mit dem berühmten Fußtritt ein.
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==Der Tritt==
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Über den Hinauswurf durch den Grafen Arco berichtete der junge Mozart seinem Vater:
 
:''„ … – anstatt daß graf ''Arco'' meine bittschrift angenommen, oder mir ''audienz'' verschafet, oder gerathen hätte selbe nachzuschicken, oder mir zugeredet hätte die sache noch so zu lassen, und besser zu überlegen, ''afin'', – was er gewollt hätte – Nein – da schmeist er mich zur thüre hinaus, und giebt mir einen tritt im hintern. – Nun, das heisst auf teutsch, daß Salzburg nicht mehr für mich ist; ausgenommen mit guter gelegenheit dem hr. grafen wieder ingleichen einen tritt im arsch zu geben, und sollte es auf öfentlicher gasse geschehen. – ich begehre gar keine ''satisfaction'' deswegen beym Erzbischof, denn er wäre nicht im stande sie mir auf solche art zu verschaffen, wie ich sie mir selbst nehmen muß; sondern ich werde nächster tägen dem hr. grafen schreiben, was er sich von mir zuverlässig zu gewarten hat, sobald das glück will daß ich ihn treffe, es mag seyn wo es will, nur an keinen ort wo ich ''respect'' haben muß; –.“'' (Wolfgangs Brief an den Vater vom 13. Juni 1781)[http://www.zeno.org/Musik/M/Schiedermair,%20Ludwig/Die%20Briefe%20W.A.%20Mozarts%20und%20seiner%20Familie/Zweiter%20Band/Siebente%20Reihe/180.%20an%20den%20Vater,%20Wien,%2013.%20Juni%201781]
 
:''„ … – anstatt daß graf ''Arco'' meine bittschrift angenommen, oder mir ''audienz'' verschafet, oder gerathen hätte selbe nachzuschicken, oder mir zugeredet hätte die sache noch so zu lassen, und besser zu überlegen, ''afin'', – was er gewollt hätte – Nein – da schmeist er mich zur thüre hinaus, und giebt mir einen tritt im hintern. – Nun, das heisst auf teutsch, daß Salzburg nicht mehr für mich ist; ausgenommen mit guter gelegenheit dem hr. grafen wieder ingleichen einen tritt im arsch zu geben, und sollte es auf öfentlicher gasse geschehen. – ich begehre gar keine ''satisfaction'' deswegen beym Erzbischof, denn er wäre nicht im stande sie mir auf solche art zu verschaffen, wie ich sie mir selbst nehmen muß; sondern ich werde nächster tägen dem hr. grafen schreiben, was er sich von mir zuverlässig zu gewarten hat, sobald das glück will daß ich ihn treffe, es mag seyn wo es will, nur an keinen ort wo ich ''respect'' haben muß; –.“'' (Wolfgangs Brief an den Vater vom 13. Juni 1781)[http://www.zeno.org/Musik/M/Schiedermair,%20Ludwig/Die%20Briefe%20W.A.%20Mozarts%20und%20seiner%20Familie/Zweiter%20Band/Siebente%20Reihe/180.%20an%20den%20Vater,%20Wien,%2013.%20Juni%201781]
 
==Familie==
 
Georg Anton Felix war Sohn des Vinciguerra V. [[Arco|Grafen von Arco]] (* 1642, † 1721) und der Pulcheria Felicitas Gräfin von [[Thun]].
 
 
Aus seiner ersten Ehe mit Maria Ernestina Gräfin von [[Kuenburg|Khüenburg]] (* 1704) hatte er zumindest die Tochter
 
*  Josepha (* 11. Jänner 1730, † 1. Februar 1790), verh. mit Graf Ludwig Ernst Podstatsky-[[Lichtenstein_(S%C3%BCdtiroler_Adelsgeschlecht)|Lichtenstein]] (* 1723, † 1793)<ref>[http://genealogy.euweb.cz/ancest/dobrz.html Ancestors of Graf Jan Josef IV Dobrzenský z Dobrzenicz, Nr.n 208, 209, 418, 419.]</ref>.
 
