Salzburg unter Napoleon: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 25. April 2021, 10:00 Uhr
Salzburg unter Napoleon, das war drei Mal Anfang des 19. Jahrhunderts.
Geschichte
- Hauptartikel: Befreiungskriege (Überblick)
1800
Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Am 10. Dezember 1800 verließ der letzte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo fluchtartig vor den anrückenden Franzosen Salzburg. Zwischen 12. und 14. Dezember 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die Schlacht am Walserfeld. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Bisher war das Erzbistum durch das Geschick und die Diplomatie seiner Erzbischöfe davon stets verschont geblieben.
Dann bildete Salzburg zunächst mit Passau, Eichstätt und Berchtesgaden ein Kurfürstentum, mit dem Großherzog Ferdinand III. von Toskana, der Bruder von Kaiser Franz II., für den Verlust des Großherzogtums Toskana entschädigt wurde. Aber 1805 standen erneut die Franzosen in Salzburg.
1809
- Hauptartikel Befreiungskrieg 1809
1809 wurde Salzburg abermals von französischen Truppen besetzt. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters Joachim Haspinger, eines Gefährten des Tiroler Bauernführers Andreas Hofer, griffen auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den Pass Lueg zeichneten sich Joseph Struber, der Wirt vom Stegenwald, Anton Wallner aus Krimml und Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau mit ihren Schützen besonders aus. Johann Panzl war auch bei der Schlacht um die Halbstundenbrücke in Taxenbach, bei der 400 Pinzgauer 7 000 Bayern sieben Stunden lang in Schach halten konnten, federführend.
Nach dem Scheitern des Freiheitskampfes erpresste die französische Verwaltung unter Marschall Lefèbvre enorme Kontributionszahlungen aus dem völlig verarmten und verschuldeten Land.
Durch den 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn (Wien) wurde Salzburg für ein paar Monate französische Provinz und stand unter der Leitung einer General-Landesadministration. Frankreich trat Salzburg 1810 (ohne Matrei) an Bayern ab.
Am 10. Oktober 1810 wurde die von den Franzosen in Salzburg eingeführte General-Landesadministration wieder aufgelöst.
Quellen
- Geschichte des Landes, Teil 2
- Peter Putzer: Salzburgs rechtliche Stellung im Staatsverband der Habsburgermonarchie, in: Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land Verlag Anton Pustet, Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2. Band II/2,
| vorher Fürsterzbistum (bis 1800) |
Salzburg unter Napoleon 1800–1802 1805–1806 1809–1810 |
nachher Kurfürstentum Salzburg (1803–1805) |