Franz Dückher von Hasslau
Franziskus Dückher von Hasslau zu Urstein und Winckl (* 27. September 1609 Innsbruck, Tirol, † 14. Oktober 1671 in Salzburg) schrieb eine der bedeutendsten Chroniken der Salzburger Geschichte.
Leben
Franz Dückher (eigentlich Franziskus Dückher von Hasslau zu Urstein und Winckl) wurde am 27. September 1609 in Innsbruck geboren. Sein Vater Johann Dückher war Diener des Erzherzogs Maximilian von Österreich. Seine Mutter war Maria Dückher (geb. von Heißperg). Franz Dückher war der Begründer der Salzburger Linie der Familie Dückher.
Dückher kam erst mit 16 Jahren nach Salzburg, also 1625, um an der erst gerade gegründeten Universität zu studieren. Aber der Aufenthalt dauerte zunächst nicht lange. Die Pest machte auch vor Salzburg nicht Halt und Dückher von den Eltern, denen von drei Kindern zwei schon in jungen Jahren verstorben waren, zuerst nach Süddeutschland und dann ins Burgund (Frankreich) geschickt wurde. Er studierte zunächst in Freiburg im Breisgau und in Dole (Burgund). 1628 reiste Dückher nach Lyon und Paris und kam dann 1629 wieder nach Hall in Tirol.
1631 wurde Franz Dückher Truchseß (ursprünglich die Amtsbezeichnung für den Küchenmeister, der die Speisen auftrug(1)) in München am Hofe des Herzogs Albrecht von Bayern. Auch dort musste Dückher bald weg. Aber diesmal vor den anmarschierenden Schweden, die München bedrohten. Der Herzog, und mit ihm Dückher, flohen nach Salzburg.
1633 heiratete Dückher Maria Clara Spindlerin und bezog Schloss Rettenberg bei Kolsaß in Tirol, das im Pfandbesitz der Familie war.
Als die Mutter der Maria Clara starb, erbte diese die Besitzung Schloss Urstein, die damals auf der anderen Seite der Salzach lag. Denn das uns bekannte Schloss wurde erst Jahrzehnte später von Dückhers Sohn Alfons erbaut. Nach kräftiger Renovierung siedelte Dückher mit seiner Familie 1637 von Rettenberg nach Urstein. Drei Jahre später trat er in die Dienste Erzbischofs Paris Graf Lodron als Hofrat und Oberstjägermeister, und wenige Monate später wurde er überdies noch Hofkammerrat.
Man vermutet, dass Dückher damals schon an seiner Chronik arbeitete. Damit wurde er der Zensur verdächtig. Das brachte ihm nicht nur Feinde, er fiel schließlich beim Erzbischof in Ungnade. So verließ er 1644 die erzbischöflichen Dienste, um ausschließlich an seiner Chronik zu arbeiten.
Seine Familie war sehr kinderreich, doch starben mehrere als Kleinkinder; drei seiner Söhne kamen, als sie mit einem Schiff von Urstein zurück an den Studienort Salzburg fahren wollten, unmittelbar beim heutigen Elisabethkai ums Leben.
Dückher, der schon einmal ein Haus in Salzburg besessen hatte, kaufte sich in der Chiemseegasse eine Stadtbleibe. Am 11. Mai 1651 erhielt er die Landsmannschaft im Erzbistum Salzburg, und sein Wappen wurde in die Landtafel eingemalt. Einen Monat später erhielt er von Erzbischof Paris Lodron das Pflegeramt(2) in Werfen verliehen. Der Nachfolger Lodrons, Guidobald Graf von Thun und Hohenstein, übertrug Dückher schließlich das Pflegeramt in Hallein und die wichtige Position des Oberwaldmeisters, dem das gesamte Salinenwesen in Hallein mit den Bergwerken und Sudhäusern, der Salzkasse und der Überwachung des Salzhandels unterstand. Der neue Pfleger versuchte Missstände abzustellen.
Und er hatte insbesondere für alle Brücken und den großen Holzhandel bei Hallein zu sorgen. Überschwemmungen aber hinterließen schreckliche Verheerungen. Dückher ließ die geborstenen Holzrechen neu errichten. Er übernahm sich körperlich und wurde schwer krank. Eine neue Überschwemmung führte dazu, dass die Feinde und Neider Dückhers erreichten, dass der Erzbischof eine Untersuchungskommission nach Hallein entsandte. Die Angriffe waren ungerecht, aber Dückher trat im Juli 1662 sofort aus seinem Dienst und hatte nun die Ruhe, sich seiner Chronik Salzburgs zu widmen. Es wurde die erste deutschsprachige Chronik von Salzburg. Ihr Verfasser starb am 14. Oktober 1671.
Salzburger Chronik
Die „Saltzburgische Chronica“ mit dem langatmigen Untertitel „Das ist: Beschreibung deß Lands/Stifftung und denckwürdiger Geschichten / deß Hoch-löbl. Ertz-Stiffts Saltzburg: Mit schönen Kupfferstücken deß Lands / dessen fürnehmsten Städt und Oerter / auch aller Bischöff und Ertz-Bischoffen-Wappen“ erschienen beim Salzburger Drucker und Verleger Johann Baptist Mayr anno 1666.
Quelle
- Karl Heinz Ritschel Salzburger Miniaturen 2, Otto Müller Verlag: Salzburg-Wien, 2001, gefunden auf:
- www.salzburg.at