Pilgrim II. von Puchheim: Unterschied zwischen den Versionen

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Unter dem streitbaren [[Fürsterzbischof]] '''Pilgrim II. von Puchheim''' erreichte das [[Erzbistum (Überblick)#Seine größte Ausdehnung unter Pilgrim II.|Erzbistum]] seine flächenmäßig größte Ausbreitung.
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Unter dem streitbaren [[Fürsterzbischof]] '''Pilgrim II. von Puchheim''' war von [[1365]] bis [[1396]] Fürsterzbischof von Salzburg und ein Salzburger Landesfürst des ausklingenden [[Mittelalter]]s. Unter seiner Regentschaft erreichte das [[Erzbistum (Überblick)#Seine größte Ausdehnung unter Pilgrim II.|Erzbistum]] seine flächenmäßig größte Ausbreitung.
  
 
==Leben==
 
==Leben==
Er war von [[1365]] bis [[1396]] Fürsterzbischof von Salzburg und ein Salzburger Landesfürst des ausklingenden [[Mittelalter]]s.  
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[[1368]] ließ Pilgrim das [[Salzburger Stadtrecht]] neu fassen und engte darin als autokratischer Fürst die Stadtrechte stark ein. Dies war später der Anlass, das sich 1403 Adel und Stadtbürger, ein Schutzbündnis gegen die jeweiligen erzbischöflichen Landesherrn schlossen, den "[[Igelbund]]".  
  
[[1368]] ließ Pilgrim das [[Stadtrecht]] neu fassen und engte darin als autokratischer Fürst die Stadtrechte stark ein. Dies war später der Anlass, das sich 1403 Adel und Stadtbürger, ein Schutzbündnis gegen die jeweiligen  erzbischöflichen Landesherrn schlossen, den "Igelbund".  
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In den Kämpfen zwischen Österreich und dem [[Herzogtum Bayern]] um den Besitz von [[Tirol]] blieb er neutral. Er weigerte sich auch, die [[Alpenübergänge]] nach Venedig im Krieg der [[Habsburger]] gegen die Serenissima zu sperren, da diese für den Salzburger [[Handel (historisch)|Handel]] von großer Bedeutung waren.  
  
In den Kämpfen zwischen Österreich und [[Bayern]] um den Besitz von [[Tirol]] blieb er neutral. Er weigerte sich auch, die [[Alpenübergänge]] nach Venedig im Krieg der [[Habsburger]] gegen die Serenissima zu sperren, da diese für den Salzburger [[Handel (historisch)|Handel]] von großer Bedeutung waren.  
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[[1371]] besetzte er in einer militärischen Aktion [[Berchtesgaden]], geriet aber selbst durch einen Hinterhalt am [[27. November]] [[1387]] in [[Raitenhaslach]] in die Gefangenschaft der bayerischen Herzöge. Er wurde durch eine gemeinsame Aktion des [[Domkapitel]]s und der [[Salzburger Landstände]] um 30.000 [[Gulden]] und den Verzicht auf die Burgen [[Schloss Itter|Pilgrim]] und [[Burgruine Kropfsberg|Kropfsberg]] im [[Inntal]] (beide im heutigen [[Nordtirol]]) freigekauft.
  
[[1371]] besetzte er in einer militärischen Aktion [[Berchtesgaden]], geriet aber selbst durch einen Hinterhalt am [[27. November]] [[1387]] in [[Raitenhaslach]] in die Gefangenschaft der bayerischen Herzöge. Er wurde durch eine gemeinsame Aktion des [[Domkapitel]]s und der [[Salzburger Landstände]] um 30.000 [[Gulden]] und den Verzicht auf die Burgen [[Schloss Itter|Pilgrim ]] und [[Burgruine Kropfsberg|Kropfsberg]] im [[Inntal]] (beide im heutigen [[Nordtirol]]) freigekauft.
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[[1377]] ging das [[Brixental]] durch Verpfändung an [[Friedrich (Chiemsee)|Friedrich]], [[Bischof von Chiemsee]]. Dieser verkaufte den ihm verpfändeten Besitz für 18.000 ungarische Gulden [[1380]] vorbehaltlich eines Rückkaufes an Pilgrim und [[1385]] gegen eine Summe von weiteren 8.000 ungarischen Gulden für immer an den Erzbischof von Salzburg.
  
