Skulptureninstallation Mozart – das unbezähmbare Genie

Skulptureninstallation Mozart – das unbezähmbare Genie von Ottmar Hörl war ein Kunstinstallation von Hunderte goldener Mini-Mozarts feiern den 270. Geburtstag des Genies. Sie musste am 11. August 2026 zweieinhalb Wochen vor dem geplanten Ende vorzeitig abgebrochen werden, da von 230 Mozart-Figuren 210 gestohlen worden waren. Die verbliebenen 20 Stück wurden noch im Auftrag des Künstlers gesichert.
Über die Skulptureninstallation
In Kooperation mit der Internationalen Stiftung Mozarteum realisiert der renommierte deutsche Konzeptkünstler eines seiner bekannten Figurenprojekte in der Mozart-Stadt.
Eine Heerschar goldener Mini-Mozarts erobert Salzburg: Mit der Skulptureninstallation "Mozart – das unbezähmbare Genie" des renommierten deutschen Konzeptkünstlers Ottmar Hörl feiert die Internationale Stiftung Mozarteum den 270. Geburtstag von Wolfgang Amadé Mozart gemeinsam mit den Salzburgern und Besuchern aus aller Welt.

Rund 320 goldfarbene, ca. 50 cm große Mozart-Figuren aus witterungsbeständigem Kunststoff sind aufgestellt: Im Mirabellgarten im Bereich Bastion/Museumspavillon bevölkern 230 Mini-Mozarts zwei schmale Rasenflächen. Kleinere Abordnungen tummeln sich im angrenzenden Garten des Mozarteums (50 Stk.) sowie im Mozart-Wohnhaus im Tanzmeistersaal und im Zauberflöten-Häuschen. Die Gesamtinstallation, die bis Ende August 2026 zu sehen sein wird, macht Kunst für alle erlebbar – ein Prinzip, für das der Künstler mit seinen seriellen Plastiken weltweit bekannt ist.
Ottmar Hörl zählt zu den führenden europäischen Konzeptkünstlern. Sein Anliegen ist es, Menschen aller Generationen die Teilhabe an Kunst und Kultur zu gewähren. Bis heute schafft Hörl in Kooperation mit verschiedenen europäischen Städten identifikationsfördernde, öffentlichkeitswirksame Installationen, darunter zahlreiche, die die herausragenden Leistungen bedeutender Persönlichkeiten würdigen, wie u. a. Richard Wagner in Bayreuth, Beethoven in Bonn, Einstein in Ulm, Goethe in Frankfurt am Main, Rimbaud in Charleville-Mézières, Brecht in Augsburg oder Dürer in Nürnberg, "Wien" und Daegu/Südkorea. Aktuell sorgt ein pinkfarbener Dürer-Hase auf dem Dach der Albertina in Wien weitum für Aufsehen.

Mozart – das unbezähmbare Genie: Skulptureninstallation von Ottmar Hörl
Die Idee, ein Kunstprojekt zu Wolfgang Amadé Mozart zu realisieren, beschäftigt Ottmar Hörl seit längerer Zeit. "Salzburg als Mozarts Geburtsstadt ist der ideale Ort, um das Jubiläum – den 270. Geburtstag des Genies – mit einer temporären Kunstinstallation zu würdigen", so der Künstler. Die enge Verbindung zwischen Mozart und Salzburg bildet die Grundlage für die Standortwahl und verleiht dem Projekt seine besondere kontextuelle Tiefe. "Der konzeptionelle Ansatz stellt nicht nur Mozarts musikalisches Schaffen in den Mittelpunkt, sondern rückt auch dessen menschliche Seite stärker ins Blickfeld. Musik fungiert dabei als verbindendes Element und besitzt eine heilende Wirkung", erklärt Ottmar Hörl, "aber nicht nur Musik spielte in der Familie Mozart eine große Rolle, sondern auch der geliebte Vierbeiner namens Pimperl. Im Briefwechsel der Familie Mozart, wird der vierbeinige Freund dutzende Male erwähnt." Mozarts Verbundenheit zu Tieren wird hier deutlich, und so stellt die serielle Figur Wolfgang Amadé Mozart gemeinsam mit einer Hündin dar. Die monochrom goldfarbene Skulptur zeigt Mozart würdevoll, die rechte Hand ist locker und galant ausgestreckt, die linke Hand liebevoll und behutsam auf den Kopf der Hündin gelegt, die sich eng an ihn schmiegt. "Es geht bei dem Konzept nicht um ein klassisches Denkmal, vielmehr um eine Arbeit, die Impulse setzt, die als ein Kommunikationsmodell funktioniert, zum Diskurs einlädt, Menschen miteinander ins Gespräch bringt und Menschen und Orte verbindet. Über das serielle System entwickelt sich der Gedanke, dass jeder an dieser künstlerischen Idee teilnehmen kann. Das entspricht der Grundidee des demokratischen Gleichheitsprinzips, die Bildungsinstitutionen wie Museen zugrunde liegt", resümiert Hörl.

