Großglockner Hochalpenstraße Schneeräumung: Unterschied zwischen den Versionen

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In den Jahren [[1936]] und [[1937]]  schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250.000 m³ Schnee,  um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Manchmal schien der Kampf gegen die Meter hohen Schneewände (acht bis zehn Meter waren und sind immer noch durchaus üblich) aussichtslos: Schwielen an den Händen, Schneeblindheit oder starke Sonnenbrände setzten den Männern zu. Manchmal verschärft durch starke Winde und unglaublichen Schneeverfrachtungen - 30 Meter hohe Schneeverwehungen machten die Anstrengungen von Tagen, ja manchmal von Wochen wieder zunichte.  
 
In den Jahren [[1936]] und [[1937]]  schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250.000 m³ Schnee,  um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Manchmal schien der Kampf gegen die Meter hohen Schneewände (acht bis zehn Meter waren und sind immer noch durchaus üblich) aussichtslos: Schwielen an den Händen, Schneeblindheit oder starke Sonnenbrände setzten den Männern zu. Manchmal verschärft durch starke Winde und unglaublichen Schneeverfrachtungen - 30 Meter hohe Schneeverwehungen machten die Anstrengungen von Tagen, ja manchmal von Wochen wieder zunichte.  
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2011 wurden die Schneeräumarbeiten mit den fünf Schneefräsen, die von zwölf  Mitarbeitern bedient werden, in der Rekordzeit von acht  Tagen bewältigt  werden. Bereits am [[19. April]] [[2011]] konnten die beiden von Nord und Süd arbeitenden Schneeräummannschaften den Durchbruch beim [[Hochtor]] melden. Mit [[21. April]] 2011 ging dann die Straße wieder in Betrieb, so früh wie seit 75 Jahren nicht mehr (es war der Gründonnerstag 2011).
  
 
[[Franz Wallack]], der Erbauer der Straße, erkannte schon bald die Vorteile mechanisierter Schneeräumung und konstruierte ein Arbeitsgerät, eine Kombination aus Schneefräse und Pflug: Seit [[1953]] räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge - ''System Wallack'' - und 12 Arbeiter der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG|GROHAG]] in zirka 14  Tagen die 600.000 m³ bis 800.000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen.
 
[[Franz Wallack]], der Erbauer der Straße, erkannte schon bald die Vorteile mechanisierter Schneeräumung und konstruierte ein Arbeitsgerät, eine Kombination aus Schneefräse und Pflug: Seit [[1953]] räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge - ''System Wallack'' - und 12 Arbeiter der [[Großglockner Hochalpenstraßen AG|GROHAG]] in zirka 14  Tagen die 600.000 m³ bis 800.000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen.

Version vom 19. April 2011, 14:07 Uhr

ein Wallack-Rotationspflug
ein Wallack-Rotationspflug im Einsatz im April 2011
nach dem Duchstich am 19. April 2011 wird eine zweite Fahrspur ausgefräst

Eine entscheidende Rolle für die Frequenz spielt auf hochalpinen Straßen die Schneeräumung. So auch bei der Großglockner Hochalpenstraße.

Allgemeines

In den Jahren 1936 und 1937 schaufelten 350 Männer in durchschnittlich 70 Tagen 250.000 m³ Schnee, um die Straße zumindest einspurig freizulegen. Manchmal schien der Kampf gegen die Meter hohen Schneewände (acht bis zehn Meter waren und sind immer noch durchaus üblich) aussichtslos: Schwielen an den Händen, Schneeblindheit oder starke Sonnenbrände setzten den Männern zu. Manchmal verschärft durch starke Winde und unglaublichen Schneeverfrachtungen - 30 Meter hohe Schneeverwehungen machten die Anstrengungen von Tagen, ja manchmal von Wochen wieder zunichte.

2011 wurden die Schneeräumarbeiten mit den fünf Schneefräsen, die von zwölf Mitarbeitern bedient werden, in der Rekordzeit von acht Tagen bewältigt werden. Bereits am 19. April 2011 konnten die beiden von Nord und Süd arbeitenden Schneeräummannschaften den Durchbruch beim Hochtor melden. Mit 21. April 2011 ging dann die Straße wieder in Betrieb, so früh wie seit 75 Jahren nicht mehr (es war der Gründonnerstag 2011).

Franz Wallack, der Erbauer der Straße, erkannte schon bald die Vorteile mechanisierter Schneeräumung und konstruierte ein Arbeitsgerät, eine Kombination aus Schneefräse und Pflug: Seit 1953 räumen jedes Jahr im April die fünf Rotationspflüge - System Wallack - und 12 Arbeiter der GROHAG in zirka 14 Tagen die 600.000 m³ bis 800.000 m³ Schnee von Straße und Parkflächen.

Der Einsatz dieser weltweit patentierten Wallack-Rotationspflüge verlängerte die Öffnungszeiten der Glocknerstraße erheblich. Waren es 1937 nur 132 Tage, konnte man 1963 sogar an 276 Tage die Glocknerstraße besuchen. In jüngster Zeit orientieren sich die Öffnungszeiten nicht mehr allein an den klimatischen Gegebenheiten, sondern auch an wirtschaftlichen Erwägungen. Von Anfang Mai bis Ende Oktober ist die Großglockner Hochalpenstraße üblicherweise geöffnet.

Seit Mitte der 1990er Jahre übernehmen Pistenraupen das Abtragen der lockeren oberen Schneeschicht, die bis dahin immer noch händisch abgetragen werden musste.

Mit 800.000 Kubikmeter Schnee, was einem Eisenbahnlastzug von 250 km Länge entspräche, hält das Frühjahr 1975 den Rekord. In diesem Jahr gab es "Schneeschluchten" von 21 Metern (Niveau Schneedecke-Obergrenze zu Straßenbelag).

Weblink

Quelle