[[1377]] ging das [[Brixental]] durch Verpfändung an [[Friedrich (Chiemsee)|Friedrich]], [[Bischof von Chiemsee]]. Dieser verkaufte den ihm verpfändeten Besitz für 18.000 ungarische [[Gulden]] [[1380]] vorbehaltlich eines Rückkaufes an Pilgrim und [[1385]] gegen eine Summe von weiteren 8.000 ungarischen Gulden für immer an den Erzbischof von Salzburg.
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[[1382]] war er in die [[Berchtesgadener Expedition]] involviert.
 
 
[[1382]] ist er in die [[Berchtesgadener Expedition]] involviert.
 
  
 
Am [[16. Juni]] [[1393]] wurde durch Papst Bonifaz IX. die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] der erzbischöflichen Mensa zur Versorgung der Hofhaltung einverleibt, was allerdings nur bis [[1407]] aufrecht blieb.  
 
Am [[16. Juni]] [[1393]] wurde durch Papst Bonifaz IX. die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] der erzbischöflichen Mensa zur Versorgung der Hofhaltung einverleibt, was allerdings nur bis [[1407]] aufrecht blieb.  
  
Pilgrim war der erste Fürsterzbischof, der in Salzburg einen glänzenden Hofstaat gründete und Salzburg mitteleuropaweit zu einem Mittelpunkt höfischer Kunst und Kultur machte. Im selben Jahr 1393 gründete er mit der [[Salzburger Cantorey]] ein Ensemble, das mit der Pflege der mehrstimmigen Kirchenmusik betraut war und aus dem der heute existente [[Salzburger Domchor]] hervorging: Er holte auch den größte Lyriker seiner Zeit, den [[Mönch von Salzburg]] an seinen Hof nach Salzburg. In früheren Jahren war vermutet worden, dass er der sagenumwobene [[Mönch von Salzburg]] gewesen sein könnte, was aber kaum glaubhaft ist. Ein Kunstwerk von besonderem Rang ist sein Thronsiegel, dessen Ausstattung bisher einzigartig war und das später Vorbild für zahlreiche Siegel nachfolgender Fürsterzbischöfe wurde.
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Pilgrim war der erste Fürsterzbischof, der in Salzburg einen glänzenden [[Salzburger Fürstenhof|Hofstaat]] gründete und Salzburg mitteleuropaweit zu einem Mittelpunkt höfischer Kunst und Kultur machte. [[1393]] gründete er mit der [[Salzburger Cantorey]] ein Ensemble, das mit der Pflege der mehrstimmigen Kirchenmusik betraut war und aus dem der heute existente [[Salzburger Domchor]] hervorging. Er holte auch den größte Lyriker seiner Zeit, den [[Mönch von Salzburg]] an seinen Hof nach Salzburg. In früheren Jahren war vermutet worden, dass er der sagenumwobene Mönch von Salzburg gewesen sein könnte, was aber kaum glaubhaft ist. Ein Kunstwerk von besonderem Rang ist sein Thronsiegel, dessen Ausstattung bisher einzigartig war und das später Vorbild für zahlreiche Siegel nachfolgender Fürsterzbischöfe wurde.  
  
 
Pilgrim II. war es auch, der gleichsam die ersten Schritte zur ''Verstaatlichung'' des [[Silbererzbergbau|Silber-]], [[Goldbergbau|Gold-]], [[Salzbergbau]]s und der [[Salzachschifffahrt]] einleitete. Er ließ den ersten [[Gulden|Goldgulden]] Salzburgs in der [[Salzburger Münze]] prägen.
 
Pilgrim II. war es auch, der gleichsam die ersten Schritte zur ''Verstaatlichung'' des [[Silbererzbergbau|Silber-]], [[Goldbergbau|Gold-]], [[Salzbergbau]]s und der [[Salzachschifffahrt]] einleitete. Er ließ den ersten [[Gulden|Goldgulden]] Salzburgs in der [[Salzburger Münze]] prägen.
 