Da die Verschiebung vom öffentlichen in den privaten Raum Teil des künstlerischen Konzepts ist, haben Mozart-Fans die Möglichkeit, ein Exemplar aus der Originalinstallation käuflich zu erwerben. 90 Euro kostet eine Originalskulptur aus der Installation, 180 Euro eine handsignierte Skulptur aus einer limitierten Auflage von 270 Stück. Dafür können Interessenten ein Pre-Ticket bis zum 30. August im Museumsshop im Mozart-Wohnhaus (Makartplatz 8) erstehen und den goldenen Mozart inklusive Zertifikat am Wochenende 29./30. August zwischen 11 und 15 Uhr im Mirabellgarten direkt bei der Skulptureninstallation abholen. Der Künstler Ottmar Hörl ist dann vor Ort und lädt zum Gespräch ein.
Wo sie zu sehen zu sehen und zu stehlen waren
Geplant war, dass die Skulptureninstallation vom 15. Juli bis 30. August 2026 im Mirabellgarten im Bereich Bastion/Museumspavillon sowie im angrenzenden Garten der Stiftung Mozarteum, außerdem im Mozart-Wohnhaus im Tanzmeistersaal und im Zauberflöten-Häuschen zu sehen gewesen wäre. Doch aufgrund der massiven Diebstähle der Figuren wurde die Aktion vorzeitig am 11. August abgebrochen.
Die signierten Exemplare waren Ende Juli bereits ausverkauft. Eine Zeit lang habe man die Figuren auch noch nachgesteckt, heißt es aus dem Mozarteum. Nachdem jedoch (Stand 29. Juli) bereits 86 der 230 allein im Mirabellgarten platzierten Stücke verschwunden waren, wurde damit aufgehört. Zudem wurde eine Figur pink übermalt, und weitere vergoldete Gegenstände kamen hinzu. Bei der Polizei wurden diese Vorgänge zunächst nicht angezeigt. Wiederaufgetaucht ist bislang keiner der Mini‑Mozarts.[1]
Einen Tag später berichteten die "Salzburger Nachrichten", dass bereits über 100 Stück verschwunden seien. Laut ORF Salzburg waren mit Stand Freitag, 30. Juli, bereits 118 von 230 Figuren aus dem Mirabellgarten verschwunden. Nun erstattete der Künstler Ottmar Hörl Anzeige bei der Polizei.
In einem Gespräch der SN am Mittwoch, 28. Juli, betonte Mozarteum‑Geschäftsführer Linus Klumpner, dass man vom Ausmaß der Entwendungen überrascht sei, und appellierte an die Menschen, nun wirklich damit aufzuhören. Er zeigte sich aber erfreut über das große Interesse an den Mini‑Mozarts: "Es haben bereits weltweit über 200 Zeitungen berichtet, und auch in den sozialen Medien ist das Interesse groß." Gegenüber der APA stellte Klumpner in den Raum, dass die Verbreitung der Mini‑Mozarts wohl bis zu einem gewissen Grad Teil des Konzepts sei.[2]
Linus Klumpner, Geschäftsführer der Internationalen Stiftung Mozarteum hält am Ende der Aktion fest: "Die Geschichte der Kunst im öffentlichen Raum, hat oftmals unter Beweis gestellt, dass sie mit großen Diskussionen einhergeht. In einem Umfeld, fernab einer schützenden musealen Atmosphäre, sind Installationen Parametern unterworfen, die nicht steuerbar sind. Im aktuellen Fall wurde in Abstimmung mit dem Künstler entschieden, einen kleinen Teil der öffentlichen Installation im Mirabellgarten zu sichern, da die illegale Mitnahme von Figuren überhand genommen hat. Nun sind zu unserem Bedauern auch noch die restlichen Figuren abhanden gekommen. Was bleibt ist ein Spiegel unserer gesellschaftlichen Interessen – zwischen Hochachtung, Aktionismus und Kritik. Ein Spannungsfeld, dass nicht in allen Aspekten begeistern kann. Schlussendlich reiht sich Mozart – das unbezähmbare Genie in den Reigen der großen Kunstprojekte der Stadt Salzburg ein. Projekte die essenziell sind und bleiben, denn sie führen zu einem breiten Diskurs über das Wesen der bildenden Kunst. Somit wird ihre Relevanz immer wieder ins Bewusstsein gerufen und das muss unser oberstes Ziel bleiben."
Der verbleibende Teil von Mozart – das unbezähmbare Genie kann noch bis Ende August im Garten des Mozarteums (50 Mini-Mozarts) sowie im Mozart-Wohnhaus (40 Stück) im Tanzmeistersaal bzw. im Zauberflöten-Häuschen besichtigt werden.
Quellen
- mozarteum.at/presse
- Presseinformation der Internationalen Stiftung Mozarteum am 12. August 2026