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| | Die Aiko-Krippe wurde im Laufe von über 50 Jahren von Brigitte Aichhorn-Kosina, der Gattin von [[Ferdinand Aichhorn]], erschaffen. Es begann [[1963]] mit einer kleinen Tischkrippe mit Maria, Josef und dem Kind, etwas Tannengrün und einem Rauschgoldengel. Das nächste Jahr kamen Ochs und Esel, drei Hirten und ein Paar Schafe unter einer Wurzel dazu. Von Jahr zu Jahr wurde ein Fach mehr im Bücherregal ausgeräumt, um dem steigenden Platzbedarf für die Krippe nachzukommen. Es entstanden die Stadt Bethlehem und das alpenländische Krippendorf. | | Die Aiko-Krippe wurde im Laufe von über 50 Jahren von Brigitte Aichhorn-Kosina, der Gattin von [[Ferdinand Aichhorn]], erschaffen. Es begann [[1963]] mit einer kleinen Tischkrippe mit Maria, Josef und dem Kind, etwas Tannengrün und einem Rauschgoldengel. Das nächste Jahr kamen Ochs und Esel, drei Hirten und ein Paar Schafe unter einer Wurzel dazu. Von Jahr zu Jahr wurde ein Fach mehr im Bücherregal ausgeräumt, um dem steigenden Platzbedarf für die Krippe nachzukommen. Es entstanden die Stadt Bethlehem und das alpenländische Krippendorf. |
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| − | Eine Lebensgeschichte auf viereinhalb Metern Länge und drei Metern Höhe: Die Welt ist klein in der großen Weihnachtskrippe des Ferdinand Aichhorn. Sein [[Kleinarl]]er Elternhaus steht im Modell hier, die [[Loferer Steinberge]] sind angedeutet, weiter geht es zur "Trattoria ai Cugnai", eine Referenz an sein Stammlokal in [[Venedig]]. Die Fischhalle von Fuerteventura ist ebenso da wie Bauten aus der [[Altstadt|Salzburger Altstadt]]. Über 300 Figuren beleben die Häuser, Straßen und Plätze – von fliegenden Engelchen bis zum schwarz gekleideten Jüngling mit einem Klapphandy am Ohr. Nur in Bethlehem ist es menschenleer. Von Josef und Maria keine Spur. Das traute Heilige Paar ist noch auf Herbergssuche – und weilt in der Auslage der [[Textil-Kunst-Galerie]], im Haus [[Steingasse]] 35. Diese Figuren kommen erst zu Weihnachten an ihren Platz. | + | Eine Lebensgeschichte auf viereinhalb Metern Länge und drei Metern Höhe: Die Welt ist klein in der großen Weihnachtskrippe des Ferdinand Aichhorn. Sein [[Kleinarl]]er Elternhaus steht im Modell hier, die [[Loferer Steinberge]] sind angedeutet, weiter geht es zur "Trattoria ai Cugnai", eine Referenz an sein Stammlokal in [[Venedig]]. Die Fischhalle von Fuerteventura ist ebenso da wie Bauten aus der [[Altstadt|Salzburger Altstadt]]. Über 300 Figuren beleben die Häuser, Straßen und Plätze – von fliegenden Engelchen bis zum schwarz gekleideten Jüngling mit einem Klapphandy am Ohr. Nur in Bethlehem ist es menschenleer. Von Josef und Maria keine Spur. Das traute Heilige Paar ist noch auf Herbergssuche – und weilt in der Auslage der [[Textil-Kunst-Galerie]], im Haus [[Steingasse]] 35. Diese Figuren kommen erst zu [[Weihnachten]] an ihren Platz. |
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| | "''Im Prinzip ist hier alles erfunden, aber gleichzeitig hat alles mit meinem Leben zu tun''", sagt Ferdinand Aichhorn, der [[2004]], an seinem siebzigsten Geburtstag beschlossen hatte, ein neues Leben anzufangen. Er schied aus dem von ihm gegründeten Architekturbüro aus und eröffnete die Galerie. Auch die Weihnachtskrippe übersiedelte vom Büro mit in die Steingasse, aber die Wurzeln dieses verblüffenden Werkes reichen zurück bis in das Jahr 1963. | | "''Im Prinzip ist hier alles erfunden, aber gleichzeitig hat alles mit meinem Leben zu tun''", sagt Ferdinand Aichhorn, der [[2004]], an seinem siebzigsten Geburtstag beschlossen hatte, ein neues Leben anzufangen. Er schied aus dem von ihm gegründeten Architekturbüro aus und eröffnete die Galerie. Auch die Weihnachtskrippe übersiedelte vom Büro mit in die Steingasse, aber die Wurzeln dieses verblüffenden Werkes reichen zurück bis in das Jahr 1963. |
