Taleporia tubulosa: Unterschied zwischen den Versionen
MK (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt) |
K (Volkstümlichen Namen an andere Stelle gesetzt) |
||
| (19 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | + | [[File:BE-HdN-2766a.jpg|thumb|Sack: Salzburg, [[Radstädter Tauern]], [[Kleinarltal]], Jägergraben, Weg zur Viehhofalm, Quelle, 1347 m, 2004.06.26]] | |
| − | [[File:BE-HdN-2766a.jpg|thumb|Sack: Salzburg, Radstädter Tauern, Kleinarltal, Jägergraben, Weg zur Viehhofalm, Quelle, 1347 m, 2004.06.26]] | + | '''Taleporia tubulosa''' (''Phalaena tubulosa'' Retzius, 1783: 44) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Psychidae]] (Sackträger). |
| − | '''Taleporia tubulosa''' ('' | + | |
| − | Volkstümlicher Name | + | == Volkstümlicher Name == |
| − | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie== | + | Röhrensackträger |
| − | ''T. tubulosa'' ist in Salzburg weit verbreitet und häufig. Die Art ist aus allen Landesteilen nach Embacher et al. ( | + | |
| + | ==Diagnose== | ||
| + | Sowohl die Männchen als auch der Sack der Raupe sind in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] sehr gut charakterisiert und unverwechselbar, obwohl die Grundfarbe der Vorderflügel wie auch das Ausmaß der Gitterung einer beträchtlichen Variabilität unterworfen sind. Die einfarbig goldene ''[[Taleporia politella]]'' (Ochsenheimer, 1816) kommt in Salzburg nicht vor (siehe dort). | ||
| + | |||
| + | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | ||
| + | ''T. tubulosa'' ist in Salzburg weit verbreitet und häufig. Die Art ist aus allen Landesteilen nach [[Gernot Embacher#Embacher et al.|Embacher et al.]] (2024) bereits nachgewiesen worden. Auch die Höhenverbreitung ist von 400 bis 1700 m gut dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2024). Die Art ist besonders in Laubmischwäldern verbreitet, die Säcke werden sehr gerne aber nicht nur an Baumstämme, sondern auch an Abbrüche und Blöcke von Karbonat-, wie auch Silikatgestein angesponnen. ''T. tubulosa'' kommt in Salzburg in einer Generation im Jahr vor. Die [[Glossar Biologie#I|''Imagines'']] schlüpfen von Mai bis Juli, die Raupen schlüpfen ab Ende Juli aus den Eiern, überwintern und sind dann noch bis Anfang Mai zu finden. | ||
| + | |||
| + | ==Nachbarfaunen== | ||
| + | Die Art ist in allen österreichischen Bundesländern vertreten (Huemer 2013). Sowohl in [[Oberösterreich]] (Kusdas & Reichl 1974) als auch in [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2016) kommt ''T. tubulosa'' zudem in jeweils allen genannten Naturräumen vor. | ||
| + | |||
==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
| − | Über die Biologie der Imagines liegen bisher nur wenige Daten vor. Die Paarungsaktivität dürfte hauptsächlich in die Morgenstunden fallen. Die Raupen leben an | + | Über die Biologie der ''Imagines'' liegen bisher nur wenige Daten vor. Die Paarungsaktivität dürfte hauptsächlich in die Morgenstunden fallen. Die Raupen leben an [[Flechte]]n und Algen, die sie von Baumrinde oder Felsen abweiden. Verschiedene [[Ichneumonidae]] (Schlupfwespen) wurden als Parasiten festgestellt (alle det. Martin Schwarz): ''[[Bathytrix thomsoni]]'', ''[[Pimpla turionellae]]'' und ''[[Gelis areator]]''. ''T. tubulosa'' ist in Salzburg wegen der weiten Verbreitung, der Häufigkeit und der geringen Bindung an einen bestimmten Lebensraumtyp ungefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). |
| + | |||
==Weiterführende Informationen== | ==Weiterführende Informationen== | ||
{{NKIS | taxonid=681}} | {{NKIS | taxonid=681}} | ||
| − | + | {{Fauna und Flora Projekt}} | |
==Quellen== | ==Quellen== | ||
