Das Städtische Leihhaus (auch Hochfürstliches Versatzhaus) war ein Gebäude, das sich bis 1907 auf dem Salzburger Makartplatz befand.

Baugeschichte

Erzbischof Jakob Ernst Graf Liechtenstein gründete in seinem Todesjahr 1747 die Stiftung "mons pietatis" (wörtlich: "ein Berg Geld"). Deren Zweck war es, Bedürftigen gegen geringe Zinsen Geldmittel zur Verfügung stellen zu können, ohne dass diese auf Wucherer angewiesen waren. Jakob Ernsts Nachfolger Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein ließ für die Stiftung ein Gebäude errichten. Es befand sich unmittelbar vor der Dreifaltigkeitskirche auf dem Makartplatz (früher Hannibalplatz), an der Stelle der heute bestehenden Grünfläche.

Anfang des 20. Jahrhunderts stand das Leihhaus dem zunehmenden Verkehr im Weg. Für die Straßenbahn vom Mirabellplatz Richtung Schwarzstraße war die Kurve zu eng. 1907 wurde das Gebäude abgerissen und damit auch der Blick auf die Dreifaltigkeitskirche möglich. Das Leihamt übersiedelte in die Linzer Straße 72 a und blieb dort bis 1938.

Das Portal

Vom Gebäude übrig geblieben ist das prächtige Rokoko-Portal mit dem Wappen Erzbischof Liechtensteins und der Inschrift "Mons pietatis, quem Jac. Ern. Archiep. et Princ. Salisb. ex comit. de Liechtenstein etc. fundavit Ao. MDCCXLVII.". Es wurde zuerst im Gebäude Rudolfskai 42 (Gewerbeschule, heute Universität, Institutsgebäude für Gesellschaftswissenschaften) eingemauert. Seit 1952 ist es Hauptportal des Sparkassen-Hauptgebäudes am Alten Markt Nr. 3.

Quellen

  • Dorn, Herbert: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten. SMCA 1997