 
  
 
==Quellen und Literatur==
 
==Quellen und Literatur==
* [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike]]: ''Geschichte Salzburgs.'' München, Wien 1998, S. 38.
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* [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike]]: ''Geschichte Salzburgs.'' München, Wien 1998, S. 38.
 
* [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/ [[Robert Hoffmann (Historiker)|Hoffmann, Robert]]: ''Salzburg, die Geschichte einer Stadt''. 2. Aufl. Salzburg-Wien-München 2008, S. 178f.,181f.,183f, 185ff.,191, 245.
 
* [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]/ [[Robert Hoffmann (Historiker)|Hoffmann, Robert]]: ''Salzburg, die Geschichte einer Stadt''. 2. Aufl. Salzburg-Wien-München 2008, S. 178f.,181f.,183f, 185ff.,191, 245.
 
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Version vom 9. Oktober 2018, 18:19 Uhr

Unter dem streitbaren Fürsterzbischof Pilgrim II. von Puchheim war von 1365 bis 1396 Fürsterzbischof von Salzburg und ein Salzburger Landesfürst des ausklingenden Mittelalters. Unter seiner Regentschaft erreichte das Erzbistum seine flächenmäßig größte Ausbreitung.

Leben

1368 ließ Pilgrim das Salzburger Stadtrecht neu fassen und engte darin als autokratischer Fürst die Stadtrechte stark ein. Dies war später der Anlass, das sich 1403 Adel und Stadtbürger, ein Schutzbündnis gegen die jeweiligen erzbischöflichen Landesherrn schlossen, den "Igelbund".

In den Kämpfen zwischen Österreich und dem Herzogtum Bayern um den Besitz von Tirol blieb er neutral. Er weigerte sich auch, die Alpenübergänge nach Venedig im Krieg der Habsburger gegen die Serenissima zu sperren, da diese für den Salzburger Handel von großer Bedeutung waren.

1371 besetzte er in einer militärischen Aktion Berchtesgaden, geriet aber selbst durch einen Hinterhalt am 27. November 1387 in Raitenhaslach in die Gefangenschaft der bayerischen Herzöge. Er wurde durch eine gemeinsame Aktion des Domkapitels und der Salzburger Landstände um 30.000 Gulden und den Verzicht auf die Burgen Pilgrim und Kropfsberg im Inntal (beide im heutigen Nordtirol) freigekauft.

1377 ging das Brixental durch Verpfändung an Friedrich, Bischof von Chiemsee. Dieser verkaufte den ihm verpfändeten Besitz für 18.000 ungarische Gulden 1380 vorbehaltlich eines Rückkaufes an Pilgrim und 1385 gegen eine Summe von weiteren 8.000 ungarischen Gulden für immer an den Erzbischof von Salzburg.

1382 war er in die Berchtesgadener Expedition involviert.

Am 16. Juni 1393 wurde durch Papst Bonifaz IX. die Fürstpropstei Berchtesgaden der erzbischöflichen Mensa zur Versorgung der Hofhaltung einverleibt, was allerdings nur bis 1407 aufrecht blieb.

Pilgrim war der erste Fürsterzbischof, der in Salzburg einen glänzenden Hofstaat gründete und Salzburg mitteleuropaweit zu einem Mittelpunkt höfischer Kunst und Kultur machte. 1393 gründete er mit der Salzburger Cantorey ein Ensemble, das mit der Pflege der mehrstimmigen Kirchenmusik betraut war und aus dem der heute existente Salzburger Domchor hervorging. Er holte auch den größte Lyriker seiner Zeit, den Mönch von Salzburg an seinen Hof nach Salzburg. In früheren Jahren war vermutet worden, dass er der sagenumwobene Mönch von Salzburg gewesen sein könnte, was aber kaum glaubhaft ist. Ein Kunstwerk von besonderem Rang ist sein Thronsiegel, dessen Ausstattung bisher einzigartig war und das später Vorbild für zahlreiche Siegel nachfolgender Fürsterzbischöfe wurde.

Pilgrim II. war es auch, der gleichsam die ersten Schritte zur Verstaatlichung des Silber-, Gold-, Salzbergbaus und der Salzachschifffahrt einleitete. Er ließ den ersten Goldgulden Salzburgs in der Salzburger Münze prägen.

Quellen und Literatur


Zeitfolge