Matthias Stöckl

Hier Matthias Stöckl, aber nicht auf dem unten beschriebenen Bild. Hier auf einer Zeichnung von Georg Pezolt, die später koloriert wurde.

Den auf mehreren Bildern dargestellten und in Bramberg verorteten Bauernführer Matthias Stöckl hat es als historische Person nicht gegeben.

Allgemeines

So verwies der Salzburger Historiker Fritz Koller in der Chronik von Bramberg die »Stöckl-Saga« rund um Matthias und dessen Bruder in das Reich der Legende. Koller hielt, bis ins Detail gehend, fest, dass dem Bruderpaar im Verlauf der Jahrhunderte nach und nach durch das Hinzufügen immer neuer Einzelheiten die maßgebliche Rolle beim Ausbruch des Salzburger Bauernkrieges 1525 nur angedichtet worden sei.

In sämtlichen zeitgenössischen Verhörprotokollen sind weder ein Matthias noch ein Stöckl anderen Vornamens erwähnt. Zudem sei der Familienname Stöckl in Bramberg für diese Zeit gar nicht nachweisbar. Somit beruhe auch die auf den Gemälden des 18. Jahrhunderts und 19. Jahrhunderts dargestellte Bauernführerschaft Matthias Stöckls nicht auf authentischen Quellen.

Das Bild

Von dem Salzburger Bauernführer Matthias Stöckl ist eine votivbildartige Darstellung erhalten, die aus der Zeit um 1820 stammt, aber wohl auf ältere historische Vorlagen zurückgreift. Stöckl ist hier im Raum Mönchsberg auf einem Schimmel vor der Festung Hohensalzburg in voller Rüstung und mit Schwert in der Hand dargestellt, wie er reitet. Auf dem Boden liegen vier hölzerne Kanonen, mit denen die schlecht ausgerüsteten Bauern damals vergeblich versuchten, die Festung zu erobern. Neben Stöckl sind verschiedene Stichwaffen, eine Fahne und ein Legatenkreuz zu erkennen. Die Ritterrüstung des Bauernführers und die im Bildtext erwähnten 33 000 kämpfenden Rebellen entsprechen wohl nicht den Tatsachen. Auch waren die Hasengrabenbasteien, das dortige Zeughaus der Festung sowie die neuzeitliche Katze mit dem Inneren Schartentor damals noch nicht erbaut.

Das Bild ist online unter diesem Link zu sehen.

Quellen und Literatur