Geschichte der Salzburger Dommusik: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Im Zuge der Domrenovierung 1859 wurden die Pfeileremporen und -orgeln abgebrochen, der Stilpurismus der Zeit zeigte kein Verständnis für diese Spielarten der barocken Architektur und Musik. Die zwei westlichen Orgeln mit jeweils 6 Registern, die auf den Trompeterchören standen, kamen durch [[Matthäus Mauracher I.]] in die Pfarrkirchen [[Hof bei Salzburg|Hof]]<ref>Die Orgel wurde 1981 von Dompfarrer Ferdinand Grell für den Salzburger Dom zurückgekauft.</ref> und [[Niedernsill]],<ref>Die Orgel verbrannte am 7. Oktober 1877 beim Brand der Kirche.</ref> die ''Heilig-Geist-Orgel'' mit 13 Registern durch [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|Nepomuk Mauracher]] auf den [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt|Dürrnberg]], die sogenannte ''Hof-Orgel'' mit 14 Registern durfte sich Matthäus Mauracher behalten. Die Kirchenmusik wurde danach ausschließlich auf der hinteren Empore über dem Westeingang ausgeführt. | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
Version vom 20. Juli 2017, 22:13 Uhr
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der historischen Salzburger Dommusik.
Orgeln und Kirchenmusik ab 1628
Für den 1628 eingeweihten Salzburger Dom schuf Orgelmacher Leopold Rotenburger drei Instrumente, nämlich Orgeln für die zwei vordersten Emporen unter der Kuppel und ein Regal für das Presbyterium.[1] 1643 baute er zwei weitere Orgeln für die Trompeteremporen in der Vierung. Damit war eine einzigartige Möglichkeit geschaffen worden, polyphone barocke Kirchenmusik zum Erklingen zu bringen: an Hochfesten konnte in fünf Gruppen musiziert werden, im Presbyterium und auf den vier Emporen.
Wie die Musiker im 18. Jahrhundert verteilt waren, beschrieb Leopold Mozart 1757 ausführlich.[2]
1. Prinzipal-Chor mit Hoforgel
Die südöstliche Empore nannte man Prinzipal-Chor, hier stand die Hoforgel und ca. 14 Musiker; vom Prinzipal-Chor aus leitete der Kapellmeister oder sein Vertreter die Musik, auf ihr musizierten der Hoforganist, die Solosänger, ein Violoncellist, ein Violinist, drei Fagottisten und drei Posaunisten. Brühmte Hoforganisten waren Georg Muffat (1678 - 1687), Anton Cajetan Adlgasser (1750 - 1777), Franz Lipp (ab 1754), Wolfgang Amadeus Mozart (1779 - 1780), Johann Michael Haydn (ab 1782) und Matthias Kracher jun. (1832 - 1858).
2. Chor mit Heilig-Geist-Orgel
Ihnen gegenüber, auf der nordöstlichen Empore, standen ca. zwölf Violinisten mit ihrem Konzertmeister und dem Organisten an der Heilig-Geist-Orgel.
3. + 4. Trompeterchöre mit Orgeln von 1643
Auf den beiden westlichen Emporen, den sog. Trompeterchören, standen ca. sechs schwarz gekleidete Trompeter, zwei Pauker und zwei weitere Orgelspieler.
5. Ripienochor
Das fünfte Ensemble, die sog. Ripienisten, war um das Regal oder die Chororgel im Presbyterium gruppiert und bestand aus Kapellknaben, Domchorvikaren und Domchoralisten. Sie hatten die Aufgabe, das Tutti zu verstärken oder zu bilden.
Bekleidet waren die Musiker mit weißen Chorröcken, ausgenommen die Trompeter, die schwarze Uniformen trugen.
Demolierung der Vierungsorgeln 1859
Im Zuge der Domrenovierung 1859 wurden die Pfeileremporen und -orgeln abgebrochen, der Stilpurismus der Zeit zeigte kein Verständnis für diese Spielarten der barocken Architektur und Musik. Die zwei westlichen Orgeln mit jeweils 6 Registern, die auf den Trompeterchören standen, kamen durch Matthäus Mauracher I. in die Pfarrkirchen Hof[3] und Niedernsill,[4] die Heilig-Geist-Orgel mit 13 Registern durch Nepomuk Mauracher auf den Dürrnberg, die sogenannte Hof-Orgel mit 14 Registern durfte sich Matthäus Mauracher behalten. Die Kirchenmusik wurde danach ausschließlich auf der hinteren Empore über dem Westeingang ausgeführt.
Quellen
- Metzger, Heribert: Die Orgeln im Dom zu Salzburg. Hrsg. vom Metropolitankapitel zu Salzburg. Salzburg 2011.
- Walterskirchen, Gerhard: Die Kirchenmusikpraxis der Mozart-Zeit am Dom zu Salzburg. In: Die Vierungsorgeln im Dom zu Salzburg, Wiederherstellung 1991, hg. vom Domkapitel Salzburg, Salzburg 1991.
Fußnoten
- ↑ Heribert Metzger: Die Orgeln im Dom zu Salzburg, Salzburg 2011, S. 7.
- ↑ Leopold Mozart: Nachricht von dem gegenwärtigen Zustande der Musik Sr. Hochfürstlichen Gnaden des Erzbischoffs zu Salzburg im Jahr 1757. In: Historisch-Kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik, hg. von Friedrich Wilhelm Marpurg, Bd. 3, St. 3 (1757), [183]–198. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: Die Kirchenmusikpraxis der Mozart-Zeit am Dom zu Salzburg. In: Die Vierungsorgeln im Dom zu Salzburg, Wiederherstellung 1991, hg. vom Domkapitel Salzburg, o.p.
- ↑ Die Orgel wurde 1981 von Dompfarrer Ferdinand Grell für den Salzburger Dom zurückgekauft.
- ↑ Die Orgel verbrannte am 7. Oktober 1877 beim Brand der Kirche.