Gaferlgut

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Gaferlgut ist ein bäuerliches Anwesen in der Pinzgauer Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße.

Geschichte

Ehemalige Gaferlbauer waren Matthäus Gruber und seiner Frau Maria, geborene Hutter sowie deren Sohn Matthäus Gruber (* 1789; † 1855), Gaferlbauer und Komponist geistlicher Volkslieder.

Das Gaferlgut ist im Eigentum der Familie der ehemaligen Landesrätin Maria Hutter.

Geschichte des ehemaligen Naturdenkmals

Die Eiche wurde 1526 aus einem tragischen Grund gepflanzt. In den Jahren 1525 und 1526 erhoben sich Bergleute und Bauern aus den Gebirgsgauen gegen die Unterdrückung und Ausbeutung durch den Fürsterzbischof Matthäus Lang. 1525 belagerten sie den Fürsterzbischof in der Festung Hohensalzburg, bevor es zum Waffenstillstand kam. 1526 erhoben sich die Bauern, ausgehend vom Pinzgau, erneut. Im Zuge dieses Aufstands wurde in Bruck das Schloss Fischhorn, das im Besitz der Bischöfe von Chiemsee war, geplündert und angezündet. Es sollte erst 150 Jahre später wieder vollständig hergestellt werden.

Unter den Rädelsführern sollen die zwei Brucker Bauern Woferl und Gaferl gewesen sein. Die Überlieferung sagt, dass sie deswegen an einem Baum im Hof von Schloss Fischhorn gehängt wurden. Sie durften auch nicht auf dem Friedhof begraben werden, und es durfte kein Kreuz für sie aufgestellt werden. Deshalb sollen ihre Angehörigen für sie Bäume gepflanzt haben: beim Woferlgut eine Eiche und beim benachbarten Gaferlgut eine Linde.

Ein Föhnsturm knickte Anfang Dezember 2009 die mächtige Linde beim Gaferlgut, die als Naturdenkmal geschützt war. Diese Linde wurde 1526 von Angehörigen zum Gedenken an den damaligen Gaferlbauern, der einer der regionalen Anführer in den Bauernkriegen war und dafür hingerichtet wurde, gepflanzt.

Quellen

  • Artikel Föhn und dortige Quellen
  • sn.at, 7. Juni 2026: Bauernkriege in Salzburg: 500 Jahre alte Eiche erinnert an die Gräuel der Aufstände im Pinzgau. Ein Beitrag von Anton Kaindl.