| − | *Embacher, | + | *{{Quelle Embacher et al. 2024}} |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz | + | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| − | [[Kategorie: Biologie]] | + | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| − | [[Kategorie: | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2024. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2024.11.01]. |
| − | [[Kategorie: | + | *Kusdas, K. & E. R. Reichl 1974. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 2. Schwärmer und Spinner. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-263. |
| + | == Einzelnachweis == | ||
| + | <references /> | ||
| + | |||
| + | [[Kategorie:Wissenschaft]] | ||
| + | [[Kategorie:Naturwissenschaft]] | ||
| + | [[Kategorie:Biologie]] | ||
| + | [[Kategorie:Fauna]] | ||
| + | [[Kategorie:Insekt]] | ||
| + | [[Kategorie:Schmetterling]] | ||
| + | [[Kategorie:Kleinschmetterling]] | ||
Aktuelle Version vom 9. Mai 2025, 18:05 Uhr
Taleporia tubulosa (Phalaena tubulosa Retzius, 1783: 44) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Psychidae (Sackträger).
Volkstümlicher Name
Röhrensackträger
Diagnose
Sowohl die Männchen als auch der Sack der Raupe sind in Salzburg sehr gut charakterisiert und unverwechselbar, obwohl die Grundfarbe der Vorderflügel wie auch das Ausmaß der Gitterung einer beträchtlichen Variabilität unterworfen sind. Die einfarbig goldene Taleporia politella (Ochsenheimer, 1816) kommt in Salzburg nicht vor (siehe dort).
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
T. tubulosa ist in Salzburg weit verbreitet und häufig. Die Art ist aus allen Landesteilen nach Embacher et al. (2024) bereits nachgewiesen worden. Auch die Höhenverbreitung ist von 400 bis 1700 m gut dokumentiert (Kurz & Kurz 2024). Die Art ist besonders in Laubmischwäldern verbreitet, die Säcke werden sehr gerne aber nicht nur an Baumstämme, sondern auch an Abbrüche und Blöcke von Karbonat-, wie auch Silikatgestein angesponnen. T. tubulosa kommt in Salzburg in einer Generation im Jahr vor. Die Imagines schlüpfen von Mai bis Juli, die Raupen schlüpfen ab Ende Juli aus den Eiern, überwintern und sind dann noch bis Anfang Mai zu finden.
Nachbarfaunen
Die Art ist in allen österreichischen Bundesländern vertreten (Huemer 2013). Sowohl in Oberösterreich (Kusdas & Reichl 1974) als auch in Bayern (Haslberger & Segerer 2016) kommt T. tubulosa zudem in jeweils allen genannten Naturräumen vor.
Biologie und Gefährdung
Über die Biologie der Imagines liegen bisher nur wenige Daten vor. Die Paarungsaktivität dürfte hauptsächlich in die Morgenstunden fallen. Die Raupen leben an Flechten und Algen, die sie von Baumrinde oder Felsen abweiden. Verschiedene Ichneumonidae (Schlupfwespen) wurden als Parasiten festgestellt (alle det. Martin Schwarz): Bathytrix thomsoni, Pimpla turionellae und Gelis areator. T. tubulosa ist in Salzburg wegen der weiten Verbreitung, der Häufigkeit und der geringen Bindung an einen bestimmten Lebensraumtyp ungefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024).
Weiterführende Informationen
|
Quellen
- Embacher, G., S. Flechtmann, P. Gros & M. A. Kurz 2024 [2025]. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematische und revidierte Liste mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur. Sonderband. In Zusammenarbeit mit der Naturkundlichen Gesellschaft Salzburg. Haus der Natur, Salzburg: 3-176.
- Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
- Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2024. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2024.11.01].
- Kusdas, K. & E. R. Reichl 1974. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 2. Schwärmer und Spinner. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-263.
Einzelnachweis
- ↑ siehe Phänologie