Pyrgus andromedae

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Pyrgus andromedae (Syrichthus andromedae Wallengen, 1853: 25) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Hesperiidae (Dickkopffalter).

Diagnose

Wie bei verwandten Arten ist auch bei P. andromdae die Hinterflügeloberseite einfärbig dunkel, ohne helle Flecken, die Vorderflügeloberseite besitzt aber deutliche weiße Fleckenreihen. Über der Mitte des Vorderflügel-Innenrandes befinden sich meist drei Flecken. Die weißen Fransenanteile sind rechteckig. Längs des Analrandes der Hinterflügelunterseite ist eine Ausrufezeichen-artige weiße Zeichnung erkennbar (Stettmer et al. 2022).

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie

In den nördlichen Kalkalpen (Zone II nach Embacher et al. 2025), den Zentralalpen (Zone IV) und dem Lungau (Zone V) ist P. andromedae in Salzburg weit verbreitet und in der obermontanen und alpinen Zone (1700 bis 2400 m) oft häufig anzutreffen. Vereinzelt sind Tiere bereits ab 400 m Höhe zu finden, andererseits konnten Falter auch schon bis 2700 m Höhe beobachtet werden. Nach Gros (1998) fliegt die Art auf eher trockenen alpinen Rasen, an steinigen Stellen und oft in der Nähe von Schutthalden. Sie wurde aber auch in der Zwergstrauchheide, auf lückigen Stellen in der Krummholzzone, auf Schotterterrassen von Wildbächen im lichten Bergwald und gelegentlich sogar auf sumpfigen Stellen angetroffen. Die Flugzeit erstreckt sich, je nach Höhenlage, in einer Generation von Mai bis August (Kurz & Kurz 2026).

Nachbarfaunen

Huemer (2013) meldet die Art aus allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von Wien und dem Burgenland. Sowohl in Oberösterreich (Kusdas & Reichl 1973, GBIF 2026), als auch in Bayern (Haslberger & Segerer 2021) beschränkt sich das Vorkommen von P. andromedae auf das Gebiet der Kalkalpen, wobei die Art aber auch hier immer wieder in niedrigen Lagen unter 1000 m Höhe anzutreffen ist (Kusdas & Reichl 1973).

Biologie und Gefährdung

Zur Aktivität der Imagines ist nur ein Datensatz dokumentiert (Flug zwischen 8 und 9 Uhr MEZ). Gros (1998) berichtet über das Eiablageverhalten der Weibchen in Salzburg. Demnach werden die Eier einzeln an Blätter der Silberwurz (Dryas octopetala) abgelegt, und zwar in flachen Polstern an felsigen Steilhängen. Die Silberwurz ist die einzige bekannte Nahrungspflanze der Raupen, die Eiablage erfolgt an nicht blühenden Pflanzen. Auf Grund der weiten Verbreitung, auch der Nahrungspflanze der Raupen und des überwiegenden Vorkommens im Hochgebirge ist P. andromedae in Salzburg ungefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2025).

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen und Hilfe:

Naturkundliche Gesellschaft

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Über das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora
Das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.


Quellen

  • GBIF Austria 2026. Global Biodiversity Information Facility, participant node Austria. URL: https://www.gbif.at/ [online 2026.01.19].
  • Gros, P. 1998. Eiablage und Futterpflanzen der Falter der Gattung Pyrgus Hübner, 1819 im Bundesland Salzburg, unter besonderer Berücksichtigung von Pyrgus andromedae (Wallengren, 1853) (Lepidoptera: Hesperiidae, Pyrginae). Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Entomologen 50 (1/2): 29-36.
  • Haslberger, A. & A.H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
  • Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2026.01.16].
  • Kusdas, K. & E. R. Reichl 1973. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 1. Tagfalter. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-266.
  • Stettmer, C., M. Bräu, P. Gros & O. Wanninger 2022. Die Tagfalter Deutschlands und Österreichs. Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL): 3-355.

Einzelnachweis