Manfred Lindenthaler

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Oberst Manfred Lindenthaler, BA (* 1965[1]) ist Leiter des Stadtpolizeikommandos Salzburg.

Aus seinem Leben

Zum – ersten – Stadtpolizeikommandanten Salzburgs wurde der Tiroler Lindenthaler mit 1. Juli 2005 ernannt.[2]

Manfred Lindenthalerist auch Sportlicher Leiter des Landespolizeisportvereins Salzburg.[3]

Portrait

(2025)

20 Jahre Stadtpolizeikommandant in Salzburg: Welche Vorfälle die Nerven strapazierten

Manfred Lindenthaler war Salzburgs erster Stadtpolizeikommandant – und er ist das bis heute geblieben. Vieles an dem Job ist heute aber anders. Und auch in der Gesellschaft habe sich einiges gewandelt.

Als Polizei, Kripo und Gendarmerie mit einer tiefgreifenden Reform 2005 zusammengelegt wurden, entstand in Salzburg der Posten des Stadtpolizeikommandanten. Und plötzlich stand da ein 40-jähriger uniformierter Tiroler und stellte sich als Chef vor.

Mit 1. Juli 2005 übernahm Manfred Lindenthaler das Stadtpolizeikommando in Salzburg. In diesen Tagen ist sein rundes Dienstjubiläum. Im Nachhinein betrachtet seien die zwei Jahrzehnte wie im Flug vergangen, gibt er zu. Zwischendrin freilich gab es viele Aufreger, oftmals auch unter tatkräftiger Mithilfe der Politik – von Sicherheitsthemen in diversen Parks wie in Lehen oder Schallmoos bis zu Alkoholverboten am Rudolfskai und am Bahnhofsvorplatz oder dem Straßenstrich in der Vogelweiderstraße. Großereignisse wie die Flüchtlingskrise 2015, die Rad-WM 2006 oder die Fußball-Euro 2008 gehörten ebenso dazu.

"Es war ganz selten fad", meint Lindenthaler. Man sieht den Stadtpolizeikommandanten stets in Uniform gekleidet. Schreibtischtäter ist aus ihm bis heute keiner geworden. Lindenthaler gilt als einer, der draußen schon mal eine Amtshandlung selbst vornimmt. "Auch deshalb, damit man weiß, was unsere Leute eigentlich leisten müssen. Wenn du dich selber nicht einklinkst, weißt du auch nicht, wie sich die Arbeit verändert hat." Heute habe jeder in Zeiten von Social Media das Handy griffbereit. "Das hat es früher nicht gegeben. Ein Polizist ist immer irgendwie transparent heute. Das muss man im Hinterkopf haben. Alles, was ich mache, muss zu 100 Prozent passen." Die Zeit sei schnelllebiger geworden, auch in puncto gesetzlicher Bestimmungen, die sich laufend erweitern.

Seine Statur hat sich in den 20 Jahren nicht verändert. Lindenthaler ist der hagere Mann geblieben, der er zu seinem Einstand war. Viel mehr hat sich die Polizeiarbeit in den 20 Jahren verändert, auch was das kriminelle Geschehen anbelangt. "Am Anfang waren es Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Schlägereien am Rudolfskai oder Dämmerungseinbrecher. Heute ist es vermehrt die Internetkriminalität, die Betrugsmaschen mit falschen Polizisten und Neffentricks. Das ist in den vergangenen Jahren verstärkt gekommen und das sind derzeit unsere größten Herausforderungen."

Die Phänomene wandelten sich im Lauf der Zeit. Heute raube kaum noch jemand eine Bank oder eine Trafik aus, damals war das gang und gäbe. "Dafür beschäftigt uns die Jugendkriminalität massiv. Das hat vor drei Jahren angefangen. Wir waren dann die Ersten in Österreich, die begonnen haben zu reagieren, indem wir junge Beamte darauf angesetzt haben, die draußen mit den Jugendlichen Kontakt haben, deren Sprache sprechen und einen Zugang bekommen zu ihnen. Das hat uns schon viel gebracht", sagt Lindenthaler.

Auch gesellschaftlich habe sich viel getan. "Corona hat schon noch einmal eine Veränderung hervorgerufen. Die Leute sind allem gegenüber kritischer geworden und hinterfragen mehr – das trifft auch uns. Und sie wollen auch vieles aufholen aus dieser Zeit. Da merken wir, dass Kundgebungen und Demonstrationen mehr geworden sind. Das bedeutet natürlich auch für uns mehr Arbeit."

Mit Corona seien aber auch zwei Problemfälle praktisch verschwunden. Zum einen der illegale Straßenstrich, gegen den das Amt für öffentliche Ordnung und die Polizei jahrelang mühevoll gekämpft haben. Und zum anderen seien auch die Ausschreitungen am Rudolfskai in dieser Form nicht mehr vorhanden. "Das hat Covid erledigt. Und der Rudolfskai hat mich wirklich oft Nerven gekostet. Kein Wochenende, an dem nicht irgendwas war", schildert Lindenthaler. Im Verkehr beschäftigt die Polizei neben E-Scootern und E-Bikes auch die Raser- und Tuningszene. Man reagiert mit Schwerpunktkontrollen. "Das haben wir heuer wirklich massiv verstärkt."

Kurios mutet auf den ersten Blick an, dass es heute weniger Polizisten gibt als vor 20 Jahren. 487 systemisierte Stellen waren es noch 2005, heute zählt Lindenthaler 472 Polizistinnen und Polizisten in der Stadt. Die Erklärung dafür ist, dass das Polizeianhaltezentrum mittlerweile bei der Landespolizeidirektion angesiedelt ist. Im Gegenzug wurden die Inspektionen beim Hauptbahnhof und in Lehen aufgerüstet – dort gibt es heute deutlich mehr Personal als früher. Nachwuchssorgen gibt es nicht. Man habe genügend Bewerber. "Und auch die Qualität der Bewerber ist wieder besser geworden", meint der Tiroler.

Ist Salzburg sicherer geworden seit 2005? "Es ist nach wie vor ein sehr sicheres Bundesland. Es gibt bei uns keine No-go-Areas wie in deutschen oder französischen Städten. Zum Glück nicht." Die Hälfte aller strafbaren Handlungen im Bundesland entfällt auf die Stadt. Man habe eine hohe Aufklärungsquote. "Das heißt schon, dass wir gut aufgestellt sind", sagt Lindenthaler.

Ist der Job in den 20 Jahren ruhiger geworden? "Nein, ist er nicht." Heute zähle er zur alten Garde. Um ihn herum sei bereits eine neue Generation am Werk. "Es ist ein Umbruch da. Ich sehe das positiv." Und wie lange hat der stets unaufgeregte Kommandant noch vor, den Job auszuüben? "Solange es mich freut und solange ich gesund bin, mache ich meinen Job."

Quelle

Einzelnachweis

  1. Skizeit-Profil "Manfred Lindenthaler"
  2. Artikel "Stadtpolizeikommando Salzburg"
  3. Landespolizeisportverein Salzburg: Startseite>Service>Vorstand (abgerufen am 12. Februar 2026)