Konrad Lorenz (Verhaltensforscher)

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Konrad Lorenz (* 7. November 1903 in Wien; † 27. Februar 1989 ebenda) war ein österreichischer Zoologe.

Bedeutung

Lorenz war einer der Hauptvertreter der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Zusammen mit Rupert Riedl und Gerhard Vollmer gilt er als Hauptvertreter der Evolutionären Erkenntnistheorie. 1973 erhielt er gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „für ihre Entdeckungen betreffend den Aufbau und die Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern“.

Im hohen Alter trat er als zivilisatorisch-ökologischer Gesellschaftskritiker auf und wurde zu einer Leitfigur der österreichischen Grünen-Bewegung.

Unversität Salzburg

Im Dezember 2015 widerrief die Unversität Salzburg die im Jahr 1983 erfolgte Verleihung der Ehrrendoktorwürde an den Wissenschafter. Im Verfahren zur Verleihung des Ehrendoktorates sei die aktive Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie verschwiegen worden. Lorenz habe sich im Jahr 1938 in seinem Gesuch um Aufnahme in die NSDAP als besonders engagierter Nationalsozialist dargestellt. Weiters habe er insbesonder in einer Publikation des Jahres 1940 unter dem Titel "Durch Domestikation verursachte Störungen arteigenen Verhaltens" wesentliche Elemente der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus verbreitet.

Dieser Widerruf war Ergebnis einer in den Jahren 2014 bis 2016 durchgeführten Überprüfung der „Tabula Honorum“ der Universität hinsichtlich möglicher nationalsozialistischer Belastungen geehrter Persönlichkeiten. Weitere Widerrufe betrafen Eduard Paul Tratz, den ehemaligen Leiter des Hauses der Natur, sowie den Wirtschaftsrechtler Wolfgang Hefermehl.

Quellen

Weiterführend

Für Informationen zu Konrad Lorenz, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.