Pilgrim II. von Puchheim: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 7. Oktober 2018, 18:29 Uhr
Unter dem streitbaren Fürsterzbischof Pilgrim II. von Puchheim erreichte das Erzbistum seine flächenmäßig größte Ausbreitung.
Leben
Er war von 1365 bis 1396 Fürsterzbischof von Salzburg und ein Salzburger Landesfürst des ausklingenden Mittelalters.
1368 ließ Pilgrim das Stadtrecht schriftlich fixieren.
In den Kämpfen zwischen Österreich und Bayern um den Besitz von Tirol blieb er neutral. Er weigerte sich auch, die Alpenübergänge nach Venedig im Krieg der Habsburger gegen die Serenissima zu sperren, da diese für den Salzburger Handel von großer Bedeutung waren.
1371 besetzte er in einer militärischen Aktion Berchtesgaden, geriet aber selbst durch einen Hinterhalt am 27. November 1387 in Raitenhaslach in die Gefangenschaft der bayerischen Herzöge. Er wurde durch eine gemeinsame Aktion des Domkapitels und der Salzburger Landstände um 30.000 Gulden und den Verzicht auf die Burgen Pilgrim und Kropfsberg im Inntal (beide im heutigen Nordtirol) freigekauft.
1377 ging das Brixental durch Verpfändung an Friedrich, Bischof von Chiemsee. Dieser verkaufte den ihm verpfändeten Besitz für 18.000 ungarische Gulden 1380 vorbehaltlich eines Rückkaufes an Pilgrim und 1385 gegen eine Summe von weiteren 8.000 ungarischen Gulden für immer an den Erzbischof von Salzburg.
1382 ist er in die Berchtesgadener Expedition involviert.
Am 16. Juni 1393 wurde durch Papst Bonifaz IX. die Fürstpropstei Berchtesgaden der erzbischöflichen Mensa zur Versorgung der Hofhaltung einverleibt, was allerdings nur bis 1407 aufrecht blieb. Im selben Jahr gründete er mit der Salzburger Cantorey ein Ensemble, das mit der Pflege der mehrstimmigen Kirchenmusik betraut war und aus dem der heute existente Salzburger Domchor hervorging.
Pilgrim II. war es auch, der gleichsam die ersten Schritte zur Verstaatlichung des Silber-, Gold-, Salzbergbaus und der Salzachschifffahrt einleitete. Er ließ den ersten Goldgulden Salzburgs in der Salzburger Münze prägen.
In früheren Jahren war vermutet worden, dass er der sagenumwobene Mönch von Salzburg gewesen sein könnte, was aber kaum glaubhaft ist.
Quellen und Literatur
- Zaisberger, Friederike: Geschichte Salzburgs. München, Wien 1998, S. 38.
- Dopsch, Heinz/ Hoffmann, Robert: Salzburg, die Geschichte einer Stadt. 2. Aufl. Salzburg-Wien-München 2008, S. 178f.,181f.,183f, 185ff.,191, 245.
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
| Vorgänger |
Salzburger Erzbischof 1365 - 1396 |
Nachfolger |