In zweiter Ehe (ab 1731) war er mit Josepha Gräfin Hardegg (* 1710)<ref>Wissgrill/Odelga aaO.</ref> verheiratet, die ihm zumindest die folgenden Kinder schenkte:<ref>[http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=1736133 geneall.net > Georg Anton Felix, Graf von Arco;] [http://genealogy.euweb.cz/arco/arco5.html genealogy.euweb.cz/arco.]</ref>
 
* Leopold Julius Felix (* [[1. Februar]] [[1732]]), verh. mit Josepha Gräfin [[Firmian]] (* 1745, † 1803), Tochter des [[Franz Laktanz Graf von Firmian|Franz Laktanz Grafen von Firmian]];
 
<!--** Leopold Ferdinand, Graf von Arco  * 19.08.1764 † 29.03.1832 -->
 
*<!--#5.#--> Josef Adam Johann Nepomuk Felix (*&nbsp;[[27. Jänner]] [[1733]] in Salzburg, † [[3. Juni]] [[1802]] in Graz): 1764 Domherr und Weihbischof zu [[Passau]]; Salzburger [[Domherr]] ab [[30. August]] [[1776]]; später Bischof von Königgrätz ([[Tschechien|Ostböhmen]]) und Fürstbischof von [[Seckau]];<ref>Riedl aaO S. 126 und Aufschwörungsstammbaum Nr. 5.</ref>
 
* Carl Joseph Maria Felix (* [[9. März]] [[1743]], † 1830/31);
 
* Antonia Maria (* [[13. Oktober]] [[1738]], † [[1786]]), verh. mit Ernst Maria Joseph Graf von [[Lodron]] (vom [[Primogenitur-Majorat]]);
 
* Johann Nepomuk Ludwig Franz Anton (* [[16. Mai]] [[1744]], † [[23. Juli]] [[1833]]).
 
  
 
==Quellen, Fußnoten==
 
==Quellen, Fußnoten==
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:* Ruth Halliwell: ''The Mozart family: four lives in a social context'' (Oxford University Press, 1998, ISBN 0198163711, 9780198163718), insb. [http://books.google.at/books?id=TUMyCTKlAr0C&pg=PA204&lpg=PA204 S. 204 f: Graphik „Some interrelationships among the Firmian, Lodron and Arco families in Salzburg”.]
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:* [[Salzburger Staatskalender|Salzburger Hof- und Staatsschematismus]] für die Jahre 1778, 1786 und 1802
 
<references/>
 
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Version vom 26. April 2011, 18:47 Uhr

Carl Joseph Maria Felix Graf von Arco (* 9. März 1743, † 1830) war hochfürstlich salzburgischer Oberstküchenmeister und blieb in Erinnerung als derjenige, der Wolfgang Amadeus Mozart mit einem Fußtritt hinausbeförderte.

Leben

Karl Joseph Felix war Sohn des Georg Anton Felix Grafen von Arco und dessen zweiter Gemahlin Maria Josepha Viktoria Gräfin von Hardegg (* 2. März 1710, † 31. Dezember 1775).

Im fürsterzbischöflichen Dienst wurde er am 16. Jänner 1679 zum Kämmerer und Hofkammerrat, Oberstküchenmeister und Pfleger von Neuhaus/Gnigl ernannt.[1][2][3]

Er war zudem Oberstfischmeister, aber auch salzburgischer Offizier und von 1787 an Großkreuz des St. Ruperti-Ritterordens.[4]

Er bewohnte den ersten Stock des Gebäudes, das auf dem Mirabellplatz zwischen dem Mirabell und dem Graf-Lodronischen Palast stand.[5]

Der Tritt

Über den Hinauswurf durch den Grafen Arco berichtete der junge Mozart seinem Vater:

„ … – anstatt daß graf Arco meine bittschrift angenommen, oder mir audienz verschafet, oder gerathen hätte selbe nachzuschicken, oder mir zugeredet hätte die sache noch so zu lassen, und besser zu überlegen, afin, – was er gewollt hätte – Nein – da schmeist er mich zur thüre hinaus, und giebt mir einen tritt im hintern. – Nun, das heisst auf teutsch, daß Salzburg nicht mehr für mich ist; ausgenommen mit guter gelegenheit dem hr. grafen wieder ingleichen einen tritt im arsch zu geben, und sollte es auf öfentlicher gasse geschehen. – ich begehre gar keine satisfaction deswegen beym Erzbischof, denn er wäre nicht im stande sie mir auf solche art zu verschaffen, wie ich sie mir selbst nehmen muß; sondern ich werde nächster tägen dem hr. grafen schreiben, was er sich von mir zuverlässig zu gewarten hat, sobald das glück will daß ich ihn treffe, es mag seyn wo es will, nur an keinen ort wo ich respect haben muß; –.“ (Wolfgangs Brief an den Vater vom 13. Juni 1781)[2]

Quellen, Fußnoten

  1. Hochfürstlich-salzburgischer Hofkalender, oder Schematismus auf das Jahr … M.DCC.LXXXVI 1786. Von Franz Mehofer …, S. 18, 37 und 52.
  2. [1].
  3. Vor ihm hatte diese Funktionen Andräe Gottlieb Freiherr von Prank inne, vgl. den Schematismus für 1778.
  4. Schematismus 1802, S. 29; Anton von Schallhammer, Das erzbischöflich salzburgische Kriegswesen, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 7, 1867, S. 24-45 (38).
  5. Schematismus 1802, S. 54.