Augustiner Bräustübl Mülln

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Das Müllnerbräu ist eine aus Salzburg Stadt nicht mehr weg zu denkende Institution im Stadtteil Mülln.

Geschichte

Als Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau 1605 aus München, Bayern, die Augustiner-Eremiten nach Salzburg holte, übergab er ihnen die Müllner Kirche als Klosterkirche.

Schon seit der Mitte des 15. Jahrhunders gab es in Mülln ein Kollegiatstift (Kollegiatstifte waren einst eine beliebte Form autonomer priesterlicher Kollegien). Es fand vor allem im Erzbischof Burkhard von Weißpriach einen Förderung. Nach seinem Tod fehlte dem Stift allerdings eine nötige Unterstützung und so übergab Wolf Dietrich nicht nur die Pfarrkirche an die Augustiner-Eremiten, sondern auch das Kollegiatstift. Dieses stattete er mit Geldmitteln so gut aus, dass neben dem Stammhaus in München das zweitgrößte Augustinerkloster im bayerischen Raum war.

Noch etwas war wichtig im Zusammenhang mit München und den Augustiner-Eremiten: das Bierbrauen verstanden sie sehr gut (noch heute ist es in München die älteste Münchner Braustätte). 1621 eröffnete also das Augustiner Bräu. Der Verkauf des Bieres erfolgte aber auch an der Klosterpforte. Und bald besaßen die Augustiner-Eremiten so viel Geld, dass sie das in Mülln gelegene Wirtshaus am Bach, das auch eine Fleischhauerei besaß, erwerben konnten. 1663 folgte noch das Wirtshaus zum Schwarzen Bären, der heutige Bärenwirt beim Bärengässchen - ebenfalls noch heute im Besitz der Mönche.

Doch nach einer Blütezeit des Klosters und Bräus erfolgte im Zuge der Aufklärung Ende des 19. Jahrhunderts ein Niedergang. Der Nachwuchs blieb aus und die in Salzburg einmarschierenden napoleonischen Truppen besetzten das riesige Gebäude für ihre Truppen. Kaum waren die Franzosen abgezogen, brauchte es der in Salzburg regierende Kurfürst Ferdinand III. von Toskana für das Regiment Jordis.

Bis 1851 dauerte dann die Nutzung als Kaserne. Dann war es Erzbischof Augustin Gruber, der einen Neubeginn einleitete. Zunächst versuchte er über das Mutterhaus der Augustiner Nachwuchs nach Salzburg zu bekommen. Doch dieses sah sich außerstande das Kloster mit Padres zu besetzen. Daher wandte sich der Erzbischof an das Benediktinerstift Michaelbeuern, das gerade wirtschaftlich hart zu kämpfen hatte.

Am 9. Juni 1835 übernahm dann das Benediktinerstift Michaelbeuern Kloster und Bräu in Mülln. Als 1851 das Militär ausgezogen war, wurden Teile der Gebäude zu Mietwohnungen umgebaut. Die Erweiterung des Gastgartens, genannt Gambrinushain, aber brachte den Durchbruch bei der Salzburger Bevölkerung. Regelrecht gestürmt wurde das Augustiner Bräu sonn- und feiertags.

Die Mönche aus Michaelbeuern investierten auch kräftig. So entstand dann 1912 das Brauhaus, wie es heute noch steht. Pro Jahr werden dort etwa 9.000 Hektoliter Bier gebraut, das nach wie vor aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser besteht. Es wird nicht pasteurisiert, was die Haltbarkeit zwar begrenzt, aber neben den 70 Prozent in Fässern gelagerten Bier gehen die restlichen 30 Prozent über Ladentische ausgewählter Betriebe - und zwar sehr schnell, denn das Augustiner Bier ist auch heute noch etwas Besonderes.

Quellen