Otto Kronsteiner
Em. O. Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Otto Kronsteiner (* 7. Dezember 1938 in Losenstein [OÖ]) ist ein österreichischer Slawist und Historiker.
Leben
Otto Kronsteiner maturierte am Humanistischen Gymnasium der Benediktiner in Seckau (Stmk.). Er absolvierte Studien der Rechte, Romanistik, Osteuropäischen Geschichte und Slawistik an den Universitäten zu Wien, Warschau, Krakau, Agram und Laibach. Sein Doktorat erwarb er an der Universität Wien aus Slawistik und osteuropäischer Geschichte. Er habilitierte sich an der Universität Klagenfurt im Fach Slawistik, wurde zum außerordentlichen Professor der Universität Wien und im Jahr 1981 zum ordentlichen Professor für Slawistik und slawische Geistesgeschichte an der Universität Salzburg ernannt. Bis zu seiner im Jahr 2007 erfolgten Emeritierung leitete er mehrfach das Institut als Institutsvorstand.
Er war weiters Redakteur des Wiener Slavistischen Jahrbuches (1970 – 1975), Mitglied der Ortstafelkommission der Bundesregierung, Mitglied des Ständigen Ausschusses für geographische Namen (Frankfurt), Begründer und Herausgeber der Zeitschriften „Österreichische Namenforschung“ (1973 – 1986) und „Die Slawischen Sprachen“ (1982 – 2001), Vertreter Österreichs im Internationalen Slawistenkomitee (1980 – 1990) sowie Begründer und Wissenschaftlicher Leiter der Internationalen Salzburger Slawistengespräche (1982 – 2001).
Professor Kronsteiner prägte in seiner 25-jährigen Tätigkeit das Institut für Slawistik als Forscher und Lehrer.
Veröffentlichungen
(Auswahl)
- Bücher:
- Wörterbuch der Gewässernamen von Österreich. Wien 1971
- Die slowenischen Namen Kärntens in Geschichte und Gegenwart. Wien 1974 – 1984
- Die alpenslawischen Personennamen. Wien 1975 – 1981
- Die slawischen Denkmäler von Freising. Klagenfurt 1979
- Pravda russkaja. Das Recht der Rusi. Klagenfurt 1980
- Žitie blaženaago Metodija arhiepiskupa moraviskaago. (Das Leben des Hl. Method, des Erzbischofs von Sirmium.) Salzburg 1989
- Zaštita na starobălgarskija ezik. (Verteidigung der altbulgarischen Sprache.) Salzburg-Veliko Tărnovo 1990
- Starobălgarski nadpisi. Altbulgarische Inschriften. Band I [10.-11. Jahrhundert]. Salzburg 1993. Band II [12.-15. Jahrhundert]. Salzburg 1997 [mit K. Popkonstantinov]
- Salzburgs Bulgaristik. Haben kleine Sprachen und ihre Literaturen noch eine Chance? Salzburg 1999
- Latinica und Kirilica? Gedanken zu einer entscheidenden kulturellen Herausforderung Bulgariens. Salzburg 2000
- Notizen aus der Steinzeit. Unzeitgemässe Gedanken zur europäischen Kulturwissen-schaft. Saint Petersburg 2002
- Nichts als Namen. Kulturwissenschaftliche Wahrnehmungen aus Österreich und Umgebung. Ljubljana 2003
- Latin light. Latein in der europäischen Wissensgesellschaft. Bukarest 2005
- Aufsätze:
- Ortsnamen und Geschichtsideologie. In: Die Slawischen Sprachen 66/2000: 49 -64
- Internationale Gemeinsamkeiten bei der Benennung von Bergen. in: Weltmuseum der Berge. 2001.
- Bikulturalität als Medizin gegen NationalFilologie. 2002. TRANS 13 (Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften)
- Globalismus, Globalisierung und Regionalismus im Bildungswesen. 2003. 14.htm TRANS 14