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| | "''Es begann in der [[Schweiz]], wo ich in Zug meine erste Beschäftigung als Architekt gefunden hatte''", schildert Aichhorn, "''meine heute von mir getrennt lebende Frau Brigitte Aichhorn-Kosina hat damals die ersten Figuren aus Holz geschnitzt. Richtig gewachsen ist die Krippe in unserem Reihenhaus in [[Taxham]], wo wir [[1975]] eingezogen sind. Da hatten wir ein Bücherregal und jedes Jahr sind mehr Bücher woanders hin gekommen, um Platz für die immer größer werdende Krippe zu schaffen.''" Erinnerungen an die Kindheit (in den [[Loferer Steinberge]]n etwa war während des Krieges die Familie von Frau Aichhorn evakuiert), frische Eindrücke aus Reisen und die wechselnden Moden in der Gesellschaft sind dargestellt. | | "''Es begann in der [[Schweiz]], wo ich in Zug meine erste Beschäftigung als Architekt gefunden hatte''", schildert Aichhorn, "''meine heute von mir getrennt lebende Frau Brigitte Aichhorn-Kosina hat damals die ersten Figuren aus Holz geschnitzt. Richtig gewachsen ist die Krippe in unserem Reihenhaus in [[Taxham]], wo wir [[1975]] eingezogen sind. Da hatten wir ein Bücherregal und jedes Jahr sind mehr Bücher woanders hin gekommen, um Platz für die immer größer werdende Krippe zu schaffen.''" Erinnerungen an die Kindheit (in den [[Loferer Steinberge]]n etwa war während des Krieges die Familie von Frau Aichhorn evakuiert), frische Eindrücke aus Reisen und die wechselnden Moden in der Gesellschaft sind dargestellt. |
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| − | Die Krippe begann beinahe die gesamte Bücherwand zu füllen, das Wohnzimmer wurde nahezu unbewohnbar. Die Krippe wanderte in das Büro "Arbeitsgruppe Raumplanung" in die [[Griesgasse]] und füllte nach wenigen Jahren fast das gesamte Besprechungszimmer. Das alljährliche Auf- und Abbauen wurde schon zum Problem, war aber immer ein deutliches Zeichen für die Mitarbeiter und Besucher: "Weihnachten steht vor der Tür". Erst [[2004]] nach der Übersiedlung in die Steingasse fand die Krippe einen Platz, wo sie das ganze Jahr hindurch stehen bleiben kann und lediglich durch eine mobile Trennwand von der Galerie getrennt wird. | + | Die Krippe begann beinahe die gesamte Bücherwand zu füllen, das Wohnzimmer wurde nahezu unbewohnbar. Die Krippe wanderte in das Büro "Arbeitsgruppe Raumplanung" in die [[Griesgasse]] und füllte nach wenigen Jahren fast das gesamte Besprechungszimmer. Das alljährliche Auf- und Abbauen wurde schon zum Problem, war aber immer ein deutliches Zeichen für die Mitarbeiter und Besucher: "[[Weihnachten]] steht vor der Tür". Erst [[2004]] nach der Übersiedlung in die Steingasse fand die Krippe einen Platz, wo sie das ganze Jahr hindurch stehen bleiben kann und lediglich durch eine mobile Trennwand von der Galerie getrennt wird. |
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| | == Beschreibung == | | == Beschreibung == |