Tagesheimschule Salzburg
Die Salzburger Tagesheimschule war eine Art Ganztagsschule für „milieugefährdete“ Kinder.
Geschichte
Der seinerzeitige Landesschulinspektor Dr. Matthias Laireiter nahm wahr, dass immer mehr Kinder an den Nachmittagen sich selbst überlassen waren. Daraufhin initiierte er im Jahr 1949 die Gründung des Vereins „Guter Nachbar“ und in der Folge im Jahr 1958 die Gründung der Tagesheimschule als einer Sonderschule für milieugefährdete Knaben und Mädchen. Als Standort wurde das „Haus der Jugend“ in der Salzburger Josefiau, Franz-Hinterholzer-Kai 8, gewählt.
Die Schule, die durch viele Jahre den Status einer Sonderschule hatte, umfasste vier Klassen Hauptschule und eine angegliederte 4. Klasse Volksschule und war mit einem Hort verbunden, der auch Sommerbetreuung bot. Im Schuljahr 1965/66 besuchten hier 68 Knaben und 30 Mädchen die Hauptschule, 12 Knaben und 5 Mädchen die 4. Klasse Volksschule.
Langjährige Direktoren waren Leopold Wally (1958 bis 1978) und Karl Moik.
Sonstiges
Am Standort Franz-Hinterholzer-Kai 8a führt jetzt der Diakonieverein Salzburg die Evangelische Neue Mittelschule nach dem Konzept „Integration und Montessori-Pädagogik“.
„Tagesheimschule“ ist auch die Bezeichnung einer in den 1970er-Jahren als Schulversuch eingeführten österreichischen Schulform.
Quellen
- Salzburg. Geschichte und Politik (Mitteilungen der Dr. Hans Lechner-Forschungsgesellschaft) 20. Jahr / 2010 /1-2 "Bildungschancen für alle",
- Enzinger, Franz Paul: Die Ära Laireiter (S. 32)
- Steidl, Josef: Persönliche Erinnerungen an einen Neuerer (S. 51)
- Statistisches Jahrbuch der Landeshauptstadt Salzburg, 1965, S. 127