Hüttenberger Erzberg: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Das Bergbaurevier um Hüttenberg in Kärnten haben nicht die Römer erschlossen, sondern die Kelten, die mit ihrer hoch entwickelten Technik der Eisengewinnung und vor allem der Eisenverarbeitung den Ruf des bereits damals stahlartigen „Ferrum Noricum“ begründet und schon vor der Besetzung | + | Das Bergbaurevier um Hüttenberg in Kärnten haben nicht die Römer erschlossen, sondern die [[Kelten]], die mit ihrer hoch entwickelten Technik der Eisengewinnung und vor allem der Eisenverarbeitung den Ruf des bereits damals stahlartigen „Ferrum Noricum“ begründet und schon vor der Besetzung [[Norikum]]s durch Rom mit den Römern regen Handel betrieben haben. Unter römischer Herrschaft fand schließlich bis ins [[5. Jahrhundert]] im Hüttenberger Revier Eisenverhüttung statt. |
==Ferrum Noricum== | ==Ferrum Noricum== | ||
| − | Die Funktionstauglichkeit der Werkstücke aus norischem Eisen war ohne jeden Zweifel vom technologischen Können der Schmiede abhängig. Ihnen standen Sekundärrohstoffe (Altmetall) und die in den Schachtöfen erschmolzenen Eisenluppen (Primärrohstoffe) als Rohmaterial zur Verfügung. Die Qualität der Eisenluppen hängt vom Rohstoff aus den örtlichen Lagerstätten ab. | + | Die Funktionstauglichkeit der Werkstücke aus norischem Eisen war ohne jeden Zweifel vom technologischen Können der Schmiede abhängig. Ihnen standen Sekundärrohstoffe (Altmetall) und die in den Schachtöfen erschmolzenen Eisenluppen (Primärrohstoffe) als Rohmaterial zur Verfügung. Die Qualität der Eisenluppen hängt vom Rohstoff aus den örtlichen Lagerstätten ab. Den Kelten in den inneralpinen Gebieten, d.h. auch in Hüttenberg, standen nur Phosphor arme Erze zur Verfügung. Die erschmolzenen Eisenluppen waren daher unlegiert. Um die erforderlichen Eigenschaften der Werkstücke zu erreichen, mussten die inneralpinen Kelten eine mehrstufige Schmiedetechnik anwenden. Diese mehrstufige Schmiedetechnologie, die durch das phophorarme Eisenerz erforderlich war, beherrschten die keltischen Schmiede perfekt. Der durch die Art des Rohstoffes bedingte Qualitätsmangel der Rohprodukte wurde durch die örtlich besonders perfektionierte Schmiedetechnik ausgeglichen. Das "Ferrum Noricum" verdient daher auch nach modernen Analysen seinen qualitativ herausragenden Ruf. |
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Version vom 11. April 2010, 13:08 Uhr
Der Hüttenberger Erzberg im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten ist Herkunftsort für das an der Zeitenwende so berühmte norische Eisen, das „Ferrum Noricum“.
Allgemeines
Nicht der Steirische Erzberg, sondern der Erzberg in Hüttenberg in Kärnten lieferte das seinerzeit berühmte norische Eisen. Man weiß heute aus archäologischen Forschungen, dass die Römer nie am steirischen Erzberg Bergbau betrieben haben, wohl aber am Hüttenberger Erzberg. Das Forschungsteam mit der Gruppe um die Archäologin Brigitte Cech, das auch im Salzburger Goldbergbaurevier im Bockharttal im Gasteiner Tal durch seine Untersuchungen wesentliche Erkenntnisse über die Bergbaugeschichte erbracht hat, konnte auch im Hüttenberger Revier vorher bestehende Annahmen erstmals bestätigen und belegen.
Geschichte
Das Bergbaurevier um Hüttenberg in Kärnten haben nicht die Römer erschlossen, sondern die Kelten, die mit ihrer hoch entwickelten Technik der Eisengewinnung und vor allem der Eisenverarbeitung den Ruf des bereits damals stahlartigen „Ferrum Noricum“ begründet und schon vor der Besetzung Norikums durch Rom mit den Römern regen Handel betrieben haben. Unter römischer Herrschaft fand schließlich bis ins 5. Jahrhundert im Hüttenberger Revier Eisenverhüttung statt.
Ferrum Noricum
Die Funktionstauglichkeit der Werkstücke aus norischem Eisen war ohne jeden Zweifel vom technologischen Können der Schmiede abhängig. Ihnen standen Sekundärrohstoffe (Altmetall) und die in den Schachtöfen erschmolzenen Eisenluppen (Primärrohstoffe) als Rohmaterial zur Verfügung. Die Qualität der Eisenluppen hängt vom Rohstoff aus den örtlichen Lagerstätten ab. Den Kelten in den inneralpinen Gebieten, d.h. auch in Hüttenberg, standen nur Phosphor arme Erze zur Verfügung. Die erschmolzenen Eisenluppen waren daher unlegiert. Um die erforderlichen Eigenschaften der Werkstücke zu erreichen, mussten die inneralpinen Kelten eine mehrstufige Schmiedetechnik anwenden. Diese mehrstufige Schmiedetechnologie, die durch das phophorarme Eisenerz erforderlich war, beherrschten die keltischen Schmiede perfekt. Der durch die Art des Rohstoffes bedingte Qualitätsmangel der Rohprodukte wurde durch die örtlich besonders perfektionierte Schmiedetechnik ausgeglichen. Das "Ferrum Noricum" verdient daher auch nach modernen Analysen seinen qualitativ herausragenden Ruf.
Archäologische Fundstellen
Wichtige archäologische Fundstellen liegen zwischen Möselgut und Kitschdorf im Görtschitztal und in der Katastralgemeinde Lölling, im Ortsteil Semlach/Eisner, am Südwestabhang des Hüttenberger Erzberges. Es ist nach den heutigen Erkenntnissen wahrscheinlich, dass Noreia, das nach dem römischen Historiker Strabon nahe dem Zentrum des norischen Eisenabbaues lag, früher in der Steiermark vermutet und bis heute nicht gefunden wurde, im Görtschitztal zu suchen ist, wo noch an die hundert antike Öfen vermutet werden.
Salzburgbezug
Das Gebiet um Hüttenberg kam im 9. Jahrhundert oder im 10. Jahrhundert zusammen mit Althofen am Krappfeld (und etwas später auch Friesach) an das Erzbistum Salzburg, das nun auch das Besitzrecht über alle Bodenschätze, das Bergregal, ausübte. Die Marktgemeinde Hüttenberg im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten verdankt ihre Gründung und Entwicklung dem Hüttenberger Erzber. Hüttenberg verblieb bis zum Jahr 1805 in Salzburger Besitz.
Quellen
- Hermann Wießner, „Geschichte des Kärntner Bergbaues“, III. Teil, Kärntner Eisen, Archiv für Vaterländische Geschichte, 41. Und 42. Band, Klagenfurt 1953
- Friedrich Hans Ucik, Gerhard Niedermayr, „Hüttenberg in Kärnten“, Doris Bode Verlag GmbH., Haltern, Deutschland 1991
- res montanarum, Zeitschrift des Montanhistorischen Vereins Österreich, „Hüttenberg in Kärnten“, Kultur, Archäologie, Bergbau, Metallurgie, ISSN 1727-1797, August 2007